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Nach Raketenangriff

Trump kündigt Sanktionen für Iran an

Die iranischen Raketenangriffe auf zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak haben US-Präsident Donald Trump zufolge keine Todesopfer gefordert. Alle US-Soldaten und irakischen Soldaten seien sicher, sagte Trump am Mittwoch bei einer Ansprache im Weißen Haus in Washington. Zudem kündigte Trump weitere Sanktionen gegen den Iran.

Die USA würden Irans Aggressionen nicht unbeantwortet lassen, erklärte Trump. Die verbliebenen Vertragspartner (Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) rief der US-Präsident zum Rückzug aus dem 2015 in Wien mit dem Iran abgeschlossenen Atomabkommen auf. Stattdessen müssten diese Staaten gemeinsam mit den USA an einem neuen Abkommen mit dem Iran arbeiten, "das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort" machen würde, sagte Trump. Die USA hatten sich im Mai 2018 aus dem Atomdeal zurückgezogen.

Trump kündigte an, keine militärische Vergeltung für den iranischen Angriff auf US-geführte Stützpunkte im Irak zu verüben. Sanktionen würden solange aufrechterhalten, bis die Regierung in Teheran ihr Verhalten ändere, sagte Trump. Er fügte hinzu, die USA seien bereit zum Frieden, mit jedem, der das wolle.

US-Truppen sollen Region verlassen

Der Iran hatte in der Nacht auf Mittwoch Raketen auf die vom US-Militär genutzten Stützpunkte Ain al-Asad westlich von Bagdad und im nördlich gelegenen Erbil abgefeuert. Teheran nannte die Angriffe einen "Akt der Selbstverteidigung" nach der Tötung des hochrangigen iranischen Generals Qassem Soleimani durch einen US-Luftschlag in der vergangenen Woche.

Neue Attacken kündigte der Iran nicht an. Der iranische Präsident Hassan Rouhani sagte: "Falls die Amerikaner weitere Angriffe und Verbrechen gegen den Iran planen sollten, werden wir eine Antwort geben, die noch härter ist als der heutige Angriff." Die vergangene Nacht sei ein "Schlag ins Gesicht" der USA gewesen, sagte auch der oberste iranische Führer Ayatollah Ali Khamenei. Die US-Truppen müssten die Region verlassen.

Iran verteidigt Angriff

Der iranische Außenminister Mohammed Javad Zarif verteidigte den Angriff: "Wir streben nicht nach einer Eskalation oder Krieg, aber wir werden uns gegen jede Aggression verteidigen", schrieb er auf Twitter. Der Iran habe "verhältnismäßige Maßnahmen zur Selbstverteidigung ergriffen und abgeschlossen", meinte er in Anspielung auf Artikel 51 der UN-Charta, der das Recht auf Selbstverteidigung im Falle eines bewaffneten Angriffs auf ein UNO-Mitgliedsland beschreibt.

Verstärkt wurde die Unsicherheit im Nahen Osten, als wenige Stunden nach den Raketenangriffen auf die Militärbasen aus bisher ungeklärter Ursache ein ukrainisches Passagierflugzeug in der Nähe von Teheran abstürzte. Alle 176 Menschen an Bord starben. Mehrere Fluggesellschaften setzten eine Nutzung des iranischen und irakischen Luftraums aus - darunter Lufthansa, KLM und Air France. Austrian Airlines strich angesichts der aktuellen Lage vorsorglich die heutige Rotation nach Erbil im Nordirak und retour.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 27.11.2021 um 03:13 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/us-praesident-trump-kuendigt-sanktionen-fuer-iran-an-81730273

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