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USA-Iran-Konflikt

Das sagt die internationale Presse

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran droht weiter zu eskalieren. Der Iran hat nun Raketen auf eine US-Basis im Irak abgefeuert, über Opfer ist noch nichts bekannt. Am Mittwoch beschäftigt das die internationale Presse, auch über die Nahostpolitik von US-Präsident Donald Trump wird geschrieben. Ein Überblick.

"La Repubblica" (Rom):

"Die Figur Donald Trump scheint absichtlich gebaut worden zu sein, um eine Welt ohne Regeln zu repräsentieren. Vom Anfang bis zum Ende: Das heißt, einen tödlichen Angriff auf General Soleimani zu starten, ohne den Kongress zu informieren - obwohl er weiß, eine weltweite Krise auszulösen. (...).

Wenn alles vereinfacht wird und sich alles auf den Akt reduziert, der sich nur dadurch rechtfertigt, dass er vollzogen wird, dann sprengt das nicht nur die Politik. Dann sprengt das die Diplomatie, die Militärtaktik, den strategischen Plan, die parlamentarischen Regeln, den Aufbau einer ganzen Nation. (...) Kompliziertes verschwindet. Und das, was übrig bleibt, konzentriert sich auf den Anführer und seine Politik, die sich in bloße Mission verwandelt hat: Bereit, dem Parlament und dem Land in einem Tweet mitgeteilt zu werden."

Il presidente americano sa che "non è il momento giusto", perché una ritirata adesso sembrerebbe dettata dalla paura di attacchi iraniani. Sarebbe una vittoria postuma per Soleimani

Gepostet von la Repubblica am Mittwoch, 8. Januar 2020

"de Volkskrant" (Amsterdam):

"Die Geschichte lehrt, wie sehr ein amerikanischer Rückzug aus dem Irak dem Terrorismus in die Karten spielt. Schon einmal nämlich sind die amerikanischen Streitkräfte aus dem Irak abgezogen. Das war 2011. (...)

Als die Amerikaner 2013 in den Irak zurückkehrten, war schon nichts mehr zu retten. Falluja, eine Stadt, in der die Amerikaner zuvor in eine gemäßigte Regierung investiert hatten, fiel in die Hände des IS. Gefolgt von Mossul, der zweitgrößten Stadt des Landes. Die irakische Armee war geflohen. Die Frage ist, ob ein amerikanischer Rückzug dieses Mal besser ausgeht. Man hofft, dass die irakische Armee nun - dank internationaler Bemühungen - besser ausgebildet ist. Aber in den Höhlen, Obstgärten und verwüsteten Dörfern, wo Hunderte bis Tausende IS-Krieger auf ihre Chance warten, wissen sie: Vor der irakischen Armee muss sich der IS noch immer nicht fürchten."

"Dagbladet" (Oslo):

"Welche langfristige politische Strategie hinter der Tötung von Qassem Soleimani liegt, versteht vorläufig keiner. Vielleicht selbst Präsident Trump nicht. Klar ist dagegen, dass die Gefahr eines neuen Krieges im Nahen Osten bedrohlich gestiegen ist. Wir haben auf die Rache gewartet. Und sie kam aller Voraussicht nach jetzt: In der Nacht haben Raketen eine Luftwaffenbasis im Irak getroffen. Über den nächsten Schritt - Amerikas Reaktion - wissen wir vermutlich mehr, wenn Trump aufwacht und die Nachrichtensendungen im US-Fernsehen verdaut hat. Der Rest der sogenannten Weltgemeinschaft hat nun eine große Verantwortung, dazu beizutragen, den Konflikt zu deeskalieren."

Iran har utført sitt varslede hevnangrep.

Gepostet von Dagbladet am Dienstag, 7. Januar 2020

"Irish Times" (Dublin):

"Das internationale Mitgefühl für Soleimani mag gering sein, aber Washingtons Schritt, seinen Konflikt mit dem Iran so dramatisch zu eskalieren, lässt den Iran - nicht zum ersten Mal in der Trump-Ära - als den strategisch Klügeren der beiden Kontrahenten erscheinen. Denn während Washington darauf besteht, dass die Entscheidung, (den iranischen General Ghassem) Soleimani zu töten, Ergebnis sorgfältiger Erwägungen war, wirkt sie zunehmend wie ein unüberlegter Fehler.

Das irakische Parlament hat dafür gestimmt, dass die US-Truppen das Land verlassen sollen, was Trump veranlasste, dem Irak - einem Verbündeten der USA - mit Sanktionen zu drohen. Dann schickte das US-Militär einen Brief an seine irakischen Partner, in dem es seine Absicht zum Rückzug bekundete - nur um kurz darauf Äußerungen über einen Rückzug zurückzuweisen. Derweil twitterte Trump, die USA würden auf Angriffe des Irans auch mit der Bombardierung kultureller Stätten - ein Kriegsverbrechen - reagieren. Woraufhin das Pentagon diese Idee ganz und gar ablehnte. Mit anderen Worten: Washingtons strategische Verwirrung ist total."

Opinion: A US presidential administration has yet again ceded moral ground by pursuing targeted assassination in...

Gepostet von The Irish Times am Dienstag, 7. Januar 2020
(Quelle: APA)

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