Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Trump stellt Atomdeal mit dem Iran erneut infrage

Trump muss dem US-Kongress am 15. Oktober Entscheidung mitteilen APA (AFP)
Trump muss dem US-Kongress am 15. Oktober Entscheidung mitteilen

Der neuerliche Raketentest des Iran stellt für US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen mit Teheran infrage. "Der Iran hat gerade eine ballistische Rakete getestet, die in der Lage ist, Israel zu erreichen", twitterte Trump am Samstag: "Sie arbeiten zudem mit Nordkorea zusammen." Irans Parlamentspräsident Ali Larijani verglich Trump mit dem Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels.

Der Iran hatte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit den USA nach eigenen Angaben am Samstag eine neue Mittelstreckenrakete getestet. Das Staatsfernsehen meldete, der Test sei "erfolgreich" verlaufen. Es zeigte undatierte Bilder vom Start und Flug der neuen Khoramshahr-Rakete. Nach Angaben von Luftwaffengeneral Amir Ali Hajizadeh vom Freitag kann die Rakete mit mehreren Sprengköpfen bestückt werden. Zugleich betonte Teheran, dass die Waffen nicht mit atomaren Sprengkörpern ausgerüstet werden könnten und eine maximale Reichweite von 2.000 Kilometern hätten.

Trump droht mit Aufkündigung von Wiener Atomabkommen

Trump hatte den Iran in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung am Dienstag als destabilisierende Kraft in der Region angeprangert und mit der Aufkündigung des Wiener Atomabkommens von 2015 gedroht. Washington wirft Teheran vor, mit Raketentests gegen den Geist des Vertrags zu verstoßen, das den Iran verpflichtet, seine Urananreicherung drastisch herunterzufahren. Teheran vertritt dagegen den Standpunkt, dass das Abkommen diese Tests nicht verbietet.

Trump muss dem US-Kongress am 15. Oktober mitteilen, ob er an dem Atomabkommen festhalten will. Am Mittwoch hatte der US-Präsident erklärt, er habe bereits seine Entscheidung getroffen, sei aber noch nicht bereit, diese preiszugeben.

Trump mit Joseph Goebbels verglichen

Der iranische Parlamentspräsident Ali Larijani verglich unterdessen das Vorgehen Trumps mit dem des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels. "Angeblich verfolgt Trump mit seinen Lügereien die Goebbels-Doktrin", sagte Larijani am Sonntag. Er bezog sich auf das Goebbels-Zitat "Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. Dann wird sie geglaubt."

Larijani warf Trump vor, in seiner iranfeindlichen Rede in der UNO-Vollversammlung viele Lügen verbreitet zu haben, unter anderem über die Demokratie im Iran. Trumps Rhetorik erinnere mehr an einen "Nachtklubbesitzer" als an einen amerikanischen Präsidenten, sagt der einflussreiche Parlamentspräsident.

Harsche Kritik an Trump

Trump lebe politisch immer noch in den siebziger Jahren, sagte Larjani. Die Welt habe sich verändert, doch Trump habe das nicht mitbekommen. Der Iran sei nicht mehr das von den USA kommandierte Land, sondern ein unabhängiger Staat, der sich von niemandem etwas sagen lasse, sagte Larijani.

(APA/dpa/ag.)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 22.11.2019 um 05:04 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/trump-stellt-atomdeal-mit-dem-iran-erneut-infrage-56943208

Kommentare

Mehr zum Thema