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"Welt": Meiste Asylentscheidungen in Deutschland getroffen

Die Zahl der Asyl-Entscheidungen in Deutschland ist höher als die Gesamtzahl der übrigen 27 EU-Staaten. (Symbolbild) Uli Deck/dpa
Die Zahl der Asyl-Entscheidungen in Deutschland ist höher als die Gesamtzahl der übrigen 27 EU-Staaten. (Symbolbild)

Heuer sind in Deutschland nach Informationen der Zeitung "Welt" mehr Asylentscheidungen getroffen worden als in den übrigen 27 EU-Staaten zusammengenommen. Wie die Zeitung in ihrer Montagsausgabe unter Berufung auf das EU-Statistikamt Eurostat berichtet, standen im ersten Halbjahr den 357.625 in Deutschland getroffenen Entscheidungen 199.405 Entscheidungen in den übrigen 27 EU-Staaten gegenüber.

Die Angaben beziehen sich auf Erstanträge. Eurostat mache überdies geringere Angaben als das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), das 388.201 Entscheidungen über Erstanträge im ersten Halbjahr 2017 gezählt habe. Ein Vergleich der Asylentscheidungen verdeutliche besser als die Antragszahlen, wie viele Schutzsuchende tatsächlich in den verschiedenen Ländern bleiben, hieß es weiter in dem Bericht. Viele Migranten reisten unerlaubt in ihre bevorzugten Staaten weiter, vor allem nach Deutschland. Seit April 2016 kommen dem Bericht zufolge monatlich rund 15.000 neue Schutzsuchende an. Damit sei Deutschland bis heute das mit Abstand wichtigste Zielland geblieben.

Zahl der Asylanträge in Österreich rückläufig

In Österreich ist die Zahl der Asylanträge im Jahr 2017 weiter rückläufig In den ersten drei Quartalen wurden laut Innenministerium 21.130 Ansuchen um Asyl gestellt. Gegenüber 2016 ist dies ein Rückgang um 43,3 Prozent. Damals wurden von Jänner bis Oktober 37.256 Anträge gestellt.

Von den 21.130 bisherigen Ansuchen wurden 14.983 zum Asylverfahren zugelassen, 6.146 erhielten keine Zulassung, weil es sich entweder um laufende Dublin-Fälle handelt, in denen ein anderes Land für die Flüchtlinge zuständig ist, oder sonstige Gründe dafür ausschlaggebend waren. Dazu kommen 2.727 Verfahren, die bereits 2016 beantragt wurden. Das ergibt 2017 bis Ende Oktober 17.710 Gesamtzulassungen zum Asylverfahren. Die Kapazitätsobergrenze beträgt heuer 35.000 und dürfte damit weit unterschritten werden. 2016 lag sie bei 37.500, insgesamt zugelassen wurden damals 36.030 Verfahren.

Weniger Asylantr?ge Ð Mehr Abschiebungen Salzburg24
Weniger Asylantr?ge Ð Mehr Abschiebungen

Während die Zahl der Asylanträge rückläufig ist, sind die sogenannten Außerlandesbringungen in den ersten drei Quartalen um 13,4 Prozent deutlich gestiegen. Auffällig ist dabei, dass es vor allem mehr zwangsweise Abschiebungen gibt, während die Zahl der freiwilligen Ausreisenden gesunken ist. Insgesamt gab es von Jänner bis Ende Oktober 9.877 Außerlandesbringungen. 2016 waren es im gleichen Zeitraum 8.709. Die Abschiebungen stiegen in den ersten drei Quartalen von 3.841 im Vorjahr auf 5.788 im heurigen Jahr. Laut Innenministerium bedeutet dies eine Steigerung um 50,7 Prozent. Die freiwilligen Ausreisen gingen indes um 16 Prozent zurück und sanken von 4.868 auf 4.089.

(APA/ag.)

(Quelle: S24)

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