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Wachstum in Österreich bleibt laut OECD 2015 gedämpft

Wirtschaftswachstum wird erst 2016 anziehen Salzburg24
Wirtschaftswachstum wird erst 2016 anziehen

Die Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) erwartet für Österreich, dass das Wachstum heuer gedämpft bleibt, im kommenden Jahr aber dann anziehen wird. Die Wachstumsprognose für 2015 wurde auf 0,6 Prozent zurückgenommen, im November waren noch 0,9 Prozent erwartet worden. Für 2016 wird ein höheres Wachstum von 1,7 (1,6) Prozent erwartet.

Die Steuerreform dürfte den privaten Konsum ankurbeln, so die OECD in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Economic Outlook. Nachlassende geopolitische Spannungen, eine kräftigere Auslandsnachfrage und die Euro-Abwertung sollten dem Exportwachstum Impulse verleihen. Ein günstiges Umfeld für eine Erholung der Investitionen werde durch die Belebung des Handels und die niedrigen Zinsen geschaffen.

Eine genaue Beobachtung und Aufsicht der Banken sei für die Wiederherstellung des Vertrauens von entscheidender Bedeutung.

"Eine weitere Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen, und insbesondere der Frauen würde dazu beitragen, das Wachstum inklusiver zu gestalten", so die OECD. Vorgezogen werden sollten die Vorbereitungen für die geplante Anpassung des Frauenpensionsalters an jenes der Männer.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat in seiner März-Prognose für heuer ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent und für 2016 von 1,3 Prozent erwartet, das IHS prognostizierte plus 0,8 Prozent für 2015 und 1,6 Prozent für 2016.

Bei der Arbeitslosenrate (ILO-Standard) erwartet die OECD heuer 5,8 Prozent und im kommenden Jahr einen leichten Rückgang auf 5,7 Prozent. Der Finanzierungssaldo der öffentlichen Haushalte in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird für heuer mit minus 2,3 Prozent und für 2016 mit minus 2,1 Prozent prognostiziert.

Die Inflationsrate (HVPI) sieht die OECD heuer bei 0,6 Prozent und 2016 bei 1,6 Prozent. Die Investitionen in Österreich lägen trotz eines Rückganges nach wie vor höher als in anderen europäischen Ländern. Zurückzuführen sei dies zum Teil auf einen größeren Anteil an Investitionen in den privaten Wohnungsbau und Verkehrsinfrastruktur. Potenzielle Impulse für Investitionen und Unternehmertum bringen könnten staatliche Initiativen zur Förderung von Wagniskapital und Crowdfunding und ein intensiveres Engagement im Rahmen des Europäischen Fonds für strategische Investitionen.

Die mit 1. Jänner 2016 in Kraft tretende Steuerreform dürfte den privaten Verbrauch trotz eines projizierten Anstiegs der Sparquote festigen. Beim privaten Konsum erwartet die OECD 2015 einen Zuwachs um 0,8 Prozent, nach plus 0,2 Prozent 2014. 2016 soll es dann zu einer kräftigeren Zunahme um 1,8 Prozent kommen.

Die außenwirtschaftlichen Bedingungen hätten sich dank der dynamischeren Wachstumsaussichten im Euroraum sowie der Euro-Abwertung verbessert. Der starke Wertzuwachs des Schweizer Franken habe die Aussichten für die österreichische Tourismuswirtschaft stark aufgehellt.

Die Fortschritte bei der Deregulierung der Produktmärkte seien "beeindruckend". Darauf sollten sich entsprechende Strukturreformen im Dienstleistungssektor stützen, in dem die Vorschriften und insbesondere die Zugangsbestimmungen nach wie vor zu den strengsten im OECD-Raum zählten.

(Quelle: S24)

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