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Austria Salzburg: Von Lagerkollern und Lizenzhürden

Zwischen Austria Salzburg und Liefering geht es in der Saison um den Relegationsplatz. KRUG
Zwischen Austria Salzburg und Liefering geht es in der Saison um den Relegationsplatz.

Die Austria Salzburg will eine Klasse weiter nach oben, das ist kein Geheimnis mehr. Dazu müssen die Violetten einige Lizenzhürden nehmen und dürfen sich sportlich keine Umfaller leisten. Über den Stand der Dinge in Maxglan.

Der Antrag für die Bundesliga-Lizenz ist gestellt, die Verantwortlichen bei der Austria Salzburg haben einige lange Tage und kurze Nächte hinter sich. Während die Vereinsführung einen dicken Schinken mit Anforderungen für den Lizenzerwerb durchackerte, hat sich das Team auf sportlicher Seite punktuell verstärkt. Die Mannschaft sei intern intakt, so die violette Cobra Marko Vujic am Montag bei einer Pressekonferenz. Aber alles der Reihe nach.

Der Weg zur Lizenz

Die Anforderungen, um sich für eine Bundesliga-Lizenz zu qualifizieren, bestehen aus zwei Säulen. Einmal ist das eine ligataugliche Sportanlage, auf der anderen Seite steht ein Budget, das für den Profibetrieb gut ist. In Sachen Stadion wurde einiges kolportiert, es habe auch viele Gespräche gegeben, so Obmann Walter Windischbauer. In Grödig ist die Zufahrtssituation nicht zufriedenstellend, außerdem hat Grödig-Manager Christian Haas schon vorweg abgewunken. In dem von der Konkurrenz bespielten Stadion in Siezenheim wären aufgrund der Größe die Sicherheitsmaßnahmen zu teuer, die Gastronomie könnte nicht selbst gemacht werden, man müsste Embleme tauschen. So blieb das Maxglaner Stadion als Lösung, allerdings „keine langfristige“, wie Windischbauer betonte. Die beschränkte Zuschauerkapazität von 1.766 Plätzen sei ein Problem, die nächste Saison werde aber sicher in der alten Anlage gespielt. Für den Fernsehbetrieb müsste eine HD-taugliche Flutlichtanlage her, für die Investitionen von 400.000 bis 500.000 Euro solle die öffentliche Hand aushelfen. Die Verhandlungen mit der Stadt Salzburg würden positiv laufen, so Windischbauer weiter. Das bestätigte auch Bürgermeister Heinz Schaden am Montag, im Gespräch mit der S24.at-Sportredaktion.

Der Budgetkampf

Um ein bundesligataugliches Budget aufzustellen – 1,5 Millionen gelten als unterstes Limit – mussten Windischbauer und Co. einer Reihe von Salzburger Unternehmen eine theoretische Zusage abringen. Schließlich konnte der Austria-Vorstand Hauptsponsor MyPhone von einer Aufstockung überzeugen. Zehn weitere Salzburger Betriebe sollen fünfstellige Beträge zugesagt haben. Darunter auch Gönner die schon zu den glorreichen violetten Bundesliga-Zeiten an Board waren, bestätigte Windischbauer am Montag. Namen wollte er im Insider-Gespräch mit der S24.Sportredaktion allerdings noch keine nennen. Keine leichte Aufgabe, diese Zusagen in trockene Tücher zu bringen – für den Fall eines Aufstieges, von dem zum Zeitpunkt des Lizenzantrages noch niemand weiß, ob er gelingen wird. Auch sportlich kommt auf die Austria im Frühjahr noch einiges zu.

Keine Umfaller erlaubt

„Wir werden uns nicht viele Umfaller leisten dürfen, vielleicht gar keine“, gab Goalgetter Marko Vujic zu Protokoll. Auch wenn Neuzugang Aleksander Simic meint, dass die Violetten „sicher nicht schlechter sind als Liefering“, ist es kein Geheimnis, dass der Red-Bull-Ableger FC Liefering aus Möglichkeiten schöpft, die der Austria Salzburg in der Form fremd sind. Man hofft bei den Heimspielen auf den „zwölften Mann“ und kann darüber hinaus auf einige vielversprechende Neuzugänge zählen. Neben Sebastian Baumgartner, Aleksandar Simic, Vait Ismaili, Dalibor Stojanovic wurde mit Mersudin Jukic ein weiterer Stürmer geholt. Vorne ist man mit Jukic, Vujic, Hübl und auch Onisiwo nun gut besetzt für ein Team, das im Herbst in der Regel mit einer Spitze spielte. „Wir haben in der Vorbereitung viel probiert“, so Vujic, lässt aber offen, ob sich andere Systeme als das bewährte 4-2-3-1 durchgesetzt haben. Der ein oder andere Stürmer wird wohl auf der Bank bleiben. Ein Problem könnte die Umstellung von Kunstrasen auf das natürliche Pendant sein, bisher hat Violett nur auf Kunstrasen gespielt.

Die Ballkünstler der Austria Salzburg brennen auf jeden Fall auf den Saisonauftakt. „Ich krieg schon fast einen Lagerkoller“, freut sich Marko Vujic auf das Ende eines langen Winters. Einst feierte die „Cobra“ sein Debüt im violetten Dress gegen die Altach Amateure – bei einem 2:2. „Diesmal fahren wir hoffentlich mit einem besseren Ergebnis nach Hause“, so der 29-Jährige. Frühjahrsauftakt ist am Samstag um 15 Uhr.

 

Zugänge:

  Aleksandar Simic (Mittelfeld, SV Grödig)
  Sebastian Baumgartner (Torhüter, Oberndorfer SK)
  Vait Ismaili (Mittelfeld, TSV Hartberg)
  Dalibor Stojanovic (Mittelfeld, NK Domzale)
  Mersudin Jukic (Stürmer, SV Grödig)

Abgänge:

  Benjamin Taferner
  Misel Danicic
  Peter Urbanek
  Sefer Seferovic

Aufgerufen am 20.04.2019 um 07:09 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/austria-salzburg-von-lagerkollern-und-lizenzhuerden-42704140

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