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US-Amerikaner lädt die ganze Welt zum Grillen ein

Ein Autor veranstaltet in New York die größte Familienfeier aller Zeiten. Auf der Gästeliste stehen alle Erdenbürger, also sieben Milliarden Menschen. Sein Ziel: Alle Menschen in einem riesigen Stammbaum erfassen - und die Welt so ein Stückchen besser machen.

Wie bekommt man George Bush senior am besten ans Telefon? Ganz einfach: Indem man der Sekretärin des ehemaligen US-Präsidenten glaubhaft versichert, ein Cousin ihres Chefs zu sein. So passiert vor knapp einem Jahr. Um Bush für sein Projekt "Global Family Reunion" zu gewinnen, benutze Initiator AJ Jacobs den frechen Trick. Dem Ex-Präsidenten gefiel die Idee, er sagte zu. "Wer kann seinem Cousin schon einen Wunsch abschlagen?", fragt Jacobs schmunzelnd. Neben Bush unterstützen Schauspieler Daniel Radcliffe ("Harry Potter"), Rapper Ludacris und Dokumentarfilmer Morgan Spurlock ("Super Size Me") die Aktion des Bestsellerautoren ("Die Bibel & ich", "Britannica & ich") an diesem Samstag in New York.

"Global Family Reunion"

Die Idee zur "Global Family Reunion", also zur weltgrößten Familienfeier aller Zeiten, kam Jacobs, nachdem er eine E-Mail von einem Unbekannten erhalten hatte. "Darin stand: Hey AJ, Du kennst mich zwar nicht, aber ich bin dein Cousin zwölften Grades", erzählt der 47-Jährige. "Ich war davon überzeugt, dass am Ende der Nachricht die Aufforderung stehen würde, ich solle Geld auf ein Bankkonto in Nigeria überweisen." Weit gefehlt. Der Absender der Nachricht war Gründer einer Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, alle Menschen dieser Erde in einem einzigen Stammbaum zu erfassen.

Wir sind alle miteinander verwandt

"Ich habe mich sofort in diese Idee verliebt, weil wir zum ersten Mal zeigen können, dass wir alle Teil der selben Familie sind", sagt Jacobs. "Wenn wir alle merken, dass wir miteinander verwurzelt sind, behandeln wir uns gegenseitig vielleicht besser."

Hier erklärt Jacobs seine Verwandtschafts-Theorie:

Tatsächlich ist wissenschaftlich belegt, dass 99,9 Prozent der DNA bei allen Menschen identisch ist. Verwandtschaftsverhältnisse sind über große Entfernungen möglich und Jacobs Projekt keine Spinnerei. Er selbst ist über einige Ecken mit dem amtierenden US-Präsidenten Barack Obama, Johann Wolfgang von Goethe und Albert Einstein verwandt. "Das ist doch großartig", sagt er. "Seit meine Kinder wissen, dass Einstein nicht nur irgendein Typ war, sondern Onkel Albert, interessieren sie sich für seine Theorien."

Kim Jong Un als böser Onkel

Natürlich hat die globale Riesenfamilie auch ihre Schattenseiten. Wer will schon mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un verwandt sein? "Natürlich könnte es auch sein, dass Kim Jong Un mein böser Onkel ist", sagt Jacobs lachend. "Aber das Böse kommt mit dem Guten. Vielleicht erreicht ja auch ihn die Idee und er stellt fest, dass er aufhören sollte, ein Idiot zu sein."

An dem Treffen in New York, auf dem es auch Musik und Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern geben soll, nimmt auch der Vorsitzende der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände, Dirk Weissleder, teil. "Die Idee an sich ist toll und ich verspreche mir von der Aktion, dass in der Öffentlichkeit ein breiteres Interesse für die Genealogie entsteht", sagt der 46-Jährige. "Dennoch muss man das realistisch sehen: Manche Verbindungen sind einfach nicht belegbar, weil es keine Quellen gibt." Außerdem gibt es Menschen, die nicht wollen, dass ihre Daten verwendet werden, andere wissen nicht einmal, wer ihre Großeltern sind.

Dazu kommt, dass der Genealogie Grenzen gesetzt sind. "Familie ist nicht nur ein genealogisches Phänomen, sondern auch ein soziales", sagt Weissleder. "Nur weil jemand beispielsweise adoptiert ist, heißt das nicht, dass er nicht Teil einer funktionierenden Familie sein kann."

Dass AJ Jacobs und seine Mitstreiter noch einen weiten Weg zu gehen haben, zeigt auch ein Blick auf das Logo der "Global Family Reunion". Das ist nämlich nicht sehr global. Darauf zu sehen: ausschließlich Süd- und Nordamerika.

(APA)

(Quelle: S24)

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