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Polizeigewalt

2 Menschen bei Protesten in Kenosha erschossen

Zusammenstöße mit bewaffneten Gruppen

Bei den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt im US-Staat Wisconsin sind zwei Menschen erschossen worden. Ein weiterer Mensch sei am Dienstagabend bei Zusammenstößen verschiedener Gruppen in der US-Stadt Kenosha verletzt worden, teilte die Polizei mit. Ermittelt wird Berichten zufolge, ob die Schüsse im Zusammenhang mit der Anwesenheit bewaffneter, weißer Milizen in der Stadt standen.

In Kenosha war es bereits den dritten Tag in Folge zu Protesten gekommen, nachdem ein Schwarzer bei einem Polizeieinsatz schwer verletzt worden war. Ein Video in den sozialen Medien zeigte eine Schießerei zwischen Zivilisten. Dabei stürmten mehrere Menschen auf einen Mann mit einem Gewehr zu, während dieser auf sie schießt.

Ausgangssperren in Kenosha

Die Behörden hatten zuvor eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. 300 bis 400 Demonstranten lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte. Anders als den vorangegangenen Nächten wurden aber offenbar keine Gebäude in Brand gesteckt.

Der Fall Jacob Blake sorgt seit Tagen für Proteste und Ausschreitungen in Kenosha. Ein Polizist hatte dem 29-Jährigen am Sonntag mehrfach aus nächster Distanz in den Rücken geschossen. Ein Video zeigt, wie Blake auf ein Auto zugeht gefolgt von zwei Polizisten, von denen einer auf ihn schießt, als er die Autotür öffnet. Blake ist nach Aussage seiner Familie zumindest vorübergehend gelähmt.

Blake wolle offenbar Streit schlichten

"Es wäre ein Wunder, wenn Jacob Blake jemals wieder laufen würde", sagte Ben Crump, der als Rechtsanwalt die Familie vertritt. Der sechsfache Vater habe versucht, einen Streit zwischen zwei Frauen zu schlichten. Ein Polizist habe insgesamt sieben Schüsse abgefeuert, davon hätten ihn vier getroffen, während drei Söhne im Alter von drei, fünf und acht Jahren im Auto saßen, erklärte Crump. Es gebe keine Hinweise, dass Blake bewaffnet gewesen sei. Die Polizei hat nicht erklärt, warum auf Blake geschossen wurde.

Seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Kontrolle durch weiße Polizisten im Mai kommt es in den USA immer wieder zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Zum Teil schlugen die Proteste in Gewalt um.

(Quelle: Apa/Ag.)

Polizisten schießen mehrfach auf Schwarzen

Die USA kommen nicht zur Ruhe

Im US-Staat Wisconsin ist nach gewaltsamen Protesten wegen der Schüsse von Polizisten auf einen schwarzen Amerikaner der Notstand ausgerufen worden. Gouverneur Tony Evers ordnete zugleich eine verstärkte Präsenz der Nationalgarde in der Stadt Kenosha an. Viele sehen den umstrittenen Einsatz gegen den Afro-Amerikaner Jacob Blake das jüngste Beispiel für Rassismus und Polizeigewalt in den USA.

Der 29-jährige Familienvater war am Sonntag in Kenosha durch Schüsse der Polizei in seinen Rücken schwer verletzt worden. Auf einem Video ist zu sehen, wie Blake zu seinem Auto geht, gefolgt von zwei Polizisten mit gezogenen Waffen. Eine der Waffen ist auf seinen Rücken gerichtet. Als Blake die Fahrertür öffnet und sich ins Auto beugt, fallen Schüsse. Nach Angaben des Anwalts der Familie, Ben Crump, saßen in dem Auto Blakes Kinder im Alter von drei, fünf und acht Jahren.

Polizisten feuern aus kurzer Distanz

Nach Angaben von Blakes Vater und des Anwalts ist er infolge der Schüsse von der Hüfte abwärts gelähmt. Kugeln hätten die Wirbelsäule getroffen. "Es wird ein Wunder brauchen, damit er wieder laufen kann", sagte Anwalt Crumb am Dienstag. "Er schoss sieben Mal auf meinen Sohn. Sieben Mal!", sagte Jacob Blake Senior.

Seine Mutter Julia Jackson rief zu friedlichen Protesten auf. Sie habe in Kenosha "viele Schäden" gesehen. Diese Vorfälle spiegelten "nicht das wider, was mein Sohn und meine Familie sind". "Wenn Jacob wüsste, was an Gewalt und Zerstörung passiert, wäre er sehr unerfreut", sagte Julia Jackson.

Notstand in Wisconsin ausgerufen

Gouverneur Evers betonte, dass es eine Grenze zwischen friedlichem Protest und Ausschreitungen gebe, die Familien und Geschäfte gefährdeten. Blakes Vater warf der Polizei einen "sinnlosen Mordversuch" vor. "Sie haben sieben Mal auf meinen Sohn geschossen, als ob er nichts zählt. Aber mein Sohn zählt. Er ist ein Mensch."

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