Jetzt Live
Startseite Service
Rasch handeln

Wie man einen Schlaganfall erkennt

Symbolbild Schlaganfall Bilderbox
Bei einem Schlaganfall braucht es schnelle medizinische Hilfe (Symbolbild).

An den Folgen eines Schlaganfalls ist am Montag der US-Schauspieler Luke Perry verstorben. „Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in westlichen Industrieländern“, erklärt Wolfgang Fleischmann, Notarzt beim Roten Kreuz Salzburg, im S24-Gespräch. Welche Symptome bei diesem medizinischen Notfall auftreten, wie man sich richtig verhält und wie es um die Chancen des Betroffenen steht – wir haben nachgefragt.

Es gibt zwei medizinische Notfälle, die man unter dem Begriff Schlaganfall zusammenfasst. „Zum einen die Durchblutungsstörung des Gehirns, die etwa 85 Prozent der Fälle ausmacht. Weniger häufig treten Hirnblutung auf" ,erklärt Fleischmann.

Schlaganfall: Das sind die Anzeichen

Bei einem Schlaganfall treten unterschiedliche Anzeichen auf. „Bei einer Durchblutungsstörung kann es beispielsweise zu Gefühlsstörungen im Gesicht, in den Armen oder Beinen kommen“, berichtet der Mediziner. Weitere Symptome sind Kopfschmerzen, Sehstörungen und ausgeprägte Lähmungen, im schlimmsten Fall verliert der Betroffene das Bewusstsein.

Bei Verdacht Test durchführen

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall können Angehörige einen raschen vierstufigen Test (FAST – Face, Arms, Speech, Time) durchführen. Zuerst bittet man den Betroffenen, den Mund wie beim Pfeifen zu formen oder die Stirn zu runzeln. „Treten dabei Unterschiede zwischen den Gesichtshälften auf, könnte das ein Hinweis auf eine Lähmung des Gesichtsnervs sein“, erklärt der Notarzt.

Als nächstes überprüft man die Arme: „Betroffene sollen die Arme ausstrecken,dabei die Handflächen nach oben halten und die Augen schließen. Dabei beobachtet man, ob er die Arme über einen längeren Zeitraum in dieser Position halten kann“, skizziert Fleischmann Schritt zwei.

Rasches Handeln essentiell

Da es bei einem Schlaganfall häufig zu Wortfindungsstörungen kommt, bittet man den Betroffenen, etwas zu sagen. „Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr so deutlich sprechen oder haben Schwierigkeiten, Worte zu finden“, erzählt der Experte.

Treten einige dieser Symptome auf, so gilt es Schritt vier einzuleiten. „Die Zeit ist, ähnlich wie bei einem Herzinfarkt, am allerwichtigsten. Je schneller der Betroffene in ein Krankenhaus kommt, umso größer sind seine Chancen, ohne bleibende Schäden davonzukommen“, betont Fleischmann. Daher gebe es keine Zeit zu verlieren und den Notruf zu wählen.

Knappes Zeitfenster

Die Chancen, einen Schlaganfall ohne Folgeschäden zu überstehen, seien von Patient zu Patient unterschiedlich. Wer eine Durchblutungsstörung erleidet, habe allerdings eine bessere Prognose als jemand mit einer Hirnblutung. „Durchblutungsstörungen können medikamentös gut behandelt werden, allerdings ist das Zeitfenster knapp. Man hat ab dem Auftreten der Symptome rund viereinhalb Stunden Zeit, entsprechende Medikamente zur Auflösung der Blutgerinnsel einzunehmen. In diesem Fall hat der Betroffene eine sehr gute Chance, dass keine bleibenden Schäden entstehen“, erläutert der Arzt. Bei einer Hirnblutung seien die Erfolgschancen vom Ausmaß der Blutung abhängig.

Im schlimmsten Fall folgt der Tod

Bleibende Schäden nach einem Schlaganfall können Wortfindungsstörungen oder halbseitige Lähmungserscheinungen sein. Diese können eine bleibende Pflegebedürftigkeit für den Betroffenen bedeuten. Im schlimmsten Fall führt ein Schlaganfall zum Tod.

Luke Perry ist tot.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 4. März 2019

Schlaganfall-Risiko minimieren

Ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko haben langjährige Raucher, Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes underhöhten Cholesterinwerten. Fleischmann betont die Wichtigkeit vorbeugender Maßnahmen, wie eine Gesundenuntersuchung, bei der die Halsschlaggefäße mittels Ultraschall untersucht, der Blutdruck und die Blutfette überprüft werden. Dadurch lässt sich die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, minimieren.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.11.2019 um 07:18 auf https://www.salzburg24.at/service/wie-man-einen-schlaganfall-erkennt-66759118

Kommentare

Mehr zum Thema