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Ukraine-Krieg

Explosionen in besetzten Gebieten fordern Tote

Scheinreferenden sollen morgen beginnen

Die von Russland besetzten Provinzen wurden heute, einen Tag vor den geplanten Referenden, von Explosionen erschüttert. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben.

Einen Tag vor dem geplanten Beginn von Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland erschüttern Explosionen Marktplätze in den betroffenen ukrainischen Provinzen. Sowohl in Donezk im Osten der Ukraine als auch in der Stadt Melitopol im Südosten gab es Tote. Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew drohte unterdessen mit dem Einsatz von Atomwaffen zur Verteidigung annektierter Gebiete in der Ukraine.

Russland bereit, auch Atomwaffen einzusetzen

Russland sei bereit, alle Mittel einschließlich Atomwaffen zur Verteidigung der Gebiete einzusetzen, sagte Medwedew, der aktuell stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist, am Donnerstag. Die von den prorussischen Separatisten geplanten Referenden fänden statt, es gebe "keinen Weg zurück", sagt Medwedew. "Das westliche Establishment und alle Bürger der NATO-Länder im Allgemeinen müssen verstehen, dass Russland seinen eigenen Weg gewählt hat."

symb_atomwaffen_russland APA/AFP/Alexander NEMENOV
(SYMBOLBILD)

Russland will neue Gebiete mit Atomwaffen verteidigen

Russland würde bei der Verteidigung der annektierten Gebiete im Osten der Ukraine auch Atomwaffen einsetzen, wie der ehemalige russische Präsident am Dmitri Medwedew sagte. Am Freitag beginnen die …

Tote bei Schüssen in Luhansk

Am Freitag sollen in den Bezirken Luhansk, Donezk und Cherson Referenden über den Beitritt zu Russland beginnen. In der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk sind durch Artilleriebeschuss um einen Markt mindestens sechs Menschen getötet worden. Sechs weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Donezker Stadtverwaltung, Alexej Kulemsin, am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram mit.

Dem im Exil lebenden Bürgermeister von Melitopol zufolge kamen bei dem Beschuss des vollen Marktplatzes seiner Stadt am Donnerstag drei Soldaten ums Leben. Wie viele Zivilisten unter den Opfern seien, sei unklar. Vertreter Russlands und der Ukraine machten sich gegenseitig für die Explosion in Melitopol verantwortlich. Reuters konnte die Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Referenden in russisch besetzten Gebieten

Melitopol liegt in der Provinz Saporischschja und war eine der ersten Städte nach dem Einmarsch Russlands am 24. Februar, die unter russische Kontrolle gerieten. Die Region Donezk wird bereits seit 2014 von prorussischen Rebellen beherrscht. Sechs Menschen seien bei der Explosion getötet worden und sechs verletzt worden, schrieb der von Russland eingesetzte Bürgermeister von Donezk, Alexej Kulemsin, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram am Donnerstag. Das ukrainische Militär beschieße das Zentrum der Stadt.

Russland plant Referenden in den besetzten Gebieten
A Russian serviceman patrols the construction of a hospital for civilians run by the Russian Ministry of Defense in Luhansk on June 11, 2022, amid the ongoing Russian military action in Ukraine. (Photo by Yuri KADOBNOV / AFP)

Geplantes Luhansk-Referendum erntet scharfe Kritik

Das geplante Referendum in der Region Luhansk über einen Beitritt zu Russland hat international scharfe Kritik nach sich gezogen. Auch Österreich spricht der Abstimmung die Legitimität ab.

Von Freitag bis Dienstag (23. bis 27. September) sollen in Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja Volksabstimmungen über einen Beitritt zu Russland abgehalten werden. Die vier Provinzen machen etwa 15 Prozent des ukrainischen Territoriums aus. Die Ukraine und der Westen haben bereits erklärt, dass die Referenden illegal wären und sie die Ergebnisse nicht anerkennen würden. Kiew warnte vor der Teilnahme an den Abstimmungen.

Russland ordnet Teilmobilisierung an

Großbritannien zweifelt unterdessen an Russlands Fähigkeiten zur angeordneten Teilmobilisierung von 300.000 Reservisten für den Krieg gegen die Ukraine. "Russland wird wahrscheinlich mit logistischen und administrativen Herausforderungen zu kämpfen haben, die 300.000 Soldaten auch nur zu mustern", teilte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

Putin geht "politisches Risiko" ein

Die russische Militärführung werde vermutlich versuchen, mit den ausgehobenen Truppen neue Einheiten aufzustellen. Diese seien aber "wahrscheinlich monatelang nicht kampffähig", hieß es weiter. Das Ministerium wertete die Teilmobilisierung als Zeichen russischer Schwäche. "Der Schritt ist praktisch ein Eingeständnis, dass Russland seinen Vorrat an willigen Freiwilligen für den Kampf in der Ukraine erschöpft hat", betonte die Behörde. Die Einberufungen dürften zudem sehr unbeliebt in der Bevölkerung sein, hieß es weiter. In der Hoffnung, dringend benötigte Kampfkraft zu generieren, gehe Präsident Wladimir Putin "ein beträchtliches politisches Risiko" ein.

Putin hatte am Vortag die Teilmobilisierung von 300.000 Reservisten angeordnet, um personelle Lücken im Angriffskrieg gegen die Ukraine zu schließen. Russlands Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin rief auch die Abgeordneten der Staatsduma zur Teilnahme am Krieg in der Ukraine auf. "Wer den Anforderungen der Teilmobilmachung genügt, sollte mit seiner Teilnahme bei der militärischen Spezialoperation helfen", teilte der Duma-Chef am Donnerstag in seinem Nachrichtenkanal bei Telegram mit. "Es gibt keinen Schutz für die Abgeordneten."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 04.10.2022 um 07:37 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/ukraine-krieg-tote-nach-explosionen-in-vor-referenden-besetzten-gebieten-127395406

Kommentare

NajaOderSo

Es ist Krieg. Natürlich ist dieser nie schwarz/weiß. Aber es gibt einen Aggressor den es zu stoppen gibt. Und der heißt Russland. Und nur Russland.

R.I.

Also tötet die Ukraine gerade genauso eigene Landsleute bei der ach so tollen Rückeroberung.?? Und warum hat Selensky die Zusammenarbeit mit Amnesty International aufgegeben? Vielleicht läuft auf seiner Seite auch nicht alles richtig?

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