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Unzureichende Behandlung nach OP lässt Schmerzen chronisch werden

Eine gute Schmerzbehandlung nach einer Operation soll viel Leid ersparen. (Themenbild) APA/Fohringer/Archiv
Eine gute Schmerzbehandlung nach einer Operation soll viel Leid ersparen. (Themenbild)

In Österreich werden jährlich rund 1,2 Millionen Operationen durchgeführt. Für etwa 12.000 Patienten beginnt damit eine dauerhafte "Schmerzkarriere": Akute Beschwerden nach der OP werden chronisch und bleiben so stark, dass sie die Betroffenen ein Leben lang massiv beeinträchtigen, warnte die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) aus Anlass der 17. Österreichischen Schmerzwochen.

Die ÖSG hat mit der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI), der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie (ÖGCH) und dem Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) das Schmerzmanagement rund um chirurgische Eingriffe untersucht. 1.610 Patienten wurden am ersten Tag nach der OP nach dem Ausmaß ihrer Beschwerden befragt.

Nach Operation: Etwa ein Drittel der Patienten hat starke Schmerzen

Die Mittelwerte lagen alle innerhalb der internationalen Vorgaben. "Betrachtet man allerdings die Ergebnisse jenseits der Durchschnittswerte, schaut die Versorgungsqualität weniger rosig aus", sagte der frühere ÖSG-Präsident Wolfgang Jaksch. Am ersten Tag leiden etwa 40 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer unter starken oder sehr starken Schmerzen. Sie haben demnach ein erhöhtes Risiko, dass ihre Schmerzen chronisch werden.

Frauen leiden unter stärkeren Schmerzen

Frauen leiden größere Schmerzen: Beim "stärksten Schmerz" liege der Mittelwert der 31- bis 40-Jährigen bei Frauen bei 5,53 Punkten auf der Schmerzskala, bei Männern bei 4,0. Auch in der Gruppe der 18 bis 20-Jährigen war der Unterschied mit 5,37 bei Frauen versus 4,21 bei Männern ausgeprägt. "Warum das so ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen - aber offensichtlich müssen die Schmerzen von Frauen nach Operationen noch mehr beachtet und besser behandelt werden", sagte Jaksch.

Nach Abteilungen aufgeschlüsselt war die mittlere Schmerzintensität am geringsten in den Abteilungen Gefäßchirurgie und Urologie, am höchsten in der Thoraxchirurgie und der Geburtshilfe. 66,6 Prozent der Patienten waren mit ihrer Behandlung sehr zufrieden, 25,8 Prozent zufrieden. Nur ein Prozent zeigte sich "sehr wenig zufrieden" und 1,6 Prozent waren "völlig unzufrieden". 23,2 Prozent der Patienten wurden am Tag nach der Operation ein- bis dreimal, 75 Prozent sogar öfter nach ihren Schmerzen gefragt.

Jaksch: Bessere Schmerzversorgung, geringere Folgekosten

Deutlich war der Zusammenhang zwischen den Ressourcen für die Schmerzversorgung und der Schmerzintensität. Gab es Abteilungen mit einem 24-Stunden-Akutschmerzdienst, einem differenziertem Schmerzkonzept und intensiver Aufklärungskultur, so hatten die Betroffenen deutlich weniger Schmerzen bei Belastung und signifikant geringere maximale Schmerzen. "Auch die Kosten für Medikamente und für Folgekosten wie Rehabilitationsmaßnahmen und Berufsunfähigkeit können damit gesenkt werden", sagte Jaksch. Bei optimaler Versorgung könnten auch die Beeinträchtigungen beim Schlaf, beim Husten oder tiefen Atmen reduziert werden. Und optimal betreute Patienten seien schneller wieder mobil.

(APA)

(Quelle: S24)

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