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Yezidisches Massaker an Sunniten im Irak

Mitglieder der verfolgten Minderheit der Yeziden (Jesiden) im Irak haben bei einer Racheaktion nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International 21 sunnitische Araber getötet. Die Angriffe hätten sich am 25. Jänner in den sunnitisch-arabischen Dörfern Jiri und Sibaya in der Sinjar-Region im Nordirak ereignet, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Amnesty-Bericht.

40 Menschen seien bei den Überfällen verschleppt worden, 17 weitere würden vermisst. "Es wurde praktisch kein Haus verschont, die Hälfte der Getöteten waren alte oder behinderte Menschen, Frauen und Kinder", berichtete die NGO. "Wir konnten uns nicht vorstellen, dass die Angreifer die Alten und Kranken attackieren würden, aber sie taten es", zitierte Amnesty einen Mann, der beschrieb, wie sein 66 Jahre alter Vater im Rollstuhl erschossen wurde. Ein Vater berichtete vom Tod zweier Söhne. Einem dritten, zwölf Jahre alten Sohn, wurde demnach vier Mal in den Rücken geschossen, er überlebte aber.

Amnesty-Vertreterin Donatella Rovera nannte es "zutiefst verstörend, dass Mitglieder der Yeziden, die so viel Leid durch den IS erfahren haben, nun selbst solche brutalen Verbrechen begehen". Augenzeugen warfen kurdischen Sicherheitskräften in der Region Amnesty zufolge vor, bei den Angriffen weggeschaut zu haben. Der Amnesty-Bericht erschien zum ersten Jahrestag des Beginns der IS-Offensive im Irak.

Die überwiegend in der Sinjar-Region ansässigen Yeziden sind weder Muslime noch Araber und zählen zu den am meisten von der jihadistischen Organisation "Islamischer Staat" (IS) verfolgten Volksgruppen. Der IS verübte Massaker unter den Yeziden, zwang Zehntausende in die Flucht und verschleppte tausende Mädchen und Frauen, die als Sexsklavinnen missbraucht wurden. Nach Angaben der UNO könnten die Grausamkeiten als Genozid gewertet werden.

(Quelle: S24)

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