Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Ukraine: Separatisten sagten Friedensgespräche ab

Poroschenko hatte die Verhandlungen vorgeschlagen Salzburg24
Poroschenko hatte die Verhandlungen vorgeschlagen

Vor einer geplanten Feuerpause in der Ostukraine haben die prorussischen Separatisten Hoffnungen auf Friedensgespräche am Dienstag enttäuscht. Ihr Verhandlungsführer Denis Puschilin lehnte den Termin Agenturen zufolge als zu früh ab. Zunächst müssten noch Fragen der Tagesordnung geklärt werden, sagte er am Montag. Die ab Dienstag geplante Waffenruhe bleibt jedoch bestehen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte die Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vorgeschlagen. Die Separatisten hatten Gespräche am 12. Dezember angeregt.

Separatistenführer Andrej Purgin in Donezk meinte, er sehe derzeit keine Vorbereitungen auf den baldigen Beginn einer Waffenruhe. Das Militär habe bisher keine schweren Waffen abgezogen und nehme Donezk weiter unter Beschuss. Auch die ukrainische Armee warf den Separatisten Angriffe vor.

In der Großstadt Charkiw (Charkow) brachen die letzten Lastwagen mit Trümmern des am 17. Juli abgestürzten malaysischen Passagierflugzeugs MH17 in Richtung Niederlande auf. Die Boeing war über dem Konfliktgebiet abgeschossen worden. Die Niederlande leiten die Ermittlungen in dem Fall, bei dem 298 Menschen ums Leben kamen.

Angesichts anhaltender Stromausfälle wendet sich indes die Ukraine an Russland. Die Regierung in Kiew genehmigte dem staatlichen Energiekonzern Ukrinterenergo Importe aus dem Nachbarland, wie das Energieministerium am Montag bekanntgab. Energieminister Wolodimir Demtschischin sprach in der vergangenen Woche von einer Versorgungslücke von mehr als zehn Prozent des Bedarfs.

Er machte dafür Engpässe bei der Versorgung der Kohlekraftwerke verantwortlich, die etwa 40 Prozent des Stroms liefern. Die wichtigsten ukrainischen Zechen stehen im Osten des Landes, wo es seit Monaten zu Kämpfen mit pro-russischen Separatisten kommt.

Eigentlich ist die Ukraine ein Stromexporteur. Von der Produktionskapazität von 55.000 MW werden nach offiziellen Schätzungen allerdings gegenwärtig nur etwa 26.000 MW ausgeschöpft. Die Stromnetze der Ukraine und Russlands sind gekoppelt, technische Hindernisse für einen Transport bestehen nicht. Experten zufolge ist der Import von Strom allerdings für die Ukraine teuerer als die Einfuhr von Kohle.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.04.2021 um 06:34 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/ukraine-separatisten-sagten-friedensgespraeche-ab-46155568

Kommentare

Mehr zum Thema