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Trotz Grenzzauns 3.000 Menschen in Ungarn aufgegriffen

Der jüngst fertiggestellte Stacheldrahtzaun an der ungarisch-serbischen Grenze zeigt vorerst keine spürbare Wirkung. Die ungarische Polizei griff nach eigenen Angaben allein am Sonntag 2.890 Flüchtlinge auf, die neu aus Serbien nach Ungarn gekommen waren. Am Samstag waren es 3.080 gewesen.

Am selben Tag hatte das ungarische Verteidigungsministerium bekannt gegeben, dass der 175 Kilometer lange Zaun fertiggestellt worden sei - zwei Tage früher als geplant. Die Stacheldrahtsperre soll bis Ende Oktober noch um einen drei Meter hohen Maschendrahtzaun ergänzt werden. Die rechts-nationale Budapester Regierung erhofft sich davon eine Eindämmung der Flüchtlingseinwanderung. Der französische Außenminister Laurent Fabius sowie deutsche Politiker hatten die Sperre zuletzt heftig kritisiert.

Seit 19. Juni sind im Mazedonien nach Schätzungen der Vereinten Nationen bereits 70.000 Flüchtlinge angekommen. Davon waren 80 Prozent Syrer, nicht alle seien jedoch von den Behörden registriert worden, zitierte die Tageszeitung "Utrinski vesnik" am Montag einen Bericht des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR. Offiziell wurden von den Behörden bis Sonntagfrüh 51.300 Flüchtlinge registriert.

Für die nächsten Tage erwartet das UNHCR demnach wieder rund 3.000 Flüchtlinge täglich, die in der mazedonischen Grenzstadt Gevgelija eintreffen. Zuletzt waren die Zahlen, nach einem Höchstwert von 3.000 Personen Anfang vergangener Woche, wieder leicht gesunken. Rund ein Drittel der Ankommenden sind nach Schätzungen des UNHCR Frauen und Kinder. Von den Frauen seien rund 12 Prozent schwanger.

Auf Grundlage einer am 19. Juni beschlossenen Gesetzesänderung erhalten Schutzsuchende nach einer Registrierung bei den mazedonischen Behörden das Recht, sich drei Tage lang legal im Land aufzuhalten. Der Großteil setzt die Reise sofort in Richtung mazedonisch-serbischer Grenze und von dort über die Balkanroute weiter nach Ungarn, Österreich und Deutschland fort.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.04.2021 um 06:28 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/trotz-grenzzauns-3-000-menschen-in-ungarn-aufgegriffen-48228418

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