Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Verletzte bei Anschlag auf Hilfsorganisation in Afghanistan

Der Angriff dauert noch an APA (AFP)
Der Angriff dauert noch an

Angreifer haben eine Autobombe vor einem Büro der Hilfsorganisation "Save the Children" in Jalalabad gezündet. Anschließend sei es zu Gefechten mit Sicherheitskräften gekommen, sagte der Sprecher der örtlichen Behörden am Mittwoch. Der Angriff dauerte Mittwoch früh zunächst weiter an. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden elf Verletzte in ein Krankenhaus eingeliefert.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. In der Umgebung des Anschlagsorts befinden sich auch Zweigstellen anderer Hilfsorganisationen sowie Regierungseinrichtungen. Einem Gouverneurssprecher zufolge begann der Angriff kurz nach 9.00 Uhr Ortszeit - einem Zeitpunkt, zu dem die meisten Mitarbeiter bereits in die Arbeit gekommen sein dürften. Der Angriff dauerte Mittwoch früh zunächst weiter an. "Ich kann zwei Attentäter hören, sie suchen nach uns", schrieb ein Mitarbeiter, der sich im Gebäude versteckte, in einer WhatsApp-Botschaft an einen Freund, die auch ein AFP-Reporter sah. "Betet für uns, informiert die Sicherheitskräfte."

Afghanistan leidet unter Terror

Mohammed Amin, der sich zum Zeitpunkt des Anschlags auf dem Gelände der Hilfsorganisation befand, sagte AFP vom Krankenhaus aus, er habe eine heftige Explosion gehört. "Wir gingen in Deckung, und ich sah einen Bewaffneten, der den Haupteingang mit einer Panzerfaust angriff, um auf das Gelände zu kommen. Ich sprang aus dem Fenster", sagte Amin. In afghanischen Nachrichtensendern war dicker schwarzer Rauch über dem Gebäude in Jalalabad zu sehen. Mindestens ein Fahrzeug vor dem Gebäude stand offenbar in Flammen. Ein weiterer Augenzeuge sagte AFP: "Es könnte ein größerer Anschlag sein, ich höre Schüsse aus dem Inneren des Save-the-Children-Geländes."

Erst vor wenigen Tagen hatten die radikalislamischen Taliban ein Luxushotel in Kabul attackiert und mindestens 22 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Ausländer. Die Attentäter gingen bei dem mehr als zwölfstündigen Angriff von Zimmer zu Zimmer und suchten gezielt nach Ausländern. Die Unruheprovinz Nangarhar liegt an der Grenze zu Pakistan. Sie gilt als Hochburg der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) und der Taliban. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wurden in Afghanistan in den vergangenen Jahren zunehmend zum Ziel von Anschlägen.

Sicherheitslage drastisch verschlechtert

"Save the Children" ist eine der größten Hilfsorganisationen in Afghanistan. Die NGO arbeitet seit Jahrzehnten in vielen Provinzen und hilft vor allem Kindern und Müttern in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende der NATO-Kampfmission vor drei Jahren drastisch verschlechtert. Die Taliban kontrollieren oder beeinflussen nach Militärangaben mittlerweile wieder rund 13 Prozent des Landes und kämpfen um weitere 30 Prozent. Der IS verübt mehr Anschläge.

(APA/dpa/ag.)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.02.2021 um 01:09 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/verletzte-bei-anschlag-auf-hilfsorganisation-in-afghanistan-57764518

Kommentare

Mehr zum Thema