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Ashley Barnes wird kein Österreicher

Der ÖFB träumte von Barnes im Nationalteam
Ashley Barnes wird kein Österreicher.

Ashley Barnes wird Österreichs Fußball-Nationalmannschaft nicht verstärken. Wie das Innenministerium am Mittwochnachmittag via Aussendung bekannt gab, wird der Engländer mit rot-weiß-roten Wurzeln nicht eingebürgert. Dies habe eine endgültige juristische Prüfung ergeben. Der ÖFB hatte sich kurz davor noch hoffnungsvoll geäußert, den Stürmer in der EM-Qualifikation einsetzen zu können.

"Wir hoffen weiterhin dank der Unterstützung des Sportministers und Vizekanzlers auf eine rasche positive Lösung im Sinne des Sports", sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner in einem Statement. Der für den Premier-League-Club Burnley spielende Barnes wäre eine "wertvolle Unterstützung für das Nationalteam" im Rennen um einen EM-Startplatz. Keine zwei Stunden später flatterte die Kunde aus dem Innenministerium ins Haus.

Großmutter aus Österreich

Im Ministerrat wurde das Thema Barnes zuvor nicht behandelt und auf die juristische Prüfung verwiesen. Barnes wäre durch seine österreichische Großmutter für die Nationalmannschaft spielberechtigt. Der 29-Jährige ist in Bath nahe Bristol geboren und aufgewachsen. Er spielte bisher nur in Englands Ligen. Bei Burnley hat sich der Angreifer diese Saison mit neun Toren in 33 Pflichtspielen in den Vordergrund gerückt.

Teamchef Franco Foda war zuletzt nach England gereist, um Barnes persönlich zu beobachten. Eine Einberufung für die Auftaktspiele der EM-Qualifikation gegen Polen (Wien, 21. März) und Israel (Haifa, 24. März) stand im Raum. Am Montag verkündete das Sportministerium jedoch, dass Barnes Einbürgerungskriterien nicht erfülle. Diesen Standpunkt vertrat das Innenministerium auch am Mittwoch.

Strenge Kriterien für Einbürgerung

Die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft sei demnach an strenge Kriterien gebunden. Barnes erfülle diese nicht, legte sich das Ministerium fest. Besonders die Erbringung von Leistungen in Österreich und die Einsetzbarkeit im Nationalteam seien einerseits als "bereits erbrachte Leistungen" und andererseits als "zu erwartende außerordentliche Leistungen" im Interesse von Österreich von zentraler Bedeutung. Diese seien auch bei Forschern und Künstlern zentraler Bestandteil einer möglichen Einbürgerung.

Ein Abrücken vom Kriterium, dass ein Staatsbürgerschaftswerber die Leistungen bereits in Österreich erbracht haben muss, würde eine wesentliche Veränderung der gängigen Praxis bedeuten. "Es stellt sozusagen eine 'Conditio sine qua non' dar. Daher ist die Ablehnung vom zuständigen BMI aus rechtlich inhaltlich nachvollziehbaren Gründen erfolgt und zu akzeptieren", schrieb das Innenministerium.

ÖFB-Boss zeigt sich enttäuscht

Beim ÖFB war man schon am Dienstag über das Vorgehen der Politik nicht erfreut. Man habe mit dem Sportministerium Rücksprache gehalten und konkrete Signale erhalten, dass die Möglichkeit einer Einbürgerung bestehe, meinte Windtner. Barnes wurde am 6. April 2018 erstmals vom ÖFB kontaktiert. An seiner Einbürgerung wurde in den letzten Monaten intensiv gearbeitet. "Das ist gegenüber dem Spieler menschlich peinlich und für den ÖFB als Organisation überraschend, dass aufseiten der Politik auf einmal eine andere Entscheidung kommt, die ich sehr bedauere", meinte Windtner.

(APA)

(Quelle: APA)

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