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Trauer und Wut nach Dacheinsturz-Drama in Lettland

Kaum noch Hoffnung auf Überlebende Salzburg24
Kaum noch Hoffnung auf Überlebende

Mit landesweiten Gedenkminuten haben die Menschen in Lettland am Montag der mindestens 54 Toten des Dacheinsturzes in Riga gedacht. Am Unglücksort, einem Supermarkt in einem Vorort der Hauptstadt, wurden die Bergungsarbeiten um 10.00 Uhr für drei Minuten unterbrochen. Staatspräsident Andris Berzins legte Blumen am Ort der Katastrophe nieder, ebenso wie Hunderte Menschen.

Kerzen flackerten vor der Absperrung. In ganz Lettland hängen Nationalflaggen auf halbmast. Regierungschef Valdis Dombrovskis schloss unterdessen nicht aus, auch ausländische Experten zur Untersuchung der Unglücksursache hinzu zu ziehen. Nach einer Sitzung des Krisenrats versicherte er am Sonntag, die Untersuchungskommission solle alle erforderlichen Mittel erhalten.

"Dies ist ein schweres Verbrechen, und so sollte man es auch benennen und entsprechend verfolgen", sagte Dombrovskis im Fernsehen. Wegen der hohen Opferzahl hatte zuvor bereits Präsident Berzins Ermittlungen wie in einem Mordfall gefordert. Die Polizei hat nach Angaben von Innenminister Rihards Kozlovskis bisher mehr als 100 Zeugen befragt und alle Unterlagen zur Planung und zum Bau des Gebäudes konfisziert.

Die Suche nach Opfern ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Helfer durchkämmten am Montag noch eine kleinere Fläche in der Mitte des eingestürzten Supermarkts. Die Wahrscheinlichkeit, dort noch jemanden zu finden, liege bei "unter 0,1 Prozent", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Unter die Trauer in Lettland mischt sich immer mehr Wut. In der kleinen Baltenrepublik ist eine heftige Debatte darüber entbrannt, wer schuld ist an der Katastrophe. Viele sprechen von Planungsfehlern oder Verstößen gegen die Bauvorschriften als mögliche Ursachen. "Opfer auf einem Altar der Verantwortungslosigkeit", schrieb die Zeitung "Neatkariga Rita Avize" am Montag auf ihrer Titelseite über die Namen der Toten. "Es gibt Verluste, die man nicht hinnehmen kann", hieß es in einem Kommentar der Wirtschaftszeitung "Diena".

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