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Westbahn setzt auf "frisch und warm" ab Juni 2016

Die Westbahn baut den Gastrobereich aus Salzburg24
Die Westbahn baut den Gastrobereich aus

Die Westbahn und Ankerbrot wollen gemeinsam wachsen. Ein Baustein ist das ab Juni um warme Snacks erweiterte Bahn-Catering-Angebot. Beide Unternehmen stecken in den roten Zahlen. Der Cateringbereich schreibt hingegen Gewinne. Das Credo des Bahnchefs: "Intelligente Lösungen vermeiden Lohndumping."

"Umsätze in siebenstelliger Höhe" und ein "operativer sechsstelliger Gewinn" sei die aktuelle Bilanz der Bahngastronomie, erklärte Westbahn-Chef Erich Forster am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien. Mit der neu anlaufenden Sortimentsausweitung im Gastrobereich hoffen die Westbahn und ihr Zulieferer, der Traditionsbäcker Ankerbrot, auf weitere positive Impulse. Gekoppelt mit den warmen Snacks ist eine Platzreservierung auf den Strecken der Westbahn.

Eine aktuelle Filzmaier-Studie zur Zufriedenheit der Reisenden mit den Snacks auf den Strecken der Westbahn gibt dem Vorhaben gute Chancen. Laut einer im April durchgeführten schriftlichen Befragung des Instituts für Strategieanalysen bewerteten 88 Prozent der Westbahnkunden die Speisen und Getränke mit "sehr gut".

Reservierung und Snack (inklusive Getränk) auf der Westbahn sind ab Juni um 6,90 Euro für Reisende abrufbar und nur online buchbar. Die Snacks werden laut Ankerbrot-Vorstand Andreas Schwarzenberger in vier Varianten von Wien und Salzburg angeliefert. Ankerbrot hat einen Produktionsstandort am Salzburger Hauptbahnhof und am Wiener Westbahnhof.

Personalaufstockungen sind laut Bahnchef Forster dafür nicht angedacht. Ankerbrot werde für die Produktion sein Personal aufstocken, so Schwarzenberger. Zu Beginn rechnet Forster mit täglich zehn bis fünfzehn Online-Bestellungen pro Zug, vorrangig auf der Strecke Wien-Salzburg, wobei täglich rund 34 Zugfahrten von der Westbahn unternommen werden. Ticketkontrolle und Speisen- und Getränke-Service werden von den Bahnangestellten in Personalunion vorgenommen. Ab Ende 2017 soll es zusätzlich Snack-Automaten in den neuen Zügen geben.

"Es ist nicht ganz easy, Sozialstandards zu halten und trotzdem Gewinne zu schreiben", versicherte Forster. Bei der Westbahn bezahle man über dem Kollektivvertrag, so der Bahnchef. "Intelligente Lösungen vermeiden Lohndumping." Die Westbahn bezahlt ihrem Zugpersonal nach eigenen Angaben ein Einstiegsgehalt von 1.840 Euro brutto.

Die Westbahn hält weiters an ihren Plänen fest, mit Auslieferung der neuen Züge bis Innsbruck durchzufahren. Die mehrheitlich private Bahnlinie hat zehn neue Züge im Gesamtwert von 180 Mio. Euro in Bestellung gegeben. Mit den neuen Zuggarnituren will die Westbahn ab Dezember 2017 auch vom Hauptbahnhof Wien nach Salzburg fahren.

An der Westbahn-Muttergesellschaft Rail Holding AG hält der Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner über seine Familien-Privatstiftung einen Anteil von 49,9 Prozent. Die Schweizer Augusta Holding AG hat 32,7 Prozent. Die französische Staatsbahn SNCF ist mit 17,4 Prozent beteiligt. Seit Dezember 2011 macht die Westbahn der ÖBB auf der Strecke Wien-Salzburg Konkurrenz. Bisher hat sie keinen Gewinn erzielt.

Ankerbrot ist seit Oktober 2015 nach mehr als zehn Jahren im Besitz der deutschen Familie Ostendorf wieder in österreicherischer Hand. Der Investor Erhard Grossnigg erwarb in Summe über seine Firmen mehr als 80 Prozent der Anteile, den Rest hält der Vorarlberger Großbäcker Ölz. Der Ankerbrot-Produktionsstandort in Wien-Favoriten gehört ebenfalls den neuen Eigentümern. Ankerbrot erzielt 60 Prozent seiner Umsätze mit der Belieferung des Lebensmittelhandels. Seit Oktober 2014 versorgt Ankerbrot die Westbahn mit kalten Snacks. Ankerbrot will es unter den neuen Eigentümern 2017 wieder in die Gewinnzone schaffen.

(Quelle: S24)

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