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Ukraine hofft auf weitere Milliarden vom IWF

Kämpfe im Osten lähmen die Wirtschaft des Landes Salzburg24
Kämpfe im Osten lähmen die Wirtschaft des Landes

Die Ukraine benötigt noch mehr Finanzhilfen aus dem Ausland. Der neue Wirtschaftsminister Aivaras Abromavicius bat den Internationalen Währungsfonds (IWF) am Mittwoch, sein laufendes Unterstützungsprogramm über 17 Mrd. Dollar (13,7 Mrd. Euro) angesichts des beschleunigten Wirtschaftsabschwungs und fortlaufender Kämpfe im Osten des Landes aufzustocken. Eine Größenordnung dafür nannte er nicht.

Der IWF hatte der Ukraine im April ein mit Auflagen verbundenes Hilfsprogramm bewilligt. Damit wollte der Fonds das Land dabei unterstützen, die wirtschaftlichen Folgen seiner politischen Umwälzungen und des bewaffneten Konflikts mit den prorussischen Separatisten zu bewältigen. Behindert wird die ukrainische Entwicklung zudem durch Korruption und Missmanagement in der Wirtschaft.

Der IWF, dessen Experten aktuell wieder über das laufende Hilfsprogramm in Kiew beraten, hatte bereits im September vor massiven finanziellen Folgen gewarnt, sollte sich der Konflikt ins Jahr 2015 hineinziehen. In diesem Falle könnte ein neuer Hilfsbedarf von bis zu 19 Mrd. Dollar aufkommen. Aus dem aktuellen Programm hat die Ukraine bisher zwei Tranchen über zusammen 4,6 Mrd. Dollar erhalten. Die staatlichen Devisenreserven sind wegen der nachträglichen Begleichung russischer Gas-Rechnungen und Maßnahmen zur Stützung der schwächelnden Währung auf ein Zehn-Jahres-Tief gesunken.

Hinzu kommen die hohen Kosten des militärischen Konflikts in der Ostukraine. Der dort ansässige Kohlebergbau und die Schwerindustrie, die einmal ein Viertel zur ukrainischen Industrieproduktion beisteuerten, sind durch die Kämpfe inzwischen praktisch lahmgelegt. In seiner Prognose vom Oktober hatte der IWF der Ukraine für das laufende Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,5 Prozent vorausgesagt, der bei einer Befriedung des Landes von einem Mini-Wachstum 2015 abgelöst werden könnte.

(Quelle: S24)

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