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BBU Salzburg: Ein Rettungsversuch

Steigt die BBU ab, wäre Coach Aaron Mitchell nicht zu halten. Krug
Steigt die BBU ab, wäre Coach Aaron Mitchell nicht zu halten.

Sportlich sind die Basketballer der BBU Salzburg nach dem Relegationsturnier aus der 2. Basketball Bundesliga abgestiegen. S24-Sportredakteur und bekennender Basketballfan Oliver Klamminger erklärt, warum trotzdem noch Hoffnung besteht.

Kein Zweitliga-Basketball mehr in Salzburg? Das wäre zu schade um wahr zu sein. Nach dem ernüchternden Abschneiden der BBU Salzburg beim Relegationsturnier in Schwaz in Tirol, steht die Mannschaft vor dem Abgrund. Namentlich nennt sich dieser Abgrund Regionalliga bzw. Salzburger Landesliga. Um diesem Schicksal zu entgehen kämpft BBU-Obmann Harald Bründlinger an allen Fronten. „Wir haben so viel erreicht, das darf man einfach nicht abdrehen“, so Bründlinger im Expertengespräch. Als Sportjournalist, ehemaliger Basketballer und Fan dieser wunderbaren Sportart, liegt mir viel daran, mehr Menschen dafür zu begeistern und die BBU zu retten. Doch erstmal eins nach dem anderen.

„Wir sind selbst Schuld“

Nachdem die BBU im Grunddurchgang sogar mit der Teilnahme an den Playoffs liebäugelte, war die Enttäuschung über das Nichterreichen selbiger sehr groß. Stattdessen ging’s für Aner Levron und Co. ab nach Schwaz zum Relegationsturnier. Nach dem Auftaktsieg gegen die Villach Raiders war die Stimmung im BBU-Lager schon ausgezeichnet und der Klassenerhalt zum Greifen nah. Dann die bittere Niederlage gegen Radenthein, die zum Showdown gegen die heimischen Tirol Silverminers führte. „Wir hätten schon gegen Radenthein gewinnen müssen, aber die haben einen Traumtag erwischt und einfach alles getroffen“, so Bründlinger rückblickend. Für den Showdown gegen die Tiroler fehlte der Truppe von Coach Aaron Mitchell einfach die Erfahrung. „Nach einigen unglücklichen Entscheidungen seitens der Schiedsrichter haben wir einfach die Nerven weggeschmissen“, versucht Bründlinger der Obmann, Manager und Pressereferent zu gleich ist, zu erklären. Dabei hat man die Silverminers im Grunddurchgang sogar schon klar geschlagen. „Aber das ändert nichts. Wir sind selbst Schuld“, so Bründlinger.

Wie geht’s weiter mit der BBU?

Der angesprochene Abstieg in die Landesliga wäre für Salzburgs beste Basketballmannschaft fatal. Sponsoren würden sofort abspringen und Spieler würden sich neue Vereine suchen, da die Salzburger Basketball-Landesliga kaum Bedeutung in der Sportwelt findet. Der einzige Legionär, Aner Levron, hat Salzburg bereits verlassen und bedankte sich bei den BBU-Fans via Facebook-Post. Ein Zerfall der Mannschaft, die bei ihren Heimpsielen knapp 300 Fans in die Sporthalle Alpenstraße lockte, wäre ein gewaltiger Rückschritt. die Mannschaft hat sich nach dem Trainerwechsel zu Beginn der Saison stetig verbessert. Das hat nicht nur das geschulte Basketballer-Auge bemerkt. „Die Frage  nach dem Verbleib von Coach Mitchell kann ich mir eigentlich sparen, oder“, frage ich Harald im Gespräch. Die Antwort war leider klarer als ich sie erwartet habe. „Wenn wir absteigen, haben wir keine Chance ihn zu halten“, schallt es biertrocken zurück. Das würde den nächsten Stich ins Herz aller BBU-Fans und auch mir bedeuten. Der Amerikaner brachte lange verloren geglaubte Siegermentalität zurück nach Salzburg. Ich selbst durfte ihn Anfang der 2000er Jahre noch als aktiven Spieler bei den Fürstenfeld Panthers in der Bundesliga beobachten. Schon damals war er ein absoluter Leader. Diese Tugend brachte er den jungen BBU-Spielern in jedem Training näher. Das bestätigte mir Obmann Harald Bründlinger auch in jedem unserer Gespräche. „Die Jungs kamen sogar zu mir und wollten mehr Trainingseinheiten. Sowas hab ich noch nie erlebt“, erzählte mir Harald noch vor einigen Wochen. Und das alles soll ein Ende nehmen?

Der rettende Strohhalm

„Es gibt noch eine Möglichkeit den Ligaverbleib zu sichern“, öffnet Harald plötzlich die Tür. Ich bin ganz Ohr und hake nach, welche Möglichkeiten es denn da gäbe. Das Ganze steht noch auf wackeligen Beinen, aber es könnte sein, dass die Liga von zehn auf zwölf Vereine aufgestockt wird. Die „Management One Man-Show“ der BBU Salzburg, Harald Bründlinger versucht sich momentan als Lobbyist bei den Verantwortlichen der Liga und den anderen Vereinen. „Die Vertreter der Vereine sehen alle was wir hier in Salzburg erreicht haben. Sie sagen auch, dass man das nicht abdrehen darf“, schildert Bründlinger sein bisheriges Feedback. Der sportliche Wert und die zahlreichen Fans eines Zweitliga-Klubs in Salzburg sollten auch der Liga zu denken geben. Und wie stehen die Chancen diese Wildcard zu bekommen?  „Mein Bauchgefühl sagt – nicht so schlecht“, beendet BBU-Obmann Harald Bründlinger das Gespräch und erfüllt Basketball-Salzburg und einen fanatischen S24.at-Sportredakteur mit Hoffnung.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.08.2019 um 02:09 auf https://www.salzburg24.at/sport/bbu-salzburg-ein-rettungsversuch-42634540

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