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Zwist um vermeintlich gestohlene Skulptur im Burgenland

Alles dreht sich um diese Sandsteinskulptur APA (LPD Burgenland)
Alles dreht sich um diese Sandsteinskulptur

Im Burgenland herrscht Aufregung um eine vermeintlich vom Parkplatz des Römersteinbruch St. Margarethen (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) gestohlene Sandsteinskulptur. Nach Medienberichten über den Diebstahl meldete sich der Sohn des verstorbenen Bildhauers Karl Prantl. Er stellte die Skulptur in Pöttsching (Bezirk Mattersburg) auf. Eigentlich geht es aber um einen Streit mit Esterhazy.

Der Ursprung des vermeintlichen Diebstahls liegt im Vorwurf von Sebastian Prantl, Sohn von Karl Prantl und Obmann des Vereins SEB - Symposium Europäischer Bildhauer , ohne Vereinssitz dazustehen. Der Verein habe im August seinen Sitz im Bildhauerhaus in St. Margarethen aufgeben müssen, weil der Eigentümer - Esterhazy - ein Verfahren gegen den SEB angestrebt hatte. Esterhazy meint allerdings, dass man niemanden den Sitz weggenommen habe. Die nun abtransportierte Skulptur habe man zum Anlass genommen, um aufzuzeigen, dass es so nicht gehe, meinte Prantl am Donnerstag auf APA-Anfrage.

Er ist der Meinung - und beruft sich dabei auf ein OGH-Urteil -, dass der Verein "Besitzer, Eigentümer und Urheber" dieser Skulptur sei. Esterhazy sieht das anders. Weil sich die Skulptur auf dem Grund von Esterhazy befunden hat, sei man selbst der Besitzer, hieß es von dem Unternehmen.

Prantl störte u.a. der Platz des Kunstwerks. Es sei eine "Unart", die Skulptur auf einem Parkplatz abzustellen. Er sprach außerdem von "Respektlosigkeit und Unsensibilität".

Die zwei Meter hohe Skulptur des Künstlers Pedro Tramullas wurde nun "in das Ensemble am Hotter von Pöttsching aufgestellt", sagte Prantl. Dort würden sich weitere Skulpturen befinden. Man sei bestrebt, diese unter Denkmalschutz zu stellen. Unter Denkmalschutz stehen auch jene beim Römersteinbruch, allerdings nur jene Skulpturen, die sich auf dem Koglberg befinden. Das Werk Tramullas zählte nicht dazu.

Seitens Esterhazy wolle man nun abwarten, was in der Causa des vermeintlichen Diebstahls passiere. Die Staatsanwaltschaft werde sich damit beschäftigen müssen. Nichtsdestotrotz sei man weiterhin gesprächsbereit, erklärte eine Unternehmenssprecherin der APA.

Gesprächsbereit ist auch Prantl, räumte er ein. Aber: "Die Gesprächsbasis muss eine grundsätzliche und positiv sein. Es geht darum, um die Sache zu kämpfen", so der Vereinsobmann. Eine Rückkehr der Skulptur auf das Areal des Steinbruchs dürfte dem Vernehmen nach aber nur unter der Bedingung, dass man das Bildhauerhaus weiterhin nützen könne, realistisch sein.

Esterhazy betonte, dass man bestrebt sei, im Sinne des Bildhauers Karl Prantl agieren zu wollen und die Skulpturen weiterhin für jedermann zugänglich sein sollen. Von den einst 150 Skulpturen würden aktuell nur noch 46 auf dem Areal stehen. "Uns ist wichtig, dass die Skulpturen dort bleiben", sagte die Sprecherin.

(APA)

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