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Kirche lehnt Segnung homosexueller Paare ab

Kritik auch von christlichen Vereinen

Regenbogen-Flagge Pixabay
Der Regenbogen gilt als Symbol der LGBT-Gemeinschaft. (SYMBOLBILD)

Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare sei unzulässig, das teilte die katholische Kirche Anfang der Woche mit. Auf die Bekanntgabe hagelt es aus vielen Richtungen Kritik. Auch christliche Bewegungen positionieren sich klar gegen die Entscheidung des Vatikans.

Die Kirche beteuert, dass dies aber keine ungerechte Diskriminierung und kein Urteil über die jeweilige Person sei. Außerdem hält die Kirche ihre Anhänger dazu an, homosexuellen Menschen mit „Respekt und Akzeptanz“ zu begegnen.

Kritik von vielen Seiten

Neben LGBT-Vereinigungen (Anm.: lesbian, gay, bisexual and transgender), kritisieren auch Bewegungen innerhalb der Kirche die Stellungnahme der vatikanischen Glaubensvereinigung. Die Kirchenreformbewegung „Wir sind Kirche“ wirft dem Vatikan vor, dass die Entscheidung dazu beitrage „die Diskriminierung homosexueller Menschen, bis hin zu Gefängnis- und Todesstrafen, zu rechtfertigen“. Während Homosexuelle in vielen Teilen der Welt verfolgt und bedroht werden, sei es zynisch die christliche Gemeinde zu Respekt und Akzeptanz aufzurufen.

Segnung nur zulässig, wenn „Gottes Plänen“ gedient wird

Die katholische Kirche sieht die Segnung, und damit die Anerkennung, homosexueller Partnerschaften als unzulässig. Begründet wird dies damit, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht „den Plänen Gottes dienen“. Laut dem Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, sei die Stellungnahme des Vatikans „ein Schlag für all jene Gläubige, die sich ein Zeichen der Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Paaren erhofft haben“. Außerdem hätte die katholische Kirche mit ihrer Entscheidung „die Chance menschenfreundlich und ethisch anschlussfähig zu bleiben“ verspielt.  

Kirche und Staat

Der starke Einfluss des Vatikans auf den Staat ist in Italien Ursache für viele Missstände. So war Italien das letzte westeuropäische Land, das homosexuelle Ehen rechtlich nicht anerkannt hat. Erst 2016 wurden gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften legalisiert. Auf Druck der Kirche wurde das Adoptionsrecht für Homosexuelle jedoch aus dem Gesetz ausgeklammert. Gleichgeschlechtliche Paare können somit in Italien nach wie vor keine Kinder adoptieren.

Statement von Elton John

Auch die britische Popikone Elton John meldet sich zu Wort. Der 73-jährige, offen homosexuelle Sänger spricht angesichts der Entscheidung der Kirche von Heuchelei. Der Vatikan hätte über einen Fonds, neben anderen Investitionen, auch die Verfilmung seiner Biografie „Rocketman“ mitfinanziert. Elton John hat sich bereits in den 80ern als homosexuell geoutet und ist seit 2014 mit dem Filmproduzenten David Furnish verheiratet.

(Quelle: APA)

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