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Krieg in Europa

UNO fordert Offenhalten von Getreide-Handelswegen

Lebensmittel in Afrika notwendig

Das Welternährungsprogramm dringt darauf, Handelswege für Getreide aus der Ukraine offenzuhalten. "Trotz des Krieges wird die Ukraine wohl auch in diesem Jahr Weizen anbauen und ernten können, wenn auch nur etwa die Hälfte der üblichen Menge", sagte der Direktor des Deutschland-Büros der UNO-Institution, Martin Frick, der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Diese Lebensmittel seien gerade in Afrika oder im Nahen Osten extrem wichtig für die Versorgung der Bevölkerung.

"Wir fordern, dass neben dem humanitären Zugang zu Menschen, die in der Ukraine eingeschlossenen sind, die Handelswege für Getreide trotz des Ukraine-Krieges offen bleiben." Die Ukraine zählt zu den wichtigsten Getreideexporteuren der Welt. Aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen das Land ist vor allem der Seeweg für die Auslieferung großer Mengen Getreide blockiert. Die Weltmarktpreise haben sich deutlich erhöht. "Es droht die schwerste globale Ernährungskrise der vergangenen Jahrzehnte, die vor allem die Ärmsten in Afrika, im Nahen Osten und im asiatisch-pazifischen Raum betreffen wird", sagte vor wenigen Tagen die deutsche Entwicklungsministerin Svenja Schulze.

Deutschland will Getreideexport sicherstellen

Am Montag wurde bekannt, dass die deutsche Regierung mithilfe europäischer Eisenbahnunternehmen den Getreideexport aus der Ukraine sicherstellen will. "Als Schienenverkehrsbeauftragter setze ich mich dafür ein, dass die 20 Millionen Tonnen Getreide abgefahren werden können, um eine Welthungerkatastrophe abzuwenden", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Michael Theurer, dem "Handelsblatt". Über die konkrete Umsetzung liefen derzeit die Abstimmungen, hieß es bei der Deutschen Bahn.

Krieg in der Ukraine stört Landwirtschaft

Das britische Verteidigungsministerium ging in seinem täglichen Geheimdienst-Update zur Ukraine am Montagabend davon aus, dass die russische Invasion in die Ukraine die landwirtschaftliche Produktion in dem Land erheblich gestört hat. Die Getreideernte werde heuer aufgrund reduzierter Aussaatflächen nach der Invasion voraussichtlich um rund 20 Prozent niedriger ausfallen als 2021. Die Ukraine sei der weltweit viertgrößte Produzent und Exporteur von Agrargütern, hieß es weiter. Ein reduziertes Getreideangebot aus der Ukraine werde Inflationsdruck erzeugen und den globalen Getreidepreis in die Höhe treiben.

(Quelle: APA)

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