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Tunesien offen für EU-Flüchtlingsabkommen

Tunesien zeigt sich offen für die von der EU geplanten Flüchtlingsabkommen mit nordafrikanischen Staaten. Seine Regierung strebe eine umfassende Einigung mit Brüssel über die Migration an, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Tunis, Bouraoui Limam, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Tunesien verhandle darüber seit längerem mit der EU.

Zu dem beim informellen EU-Treffen angekündigten Plan lägen aber noch keine Informationen vor. Die Europäische Union strebt mit nordafrikanischen Staaten ähnliche Flüchtlingsabkommen wie mit der Türkei an. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag bei dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Salzburg zudem intensivere EU-Gespräche mit Ägypten, aber auch mit Tunesien, Marokko und Libyen angekündigt.

Tunesien bemühe sich darum, die Migration zu bekämpfen, rufe aber zugleich dazu auf, diese in organisierter Form zu regeln, erklärte Limam. Sein Land setze auf Zuwanderungsquoten für qualifizierte Tunesier, wie es sie in Abkommen mit Frankreich oder der Schweiz gebe. "Wir möchten diesen Plan auf andere Länder wie Deutschland ausdehnen", sagte er. Es gebe in Europa großen Bedarf an Fachkräften.

Tunesien ist wie Libyen ein Transitland für Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa wollen. Die EU will diese illegale Migrationsroute schließen und erreichen, dass auf See geborgene Bootsflüchtlinge möglichst nach Nordafrika zurückgebracht werden.

Im Juli hatte ein Boot mit rund 40 Migranten fast drei Wochen vor der tunesischen Küste gelegen, bevor es in den Hafen Zarzis einfahren durfte. Italien, Malta und Tunesien schoben sich wochenlang die Zuständigkeit für die Migranten gegenseitig zu. Die Migranten wollten zudem ein Anlegen in einem europäischen Hafen erzwingen.

(APA/dpa)

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