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ver.di startete unbefristeten Streik bei Deutscher Post

Bei der Deutschen Post wird ab sofort gestreikt. Als erste legten am Montagnachmittag Beschäftigte in den Briefverteilzentren die Arbeit nieder. Wie die Gewerkschaft ver.di erklärte, begann der unbefristete Ausstand in Gießen, später in Berlin und Kassel, dann auch in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern. In den kommenden Tagen sollen auch Briefträger und Paketboten einbezogen werden.

Es werden wohl wieder Millionen Briefe und Pakete liegen bleiben oder verspätet ausgeliefert. Der Streik solle bei der Post schnell wirtschaftlichen Schaden anrichten, erklärte Verdi. Im Tarifkonflikt geht es vor allem um die geringere Bezahlung bei regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung.

Das Unternehmen habe sich in den bisherigen sechs Verhandlungsrunden "keinen Millimeter in Richtung einer Lösung" bewegt, hieß es. Darüber hinaus sei ein von ver.di vorgelegtes Angebot "ignoriert" worden, erklärte Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Die Gewerkschaft müsse deshalb nun "den Druck erhöhen".

Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt, in dem vor allem die schlechtere Bezahlung bei den umstrittenen neuen Regionalgesellschaften der Post Knackpunkt ist. Die Mitarbeiter dort werden nicht nach dem Haustarifvertrag der Deutschen Post bezahlt, sondern nach den niedrigeren Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche. ver.di lehnt dies strikt ab und sieht darin einen Bruch früherer Vereinbarungen.

Auch bei der Österreichischen Post gibt es eine "Drei-Klassen-Gesellschaft" - die gutbezahlten (älteren) beamteten Mitarbeiter, die (jüngeren) nicht mehr beamteten Postler und die Mitarbeiter bei der Post-Tochter Feibra.

Unterdessen hat die Fachgewerkschaft DPV am Montag eine Urabstimmung über unbefristete Arbeitsniederlegungen ihrer Mitglieder unter den Beschäftigten der Deutschen Post eingeleitet. Gewerkschaftschef Volker Geyer erklärte, er rechne mit einer "hohen Zustimmung" zu unbefristeten Streiks. Die Mitarbeiter seien "extrem sauer und wütend", da der Konzern seinen Gewinn "auf dem Rücken der Beschäftigten ohne Rücksicht auf Verluste" maximieren wolle.

Die DPV fordert für mehr als 85.000 Brief- und Verbundzusteller 5,5 Prozent mehr Lohn und eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 38 Stunden pro Woche. Zudem will sie die Arbeitsmenge gerechter verteilen und bei der Festlegung der sogenannten Bemessungswerte mitreden. Diese legen laut DPV fest, wie viel Zeit ein Zusteller etwa für die Übergabe eines Einschreibens oder Pakets hat.

(Quelle: S24)

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