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Ungarn schließt Grenze zu Serbien und errichtet Drahtzaun

Ungarns Außenminister verteidigte die Entscheidung Salzburg24
Ungarns Außenminister verteidigte die Entscheidung

Die Regierung Ungarns hat die Schließung der 175 Kilometer langen Grenze zu Serbien angeordnet. Die Grenze solle mit einem vier Meter hohen Zaun abgeriegelt werden, sagte Außenminister Peter Szijjarto am Mittwoch vor Journalisten in Budapest. Ungarn will damit die Zuwanderung von Flüchtlingen unterbinden, die zuletzt stark zugenommen hatte.

Bei den von Serbien nach Ungarn gelangenden Flüchtlingen handelt es sich vor allem um Syrer, Iraker und Afghanen. Bereits in der vergangenen Woche hatte Regierungschef Viktor Orban angedeutet, dass eine Schließung der Grenze bevorstehen könnte. "Wir halten es nicht für richtig, dass sie uns die Flüchtlinge schicken, sie müssen auf serbischem Gebiet aufgehalten werden", sagte Orban am Freitag dem staatlichen Rundfunk. "Wir ziehen alle Optionen in Betracht, darunter die Möglichkeit einer vollständigen Schließung der Grenzen."

Ungarn gehört zum Schengen-Raum, Serbien ist Anwärter auf eine EU-Mitgliedschaft. Anfang Juli ist ein serbisch-ungarisches Gipfeltreffen geplant, bei dem über die Einwanderungsfragen gesprochen werden soll.

Im vergangenen Jahr trafen in Ungarn rund 43.000 Flüchtlinge ein, 2012 waren es nur 2000 gewesen. In diesem Jahr nahm die Zahl der Flüchtlinge weiter zu. Bisher waren es bereits mehr als 50.000.

Der eiserne Zaun hat in Kroatien zu massiver Besorgnis geführt. Kroatische Medien schreiben von "dramatischen Folgen" für Kroatien, wenn Ungarn seine Grenze zu Serbien schließt. Dann könnte die Balkanroute ihre Richtung ändern und nach Kroatien führen.

Das offizielle Belgrad hat die Entscheidung der ungarischen Regierung, die 175 Kilometer lange Grenze zu Serbien zu schließen, vorerst nicht kommentiert. Gegen den Zaun hat sich unterdessen der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für EU-Integration, Aleksandar Senic, ausgesprochen.

Der Zaun könne keineswegs als Symbol der Solidarität unter den europäischen Völkern betrachtet werden, wurde Senic, ein Spitzenfunktionär der oppositionellen Sozialdemokratischen Partei (SDS), von der staatlichen Presseagentur Tanjug zitiert. Die Errichtung des Zauns irgendwo auf europäischem Gebiet würde Migranten nicht daran verhindern, weiterhin in EU-Staaten zu kommen, warnte der Politiker.

(Quelle: S24)

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