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Tragische Kinderschicksale bei Filmfestspiele in Venedig

Filmfestspiele wurden am Mittwoch eröffnet Salzburg24
Filmfestspiele wurden am Mittwoch eröffnet

Tragische Schicksale von Kindern haben am Donnerstag die Filmfestspiele Venedig dominiert. Während der Beitrag "Spotlight" auf wahren Begebenheiten beruht und den systematischen Missbrauch durch katholische Priester thematisiert, fokussiert "Beasts of No Nation" auf Kindersoldaten.

"Spotlight" erzählt von Journalisten der US-Zeitung "The Boston Globe", die 2002 den jahrzehntelangen Missbrauch sowie das Wegschauen der Kirche und des Justizsystems aufdeckten. Dafür gab es später den Pulitzer Preis. Die Recherchen zeigten ebenfalls, dass Missbrauch unter dem Deckmantel der katholischen Kirche auch in Großbritannien und anderen Ländern erfolgt war. "Spotlight" ist mit Michael Keaton ("Birdman"), Rachel McAdams, Liev Schreiber, Mark Ruffalo und Stanley Tucci prominent besetzt, wobei nur Ruffalo und Tucci mit Regisseur Thomas McCarthy zur Premiere nach Venedig reisten.

Tucci sagte bei der Pressekonferenz, er hoffe auf Papst Franziskus. "Falls es jemanden gibt, der den Missbrauch von Kindern stoppen kann, dann ist er es", sagte der 54-jährige US-Schauspieler. Regisseur Thomas McCarthy (49) sah das anders: "Ich bin deutlich pessimistischer, was Wandel in der katholischen Kirche angeht. Worte sind eine Sache, aber Taten eine andere." "Spotlight" läuft beim Festival außer Konkurrenz.

Um den Goldenen Löwen konkurriert dagegen "Beasts of No Nation", der erste Film im Wettbewerb Venedigs, der vom Online-Streamingdienst Netflix produziert wurde. Der US-Amerikaner Cary Fukunaga, der als Regisseur der Emmy-gekrönten ersten Staffel von "True Detective" viel Anerkennung erhielt, erzählt darin vom Buben Agu, der durch einen verheerenden Gewaltausbruch in einem Bürgerkriegsgebiet irgendwo in Westafrika plötzlich auf sich gestellt ist. Als er in den Dschungel flieht, wird er von Rebellen aufgegriffen und zum Soldaten ausgebildet.

Der Brite Idris Elba ("Luther", "The Wire") spielt den Rebellenführer, der Kinder ebenso selbstverständlich in den Kampf schickt wie erwachsene Männer, mit bereits jetzt Oscar-verdächtiger Präsenz. Mit Abraham Attah als Agu steht ein nicht minder einnehmender, ghanischer Laiendarsteller erstmals vor der Kamera. Als "Biest" oder "Teufel" bezeichnet sich der traumatisierte Agu am Ende selbst, und steht dafür für aktuell rund 300.000 Kindersoldaten weltweit, die Opfer und Täter zugleich sind.

"Beasts of No Nation" wird ab 16. Oktober bei Netflix ausgestrahlt und startet zeitgleich in US-Kinos. "Spotlight" läuft im November in den US-Kinos an; ein Österreich-Starttermin ist noch nicht bekannt.

(Quelle: S24)

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