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Wiener Popfest kredenzt nicht nur junges Gemüse

Popfest zum sechsten Mal Salzburg24
Popfest zum sechsten Mal

Eine Gottesanbeterin als Maskottchen und ein veganer Auftakt: Das 6. Wiener Popfest bietet vom 23. bis 26. Juli ein dichtes Programm. 57 heimische Live-Acts sind angekündigt, die auf insgesamt zehn Schauplätzen am und um den Karlsplatz präsentiert werden. Der Start auf der Seebühne erfolgt mit dem Vegetable Orchestra, dessen Instrumente verzehrbar sind. Doch nicht nur junges Gemüse ist mit dabei.

Auch Klassiker aus höchst unterschiedlichen Pop-Welten sind im Line-up zu finden. Zum Beispiel: Elektro-Pionier Christian Fennesz, der am Sonntag (26. Juli) die Karlskirche zum Erklingen bringt. Dieser hat sich, als er angefragt wurde, durchaus erstaunt gezeigt, berichteten die heurigen Kuratoren Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo und Radiomacher Stefan Trischler (FM4) am Dienstag bei der Präsentation. Fennesz habe das Popfest für ein Nachwuchsfestival gehalten. Was es nicht sei, wie heute einhellig betont wurde.

Das beweisen auch die Mundart-Aficionados von Attwenger, die am Freitag die Bühne vorm Ententeich entern, sowie die wiedervereinten Austropunker Chuzpe - die, ebenfalls am Freitag, den TU-Prechtlsaal bespielen. Generell liegt heuer der Schwerpunkt auf elektronischem Gebiet bzw. im Bereich Klangerlebnis: "Uns reizen beide besondere Sounds", berichtete Kirchmayr von der gemeinsamen Popfestplanung. Auch sei darauf geachtet worden, dass der Anteil an Musikerinnen möglichst hoch sei, betonte das Kuratoren-Duo.

Der Startschuss für das Gratis-Festival fällt am Donnerstag (23. Juli) um 18.30 Uhr. Nach dem Gemüse-Gastspiel des Vegetable Orchestras folgt auf der Seebühne die Wiener Combo 5/8erl in Ehr'n - featuring Fiva, die mit den Achterln bereits früher gemeinsame Sache gemacht hat. Abschluss-Act der Open-Air-Eröffnung ist der Elektroniker Dorian Concept, der mit Clemens Bacher alias Cid Rim am Schlagzeug und Paul Movahedi alias The Clonius an der Gitarre auftreten wird.

Außerdem mit dabei bei der sechsten Fest-Ausgabe: Yasmo und die Klangkantine, Dubblestandart (die von der jamaikanischen Dub-Koryphäe Lee "Scratch" Perry begleitet werden), Aivery, Fijuka, Clara Luzia, Hella Comet, Hinterland, Mile Me Deaf oder die Newcomer von Ventil. Das erneuerte Wienerlied wird vom Nino mit seiner Formation Krixi Kraxi & die Kroxn oder der Vater-Sohn-Kooperation Worried Man und Worried Boy repräsentiert. Auftrittsorte sind neben der See-Location und der nahen Technischen Universität unter anderem das brut, das Wien-Museum, der Club Roxy oder - heuer erstmals mit dabei - der Sass-Club.

Der Sonntag wird auch heuer wieder sakral begangen: Beim sonntäglichen Ausklang in der Karlskirche sind neben Fennesz die Produzentin und Labelbetreiberin Chra (Christina Nemec) und die Sängerin Anna Kohlweis alias Squalloscope zu bewundern. Auch diskutiert wird beim Popfest: Panels - unter anderem mit Popfest-Mitbegründer Robert Rotifer - erörtern die Frage nach der kolportierten Rückkehr des Austropops.

Maßgebliche Proponenten der neuen rot-weiß-roten Welle sind beim Karlsplatz-Musizieren übrigens nicht mit dabei, also etwa Bilderbuch oder die neuen Superstars von Wanda. Das habe terminliche Gründe, wurde heute betont. Allerdings seien manche Acts schlicht und einfach auch zu erfolgreich und zu teuer geworden. "Das Fehlen dieser Bands ist somit auch ein Teil des Erfolgs der österreichischen Popmusik", befand Robert Rotifer.

Wer lernen möchte, wie man Musik macht, ist beim Popfest ebenfalls gut aufgehoben. Theremin-Virtuosin Dorit Chrysler bietet Workshops an, in denen Laien im Umgang mit dem Elektro-Instrument geschult werden, dem man berührungslos Klänge entlocken kann.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 14.04.2021 um 02:00 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/wiener-popfest-kredenzt-nicht-nur-junges-gemuese-47480125

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