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Weiter keine Spur von malaysischem Flugzeug

Auch knapp eine Woche nach dem Verschwinden der Boeing 777 der Malaysia Airlines fehlte am Donnerstag von der Passagiermaschine jede Spur. Malaysia wies einen Bericht des "Wall Street Journal" zurück, demzufolge die Maschine noch vier Stunden nach dem Abbruch des Kontakts weitergeflogen sein könnte.

Vietnamesische und malaysische Flugzeuge überflogen den Teil des Meeres, in dem auf chinesischen Satellitenaufnahmen schwimmende Gegenstände zu sehen waren, bei denen es sich um Trümmerstücke hätte handeln können. Auf Bitten der malaysischen Regierung wird ein Schiff der US-Marine in die Straße von Malakka verlegt. Laut US-Regierungssprecher Jay Carney könnte die Suche auch auf den Indischen Ozean ausgedehnt werden.

Nach dem Zeitungsbericht könnte die in Kuala Lumpur Richtung Peking gestartete Maschine nach ihrem Verschwinden von den Radarschirmen noch fast 4.000 Kilometer zurückgelegt haben. Demnach hätte sie etwa bis Pakistan, zum Indischen Ozean oder bis in die Mongolei fliegen können. Fachleute würden ihre Vermutungen über einen längeren Flug der Maschine auf automatisch von den Turbinen an die Bodenstation gesendete Daten stützen. Diese Datenübermittlung gehört zu den Standards der Funktionsüberwachung der Maschinen.

Der malaysische Verkehrsminister Hishamuddin Hussein bezeichnete den Zeitungsbericht als falsch. Malaysia Air erklärte, der Triebwerkshersteller Rolls Royce habe nach dem verschwinden der Maschine vom Radarschirm keine weiteren Daten empfangen.

Hussein fügte hinzu, chinesische Satellitenaufnahmen über mögliche Wrackteile seien fälschlicherweise veröffentlicht worden. In US-Ermittlerkreisen hieß es, bei dem chinesischen Bericht handle es sich um ein Ablenkungsmanöver. Auf der Internetseite einer chinesischen Regierungsbehörde hatte es geheißen, ein Satellit habe drei verdächtige Gegenstände fotografiert, die auf dem Meer trieben.

Der deutsche Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt geht davon aus, dass die Suche nach der Boeing noch Wochen dauert. "Das große Problem besteht darin, dass das vermisste Flugzeug mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über dem Meer abgestürzt ist. Das heißt: Es liegt unter Wasser. Dort breiten sich aber keine Radiowellen aus", sagte Großbongardt.

"Es gibt keine vergleichbare Situation", sagte Heinz Sommerbauer, Vorstand der österreichischen Flugsicherung Austro Control, im Gespräch mit der APA. "Es gibt viele Ungereimtheiten, jede Menge Theorien, aber kein gesichertes Wissen", meinte Sommerbauer. Prinzipiell sei es schier unmöglich, dass ein Flugzeug spurlos verschwinden kann, dass alle Sicherungssysteme gleichzeitig versagen.

(Quelle: S24)

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