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US-Wirtschaft wächst unerwartet kräftig

Konsum zog in den USA deutlich an Salzburg24
Konsum zog in den USA deutlich an

Die US-Wirtschaft ist im Frühjahr stärker gewachsen als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um 3,7 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Handelsministerium am Donnerstag in einer zweiten Schätzung mitteilte. Bisher war lediglich ein Plus von 2,3 Prozent gemeldet worden.

"Die Zahlen machen deutlich, dass das Wachstumsszenario in den USA intakt ist", sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Von Reuters befragte Experten hatten nur einen Anstieg von 3,2 Prozent erwartet. Bisher war lediglich ein Plus von 2,3 Prozent gemeldet worden. Im ersten Quartal hatte das Land unter dem harten Winter gelitten, das BIP wuchs bis März nur um 0,6 Prozent.

Der Konsum, der mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaft ausmacht, expandierte nun im zweiten Quartal mit 3,1 Prozent stärker als zunächst angenommen. Für Impulse sorgten auch die Investitionen der Firmen, die um 3,2 Prozent zulegten, während in der ersten Schätzung noch von einem Rückgang ausgegangen worden war. Und der Außenhandel, da die Exporte stärker anzogen als die Importe. Die Ausfuhren legten um 5,2 Prozent zu, die Einfuhren um 2,8 Prozent.

Die Konjunkturdaten dürften der US-Notenbank Fed als Entscheidungshilfe dabei dienen, ob sie den Leitzins bereits im September anheben kann oder noch bis zum Jahresende wartet.

Zuletzt hatten Fachleute wegen der heftigen Börsen-Turbulenzen in China die Frage aufgeworfen, ob die Fed überhaupt zügig die Zinswende einläuten kann. Diese im nächsten Monat zu starten, "scheint für mich weniger zwingend zu sein als noch vor ein paar Wochen," sagte etwa der Präsident der Fed von New York, William Dudley, am Mittwoch.

"Wir bleiben bei unserer Prognose einer ersten Zinsanhebung im Dezember", sagte auch Christiane von Berg von der BayernLB. Die Fed dürfte die Wachstumsdaten, die auch den Dollar und die US-Börsen anschoben, zwar positiv bewerten. "Die im August stark gestiegene Unsicherheit um eine Konjunkturschwäche in China und die damit verbundenen Finanzmarkt-Turbulenzen dürften die Fed allerdings von einer Zinsanhebung im September abschrecken."

In den USA ist zudem die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend stark zurückgegangen. Die Zahl der Anträge sei vorige Woche um 6.000 auf 271.000 gefallen, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 274.000 Anträge gerechnet.

Der Wert der vorletzten Woche wurde nicht revidiert und lag bei 277.000. Im aussagekräftigeren Vierwochenschnitt stiegen die Erstanträge vorige Woche um 1.000 auf 272.500.

(Quelle: S24)

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