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"Noch zwei Finalspiele"

Salzburg trotz Premieren-Pleite auf CL-Aufstiegskurs

Bullen erstmals nach 195 Tagen geschlagen

Salzburg verliert nach 195 Tagen und 28 ungeschlagenen Spielen wieder ein Fußballspiel. In der vierten Champions-League-Runde ringt Wolfsburg am Dienstagabend vor 16.112 Fans die Bullen mit 2:1 (1:1) nieder. Die Salzburger haben in der Eliteliga noch "zwei Finalspiele" und führen die Gruppe G weiterhin an.

Seit der Jahrtausendwende, als Sturm Graz 2000 das letzte Mal den Aufstieg in der Champions League (CL) als Gruppensieger feierte, war kein österreichischer Verein in der K.o.-Phase der Eliteliga vertreten. Da Salzburg im vierten Königsklassen-Spiel kein Triumph gelang, bleibt dies vorerst auch so.

 

Jaissle spricht nicht vom Aufstieg

Die Bullen haben den Aufstieg allerdings noch selber in der Hand und führen nach vier Runden und sieben Punkten die Tabelle an. Dieser scheint für Trainer Matthias Jaissle allerdings weiterhin nicht präsent. Der 33-Jährige will das Wort "Aufstieg" nicht als Ziel weiterhin in den Mund nehmen.

Die Paralellpartie entschied Lille mit einem 2:1-Erfolg beim FC Sevilla für sich. Somit ist die Gruppe G wieder völlig offen. Die Franzosen stoßen dadurch mit fünf Zählen punktegleich mit Wolfsburg auf Rang zwei vor. Letzter sind die Spanier mit drei "Körndln".

Adeyemi vergibt Großchance

Tempo, Feuer, viel Leidenschaft und zwei Riesen-Aufreger: Die Anfangsphase hatte vieles zu bieten.

Nach exakt 66 Sekunden tauchte Salzburgs neuer Superstar Karim Adeyemi vor Keeper Koen Casteels auf. Der Neo-DFB-Stürmer, der vor Deutschlands Teamchef Hansi Flick sein Können zeigen durfte, vergab allerdings die erste Großchance. Der 19-Jährige wurde von Maximilian Arnold noch entscheidend gestört und schoss links am Kasten vorbei. Bereits im Hinspiel schlug er in der Startphase zu – diesmal allerdings nicht.

Blitzstart für Wolfsburg

Nur wenige Augenblicke später zappelte der Ball allerdings auf der Gegenseite im Netz.

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Diese Salzburg-Elf (weiß) traf in der dritten Champions-League-Runde auf Wolfsburg.

Die Noten der Salzburg-Kicker

Salzburg verlor am Dienstag in der vierten Champions-League-Runde in Wolfsburg mit 2:1 (1:1). SALZBURG24-Sportredakteur Aleksandar Andonov präsentiert die Bullen-Noten zum Spiel in der Einzelkritik. …

Paulo Otavio spielte auf Yannick Gerhardt, der Rasmus Kristensen stehen ließ und einen idealen Stanglpass spielte: Im Zentrum lief Ridle Baku mit, dessen 1:0-Führungstor nur mehr einer einfachen Übung auf das fast frei stehende Tor galt.

"Es war ein bisschen ein Aufweck-Signal für uns, auch wenn das Gegentor nicht so viel mit uns gemacht hat", erklärte Maximilian Wöber.

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Hier schockt Wolfsburgs Ridle Baku (grün) die Salzburger bereits in Minute drei.

Salzburg geschockt

Salzburg wirkte geschockt und kam nicht so richtig in die Partie. Mit vielen langen Bällen und fehlenden Ideen im Spielaufbau taten sich die Österreicher bis zur 25. Minute sehr schwer. "Wir sind nicht zufrieden, aber unser Spiel, unsere Leidenschaft, unsere Qualität war schon top. Es war heute nicht in unserer Richtung, aber so ist Fußball", bilanzierte Bulle Rasmus Kristensen.

Wöber trifft per Traum-Freistoß

"Wir sind von den Wolfsburgern brutal bestraft worden, die extrem effektiv waren. Wir waren halt nicht so effektiv vor der Kiste", verlautbarte Jaissle.

Die jüngste Elf der Königsklasse meldete sich allerdings stark retour.

Maximilian Wöber zimmerte einen Freistoß aus rund 25 Metern ins rechte Eck. Beim guten Schuss des Innenverteidigers sah Goalie Koen Casteels nicht sonderlich glücklich aus.

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Die Bullen-Kicker in der Einzelkritik von SALZBURG24-Sportredakteur Aleksandar Andonov.

Für den österreichischen Nationalspieler war es der erste CL-Treffer der Saison – für Salzburg der siebte im vierten Spiel.

Die Maßarbeit des Defensivspielers wirkte wie ein Weckruf. Die Bullen übernahmen das Kommando und diktierten das Spiel.

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Maximilian Wöber (li.) bejubelt mit Jerome Onguene seinen Traumtreffer per Freistoß.

Weghorst und Seiwald mit gefährlichen Aktionen

Nachdem der wieder genesene Sturmtank Wout Weghorst bei seinem Comeback die Wölfe nach einer hohen Hereingabe beinahe in Front gebracht hatte, hatte Nicolas Seiwald einen Energieanfall. Der Kuchler tankte sich auf der linken Seite durch, brachte den Ball aber nicht an Casteels vorbei.

Adeyemi fehlt Präzision und ist selbstkritisch

In Hälfte zwei behielten die Salzburger weiterhin die Oberhand und fanden erneut eine Top-Chance durch Adeyemi vor.

Der Wirbelwind zog nach einem Okafor-Pass auf und davon, setzte die Kugel diesmal aber rechts am Kasten vorbei. Es war nicht der Tag von Adeyemi, den Jaissle in Minute 62 runternahm.

"Unser Spiel war nicht schlecht. Die Chancenverwertung hat es uns dabei nicht leicht gemacht. Heute bin ich extrem enttäuscht von mir selber. Ich habe kein gutes Spiel gemacht und der Trainer hat mich zu Recht runtergenommen", erklärte Adeyemi gegenüber DAZN.

Nmecha erzielt Siegestreffer für Wölfe

Davor erzielten allerdings die Wölfe den zweiten Treffer des Tages. Lukas Nmecha verwertete einen Traumpass von Arnold mit dem zweiten Ballkontakt und hämmerte den Ball unhaltbar für Köhn unter die Latte – Wöber sah dabei etwas zaghaft aus.

In der Schlussphase gelang den Bullen nicht erneut eine Antwort. So verlor Salzburg nach 195 Tagen und 28 Spielen in Serie erstmals ein Pflichtspiel. Für Jaissle war es die erste Pleite seit 21 Pflichtspielen.

"Zwei Finali – das ist Champions League"

"Es waren die Kleinigkeiten, die heute nicht gepasst haben. Die waren heute nicht für uns. Aber wir können stolz sein, wir haben super gespielt, wir haben es super gemacht. Wir müssen es besser machen, wir müssen schärfer sein. Jetzt haben wir noch zwei Finali in der Gruppe – das ist Champions League. Du kannst ein Spiel verlieren, das ist ganz normal", betonte Kristensen.

Wolfsburg gelingt der erste Sieg in der Eliteliga und mischt wieder mit im Konzert der Großen. Die Niedersachsen haben ihre sechs der letzten sieben Heimspiele in der Champions League gewonnen.

(Quelle: SALZBURG24)

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