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Salzburger "fassungslos"

Bundesliga ermittelt gegen LASK

Linzer kündigen Kooperation mit Liga an

Die Fußball-Bundesliga hat am Donnerstag beim zuständigen Senat 1 ein Verfahren gegen den LASK eingeleitet. Laut einer Aussendung wurden der Liga Videos übermittelt, welche ein reguläres Mannschaftstraining zeigen sollen. Derzeit sind aber aufgrund der Corona-Vorgaben nur Einheiten in Kleingruppen und in vorgegebenen Abständen erlaubt. Beim FC Red Bull Salzburg reagierte man darauf "schockiert und fassungslos". Der LASK hat noch am Abend Stellung genommen.

Nur einen Tag nach der Festlegung eines Termins für den Meisterschafts-Neustart droht der Bundesliga ein handfester Skandal. Auf Basis dieser Indizien wurde vom Vorstand ein Verfahren beim zuständigen Senat 1 wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Grundgedanken des Fairplay eingeleitet und der Klub zur Stellungnahme aufgefordert. "Aufgrund der Vorbildwirkung des Fußballs, insbesondere in der aktuellen Situation, und zur Wahrung der sportlichen Integrität gilt es, den Sachverhalt rasch und vollständig aufzuklären", heißt es in einer Aussendung. 

Der Strafrahmen wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Grundgedanken des Fairplay reicht laut Paragraf 111a der ÖFB-Rechtspflegeordnung von einer Ermahnung über eine Geldstrafe und Punkteabzüge bis zu einem Zwangsabstieg und einem Ausschluss aus dem ÖFB. 

Bundesliga startet Anfang Juni

Die Ereignisse vom Donnerstag kommen für die Liga zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Erst am Mittwoch war nach zähem Ringen die Verordnung des Gesundheitsministeriums veröffentlicht worden, wonach die Oberhaus-Vereine ab Freitag das Mannschaftstraining aufnehmen und in weiterer Folge auch die Meisterschaft fortsetzen dürfen. Daraufhin hatte die Liga ebenfalls am Mittwoch den 2. Juni als Neustart festgelegt, das Cup-Finale zwischen Red Bull Salzburg und Austria Lustenau wurde mit 29. Mai fixiert. Die bisher letzten Bundesliga-Partien fanden am 8. März statt.

Salzburger sind "schockiert und fassungslos"

In einer Stellungnahme vom Nachmittag distanziert sich der FC Red Bull Salzburg "mit aller Schärfe von diesem Verhalten." Man werde auch weiterhin die Vorgaben der Regierung strikt einhalten. Die verantwortungsvolle und sichere Fortführung des Bundesliga-Bewerbes hätten weiterhin oberste Priorität. Bullen-Boss Stephan Reiter dazu: "Wir sind schockiert und fassungslos über die Vorgehensweise des LASK. Seit vielen Monaten arbeiten wir gemeinsam so hart an Perspektiven, nicht nur für den österreichischen Bundesliga-Fußball. Offensichtlich sind sich nicht alle Klubs und Personen dieser großen Verantwortung bewusst."

Während der Corona-Pause zählte der LASK zu jenen Clubs, die sich kritisch zu einer möglichen Fortsetzung äußerten. Erst vor wenigen Tagen erfolgte ein öffentlich verkündeter Meinungsumschwung. Von den Linzern gab es zu den Vorwürfen vorerst noch keine Stellungnahme. 

LASK kündigt Kooperation an

Der LASK hat noch am Abend Stellung genommen. In der Mitteilung gab es zum Vorwurf, der Tabellenführer habe verbotenerweise Mannschaftstrainings durchgeführt, kein wirkliches Dementi. Außerdem kündigten die Linzer in der Causa ihre Kooperation an. In der Aussendung hieß es unter anderem: "Es lag und liegt uns fern, uns - wie nun unterstellt wird - durch Trainingsmaßnahmen einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu erschleichen. Wie eine im Rahmen eines nächtlichen Einbruchs illegal angebrachte Kamera festgehalten hat, wurden offenbar im Training die Abstandsregeln nicht konsequent eingehalten. Wir nehmen dies zur Kenntnis und werden mit dem Senat 1 der Bundesliga in jeglicher Form kooperieren und uns dort erklären."

