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Trump spricht von "sehr guter Beziehung" zu Kim Jong-un

Der US-Präsident wollte nicht sagen, ob er mit Kim gesprochen habe APA (AFP)
Der US-Präsident wollte nicht sagen, ob er mit Kim gesprochen habe

US-Präsident Donald Trump hat nach eigener Aussage wahrscheinlich ein gutes Verhältnis zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" sagte Trump, er unterhalte gute Beziehungen zu den Menschen. "Ich habe wahrscheinlich eine sehr gute Beziehung zu Kim Jong-un. (...) Ich denke, ihr seid da überrascht."

Der Frage, ob er mit Kim gesprochen habe, wich Trump aus. "Ich will das nicht kommentieren. Ich sage nicht, dass ich es habe oder nicht habe. Ich will das einfach nicht kommentieren." Erst vor wenigen Tagen hatte sich Trump offen für einen direkten Kontakt mit Kim gezeigt und erklärt, er sei "absolut" bereit zu einem Telefonat mit ihm. Auf dem Höhepunkt des Streits über Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm überzogen sich die USA und Nordkorea gegenseitig immer wieder mit Drohungen und Kriegsrhetorik. Trump und Kim lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch. So titulierte der US-Präsident Kim als "kleinen Raketenmann". Zuvor hatte Kim den US-Präsidenten einen "geistig verwirrten Greis" genannt. Daraufhin hatte Trump getwittert: "Warum sollte Kim Jong-un mich alt nennen, wenn ich ihn NIE klein und dick nennen würde."

Hat Trump "Drecksloch-Länder" gesagt?

Unterdessen hat sich der US-Präsident bei Beratungen über ein neues Einwanderungsgesetz verächtlich über Migranten aus Afrika und Haiti geäußert. Die Zeitung "Washington Post" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Teilnehmer der Gespräche, Trump habe gefragt, warum so viele Menschen aus "Drecksloch-Ländern" in die USA kämen. Die "New York Times" zitierte den Präsidenten ebenfalls mit dieser Äußerung. Trump traf sich am Donnerstag mit Senatoren und Kongressabgeordneten im Weißen Haus, um einen von beiden Parteien vorgelegen Gesetzentwurf zu beraten. Dieser soll den Nachzug von Familienmitgliedern von Einwanderern begrenzen und die Green-Card-Verlosung einschränken. Im Gegenzug sollen Hunderttausende sogenannte Dreamer (Träumer), die als Kinder illegal in die USA gekommen waren, im Land bleiben dürfen.

Weißes Haus dementiert Wortwahl nicht

"Warum kommen all diese Menschen aus Drecksloch-Ländern hierher?", frage Trump den Berichten zufolge. Er bezog sich dabei auf afrikanische Länder und Haiti. Zugleich schlug er demnach vor, dass die USA mehr Einwanderer aus Ländern wie Norwegen aufnehmen sollten. Das Weiße Haus dementierte die Wortwahl Trumps nicht. Präsidentensprecher Raj Shah erklärte, während einige Politiker in Washington sich für fremde Länder einsetzten, werde "Trump immer für das amerikanische Volk kämpfen". Es gehe ihm um "dauerhafte Lösungen". Der demokratische Kongressabgeordnete Luis Gutierrez sagte, nun sei "zu hundert Prozent" klar, "dass der Präsident ein Rassist ist, der die von unserer Verfassung garantierten Werte nicht teilt".

Der Kampf gegen die illegale Einwanderung war eines von Trumps zentralen Versprechen. Mit seiner harschen Anti-Immigranten-Rhetorik sorgte er im Wahlkampf immer wieder für Empörung, etwa als er Einwanderer aus Mexiko pauschal als "Vergewaltiger" brandmarkte.

(APA/ag.)

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