Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Trümmer nach Egyptair-Absturz gefunden: Ursache weiter rätselhaft

Die Suche nach den Trümmern geht weiter. APA/AFP/HO
Die Suche nach den Trümmern geht weiter.

Einen Tag nach dem Absturz der Egyptair-Maschine über dem Mittelmeer hat das ägyptische Militär erste Trümmerteile entdeckt. Suchmannschaften fanden zwei Flugzeugsitze, Koffer und den Teil einer Leiche, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos am Freitag unter Berufung auf die ägyptischen Behörden sagte. Die Absturzursache blieb unterdessen weiter unklar.

Die Fluglinie bestätigte den Fund der Wrackteile über den Kurznachrichtendienst Twitter. Kammenos betonte im TV-Sender ERT: "Der Krisenstab Ägyptens hat uns über die Bergung eines Körperteils, eines oder zweier Sitze und einiger Kofferteile informiert". Er fügte hinzu: "Wir haben nichts gefunden. Die Leitung hat Ägypten."

Egyptair--Wrackteile-im-Meer-gefunden-= Salzburg24
Egyptair--Wrackteile-im-Meer-gefunden-=

Schlechtwetter könnte Suche behindern

In den kommenden Stunden würden Experten der Behörde für Flugunfalluntersuchungen zur Fundstelle der Wrackteile reisen, hieß es aus dem ägyptischen Luftfahrtministerium. Eine Schlechtwetterfront könnte jedoch die weitere Suche und Bergungsarbeiten erschweren.

Nach Angaben des ägyptischen Militärs wurden die Gegenstände rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria im Wasser entdeckt. Egyptair-Flug MS804 war mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo, als die Maschine in der Nacht zum Donnerstag zwischen der griechischen Insel Karpathos und dem ägyptischen Festland vom Radar verschwand.

Terroranschlag wahrscheinlich

Die ägyptische Regierung hält einen Terroranschlag für wahrscheinlicher als ein technisches Problem. Auch Luftfahrtexperten äußerten die Möglichkeit einer Explosion, weil der Crew offenbar keine Zeit blieb, einen Notruf abzusetzen. Die französische Regierung warnte dagegen am Freitag vor voreiligen Schlüssen. In dem Flugzeug saßen neben zahlreichen Ägyptern auch 15 Franzosen und weitere ausländische Passagiere unter anderem aus Kanada und Großbritannien. Österreicher waren nicht an Board.

"Absolut keinen Hinweis"

Es gebe weiterhin "absolut keinen Hinweis" auf die Umstände des Unglücks, betonte der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault am Freitag. Alle Hypothesen zur Absturzursache müssten gleichrangig behandelt werden. Experten des Flugzeugbauers Airbus und der französischen Behörden reisten am Freitag nach Kairo, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Nach Angaben der griechischen Behörden war die Maschine vor dem Verschwinden vom Radarschirm zwei scharfe Kurven geflogen und um rund 6.700 Meter abgesackt. Einen Notruf setzte die Crew nicht ab. Die letzte Kommunikation mit dem Piloten gab es wenige Minuten vor dem Verschwinden des Flugzeugs. Dabei habe der Pilot "kein Problem erwähnt", teilt die griechische Flugaufsicht mit.

Berichte über "Feuerball" am Himmel nicht bestätigt

Weder die griechische Küstenwache noch die Marine konnten Berichte bestätigen, wonach eine Schiffsbesatzung in dem Gebiet einen "Feuerball" im Himmel gesichtet habe. Der Chef der griechischen Flugaufsichtsbehörde, Konstaninos Litzerakos, erklärte, bei einer Explosion wären die Trümmerteile über ein großes Gebiet verteilt.

Racheakt des IS

Vor sieben Monaten war ein russischer Passagierjet nach einer Bombenexplosion an Bord über der ägyptischen Sinai-Halbinsel abgestürzt, alle 224 Insassen kamen dabei ums Leben. Die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu dem Anschlag. Sowohl auf Frankreich als auch auf Ägypten haben die Extremisten bereits schwere Anschläge verübt.

Zu einem Anschlag auf den Egyptair-Flug MS804 bekannte sich jedoch auch mehr als 24 Stunden nach dem Unglück niemand. Zudem waren auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle aufgrund der bevorstehenden Fußball-EM sowie der weiterhin geltenden höchsten Terrorwarnstufe die Sicherheitsvorkehrungen besonders hoch.

Unterdessen änderte Egyptair die Flugnummer der Strecke Kairo-Paris, wie es aus Kreisen der Flughafenverwaltung in Kairo hieß. Statt wie bisher MS804 solle die Verbindung das Kürzel MS802 erhalten. Das Ändern von Flugnummern nach Unglücken ist üblich. Fluglinien wollen nicht, dass Fluggäste an eine zurückliegende Katastrophe erinnert werden.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 26.09.2021 um 10:27 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/truemmer-nach-egyptair-absturz-gefunden-ursache-weiter-raetselhaft-52190890

Kommentare

Mehr zum Thema