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Zealandia: Forscher entdecken achten Kontinent unter Neuseeland

Neuseeland dürfte wohl nur die Spitze des Eisbergs sein. AFP/William West
Neuseeland dürfte wohl nur die Spitze des Eisbergs sein.

Dass unsere Erde über sieben Kontinente verfügt, lernen wir bereits in der Schule. Geologen allerdings sehen die Welt anders und teilen die Landmassen anhand der Erdkruste ein. So kamen sie nun auf einen achten Kontinent, der sich Zealandia nennt.  

Bei Zealandia handelt es sich natürlich nicht um eine auftauchende Landmasse, die sich plötzlich aus dem Meer erhoben hat. Vielmehr handelt es sich um eine andere Einteilung der Landmassen. In der Schule haben wir von sieben Kontinenten gelernt: Europa, Afrika, Asien, Australien, Antarktis, Nord- und Südamerika. Aus geologischer Sicht gibt es aber nur sechs Kontinente, da Europa und Asien zu Eurasien zusammengefasst werden.

Forschergruppe legt Beweise für Zealandia vor

Ähnlich stellt sich der Sachverhalt bei Zealandia dar. Bereits Mitte der 1990er Jahre schlugen Forscher vor, dass die kontinentale Platte rund um Neuseeland Zealandia genannt werden und auch begrifflich getrennt werden sollte. Nun legte in dem Fachmagazin "GSA Today" eine Forschergruppe weitere Belege vor, warum Zealandia tatsächlich zum achten Kontinent erklärt werden sollte.

Keine einfachen Inselketten

Die Autoren der Studie zeigen auf, dass Neuseeland und Neukaledonien nicht einfach nur Inselketten sind, sondern sie Teil einer Kontinentalkruste seien, die nicht mit Australien zusammenhängt. Demnach würde das 4,9 Millionen Quadratkilometer große Zealandia drei von vier Kriterien erfüllen, die einen eigenständigen Kontinent ausmachen, berichtet derstandard.at.

Zealandia erfüllt drei Kriterien

Die elf Autoren der Studie erklären, dass Neuseeland und Neukaledonien nicht nur einfache Inselketten sind. Stattdessen seien sie Teil einer Kontinentalkruste, die eindeutig von Australien getrennt sei. Zealandia würde zumindest drei der vier Kriterien für einen eigenständigen Kontinent erfüllen:

  1. Es gibt Land, das über den Meeresspiegel hinausragt.
  2. Es gibt eine Ansammlung von drei Arten von Gestein: Lava, metamorphes Gestein (Gestein, das durch Hitze geformt wurde) und sedimentäres Gestein (Gestein, das durch Erosion geschaffen wurde).
  3. Verglichen mit der Umgebung besitzt Zealandia eine weniger dichte Kruse.

Vierte Voraussetzung unklar

Die vierte Voraussetzung – nämlich gut definierte Ränder eines großen Gebietes, sodass es als Kontinent bezeichnet werden kann – ist nicht vollkommen gegeben und muss weiter diskutiert werden. Dass es dennoch wichtig sei, Zelandia als eigenständigen Kontinent anzuführen, begründen die Geologen mit weiterer Forschung. Ob nun auch der Lehrplan in den Schulen umgeschrieben werden muss, hängt von der Wissenschaft ab ob Zealandia als Kontinent anerkennt wird.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 09.05.2021 um 10:09 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/zealandia-forscher-entdecken-achten-kontinent-unter-neuseeland-55218547

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