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Waffenruhe in der Ostukraine hält vorerst

Die Waffen sollen wieder einmal ruhen Salzburg24
Die Waffen sollen wieder einmal ruhen

Der zweite größere Anlauf für eine Waffenruhe zwischen den prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee seit Anfang September hat die Lage im Osten des Landes am Dienstag vorerst beruhigt. Sowohl der ukrainische Präsident Petro Poroschenko als auch Augenzeugen bestätigten die Einhaltung der Feuerpause. Für die geplanten Friedensgespräche in Minsk stand jedoch weiter kein Termin fest.

Bisher sei kein Schuss gefallen, kein Soldat sei getötet worden, sagte Poroschenko bei einem Besuch in Singapur. In der Nacht war in der Rebellenhochburg Donezk noch heftig gekämpft worden, zwei Zivilisten wurden nach Behördenangaben getötet und zehn weitere verletzt.

Auf die Waffenruhe hatten sich die ukrainische Regierung und die Führung der Separatisten in der vergangenen Woche verständigt. Allerdings ist es nicht die erste Vereinbarung dieser Art. Eigentlich sollten im Osten des Landes bereits seit Anfang September die Waffen schweigen, was jedoch scheiterte. Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen mit Waffen und Soldaten zu unterstützen, was Moskau zurückweist.

Auch ein ukrainischer Soldat am bisher heftig umkämpften Flughafen von Donezk bestätigte am Dienstag, dass die Lage "im Moment ruhig" sei. Ein Kollege zeigte sich allerdings skeptisch, ob die Feuerpause halten werde. "Bisher bedeuteten Waffenruhen nur, dass hinterher noch heftigere Kämpfe aufflammten", sagte er. Im Zuge der Feuerpause sollen beide Seiten nun ihre schweren Waffen von der Frontlinie zurückziehen.

Wann Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien in Weißrusslands Hauptstadt Minsk starten könnten, war allerdings weiter unklar. Der erhoffte Beginn am Dienstag könne nicht realisiert werden, teilte das Außenministerium in Kiew mit.

Der Separatistenführer Denis Puschilin aus Donezk bestätigte den Willen der Rebellen zu Verhandlungen und nannte den kommenden Freitag als möglichen Termin. Poroschenko kritisierte in Singapur, dass die Separatisten trotz vorheriger Zusagen Gespräche am Dienstag abgelehnt hätten. Zugleich rief er dazu auf, die Verhandlungen möglichst umgehend aufzunehmen.

Zeichen der Entspannung auf der Energiefront. Der ukrainische Gasnetzbetreiber Ukrtransgaz teilte mit, dass erstmals seit Juni wieder Gas aus Russland geliefert werde. Die Belieferung sei somit zwei Tage früher wieder aufgenommen worden als erwartet. Der ukrainische Energieversorger Naftogaz hatte dem russischen Energiekonzern Gazprom kürzlich mehr als 300 Millionen Euro überwiesen.

In den Niederlanden trafen unterdessen in acht Lastwagen erste Wrackteile des mutmaßlich über der Ostukraine abgeschossenen Flugzeugs der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 ein. Da die meisten der 298 Insassen der am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgestürzten Maschine Niederländer waren, leitet Den Haag die Ermittlungen.

(Quelle: S24)

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