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Ukraine-Krieg, Tag 78

Schwere Gefechte im Osten der Ukraine

Russischer Vormarsch im Donbass, ukrainische Gegenoffensive

Die russischen Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe im Osten des Landes verstärkt und dabei teilweise in der Region Donbass Geländegewinne erzielt. Die ukrainischen Truppen wiederum führen aktuell eine Gegenoffenisve im Raum Charkiw aus.

"Der Feind führt seine Angriffsbemühungen in der Operationszone Ost weiter fort, mit dem Ziel, die volle Kontrolle über die Gebiete Donezk, Luhansk und Cherson herzustellen und den Landkorridor zur vorübergehend besetzten Krim aufrechtzuerhalten", so der ukrainische Generalstab am Donnerstag im Lagebericht.

Russische Attacken im Donbass

Die russischen Attacken im Donbass zielen demnach auf die Städte Sewerodonezk, Liman, Bachmut, Awdijiwka und Kurachowe sowie das großteils schon von russischen Kräften besetzte Rubischne. "In Richtung Sewerodonezk führt der Feind Angriffe auf Kudrjaschiwka und Sewerodonezk und hat dabei teilweise Erfolg", räumte die ukrainische Militärführung ein. Zum Vorstoß auf die Kleinstadt Liman versuchten die russischen Streitkräfte inzwischen, Schwimmbrücken über den Fluss Donez zu bauen. Mittwochabend schon hatte der Generalstab über die Zerstörung solcher Pontonbrücken berichtet.

Moskau verlegt 300 Fahrzeuge an Front

Am Frontabschnitt vor Slowjansk, einem der wichtigsten Ziele der russischen Offensivbemühungen im Donbass, verstärke Moskau unterdessen seine Kräfte. Demnach sollen zur Vorbereitung neuer Angriffe rund 300 neue Militärfahrzeuge in dem Raum verlegt worden sein.

Finnlands Präsident Niinistö für NATO-Beitritt
Finland's President Sauli Niinisto waves as he leaves the 10 Downing Street after talks with Britain's Prime Minister, in London, on March 15, 2022, following a meeting of the leaders of the the Joint Expeditionary Force (JEF), a coalition of 10 states focused on security in northern Europe. - British Prime Minister Boris Johnson is hosting a summit with leaders from Nordic countries and Russia's Baltic neighbours. (Photo by JUSTIN TALLIS / AFP)

Finnland spricht sich für NATO-Beitritt aus

Der finnische Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin haben sich für einen "unverzüglichen" NATO-Beitritt ihres Landes ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung …

Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, wirft ukrainischen Einheiten unterdessen den Beschuss des Dorfes Soloti nahe der Grenze vor. Dabei seien ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden. Die russischen Behörden in der Grenzregion haben der Ukraine wiederholt den Beschuss russischen Territoriums vorgeworfen. Die Regierung in Kiew hat nicht erklärt, dass für solche Angriffe ukrainische Einheiten verantwortlich seien.

Kaum Veränderungen in Mariupol

Wenig Veränderungen gibt es dem Lagebericht nach hingegen in Mariupol. Dort würden die im Stahlwerk verschanzten Verteidiger weiterhin bombardiert. Artilleriegefechte werden aus dem Süden der Ukraine gemeldet, sowohl aus dem Gebiet Saporischja als auch Richtung Mykolajiw und Kriwyj Rih.

Ukrainische Gegenangriffe bei Charkiw

Die ukrainischen Streitkräfte setzen unterdessen laut britischen Angaben ihren Gegenangriff nördlich der Großstadt Charkiw fort. Sie hätten mehrere Städte und Dörfer in Richtung der russischen Grenze zurückerobert, wie das britische Verteidigungsministerium in einem Lagebericht über Twitter mitteilt.

Es gebe Berichte, wonach Russland Einheiten aus dem Gebiet abgezogen habe. Die russischen Truppen müssten demnach wohl zunächst ihre Verluste ersetzen und sich auf das Ostufer des Donez-Flusses zurückziehen.

Erbitterte Gefechte im Süden der Ukraine

Im Süden der Ukraine lieferten sich russische und ukrainische Truppen in der Region zwischen Cherson und Mykolajiw erneut erbitterte Gefechte. Dabei gaben die Verteidiger den russischen Angreifern "keine Gelegenheit zum Vordringen", wie die ukrainische Militärführung in der Nacht auf Donnerstag mitteilte. Im Verlauf der Kämpfe seien mindestens 23 russische Soldaten getötet und zwei Panzer zerstört worden, ebenso wie ein Munitionslager, zitierte die Agentur Unian aus der Mitteilung. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

(Quelle: Apa/Dpa)

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