Außerdem teilten die Oberösterreicher mit: "Um den Spiel- und Trainingsbetrieb nicht zu gefährden, unterzieht der LASK seine Spieler seit längerem auf eigene Kosten engmaschigen PCR-Testungen. Weil für uns die Gesundheit aller Beteiligten an erster Stelle steht, wurden die Intervalle der Tests bewusst kurzgehalten! Im Lichte dieser Tatsachen ist ein Ansteckungsrisiko im Rahmen unseres Trainings de facto ausgeschlossen. Es lag daher zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung unserer Spieler oder anderer Personen vor." Die Maßnahmen des LASK seien strenger als jene, die für den freien Trainingsbetrieb vorgeschrieben sind.

Linzer stellen Anzeige bei Polizei

Die oberösterreichische Polizei hat zuvor bestätigt, dass bei ihr eine Strafanzeige des LASK vorliegt. Es wurden auch bereits "Ermittlungen gegen zwei Personen und mögliche Hintermänner wegen des Verdachts des Einbruchs, des Missbrauchs von Tonaufnahme- oder Abhörgeräten und Wirtschaftsspionage aufgenommen", teilte Polizeisprecher David Furtner mit. Der LASK hatte kurz bevor die Bundesliga mitteilte, dass gegen ihn ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Grundgedanken des Fair-Play eingeleitet wird, in einer Aussendung jene Anzeige publik gemacht. Auf einem Foto sind zwei Personen zu sehen. Gegen diese Unbekannten ermittelt nun die Polizei wegen möglicher strafrechtlicher Delikte. Laut dem Tabellenführer sollen sie in der Nacht auf Mittwoch in die Raiffeisen-Arena in Pasching eingebrochen sein und dort eine Überwachungskamera angebracht haben.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Grünes Licht für Fußball-Bundesliga

Jubel, Red Bull Salzburg GEPA/Red Bull

Österreichs Bundesregierung hat der Fußball-Bundesliga Grünes Licht für den Neustart erteilt. Wie Sportminister Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) gemeinsam mit Liga und ÖFB erklärten, kann die seit Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzte oberste Liga unter strengen Bedingungen Anfang Juni ohne Zuschauer fortgesetzt werden.

Vor zwei Wochen noch hatte die Lage hinsichtlich einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs wesentlich schlechter ausgesehen. Damals war das Sicherheitskonzept von der Politik aufgrund unzureichender Quarantänemaßnahmen abgelehnt worden. Nun hat man sich geeinigt: Kernpunkt ist in diesem Zusammenhang, dass im Fall eines positiv getesteten Spielers dieser zwar in häusliche Quarantäne muss und nicht mehr trainieren darf. Seine Teamkollegen dürfen dagegen weiter trainieren und sogar Matches absolvieren, solange sie negative Corona-Testergebnisse vorweisen können.

Fußball-Bundesliga als Testballon

Die Bundesliga soll als Testballon für Mannschaftssportarten steigen. "Es ist bewusst formuliert ein Modellversuch mit wissenschaftlicher Begleitung", sagte Anschober zur APA. "Diesen Prozess schauen wir uns jetzt einmal an. Wie funktioniert er? Haben wir positive Test-Ergebnisse? Wie können wir damit umgehen? Wir betreten damit völliges Neuland." Bei Neuem, das räumte der Oberösterreicher ein, gebe es auch immer "etwas zum Nachjustieren". Kogler kommentierte die Entscheidung, die mit gesamtgesellschaftlichen Lockerungen einhergehe, so: "Das ist ein bemerkenswerter Schritt, der ist gar nicht so klein."

Wann dürfen Zuschauer wieder ins Stadion?

Ob und wann wieder Zuschauer in den Stadien sein dürfen, könne man, so Anschober, derzeit nicht sagen. Auch Entscheidungen, etwa dass bis zum Vorliegen eines Impfstoffes gegen Covid-19 unter Zuschauer-Ausschluss gekickt werden muss - wie in den Niederlanden angedacht - sollen derzeit noch nicht getroffen werden. "Das wird im Einvernehmen mit überhaupt Großveranstaltungen wie Großkonzerten zu klären sein", meinte Anschober. "Das müssen Regeln für alle sein. Da müssen wir abwarten, wie sich die Corona-Situation insgesamt entwickelt."

Sowohl Politik als auch die Fußball-Verantwortlichen betonten, dass das Grüne Licht nicht gleichbedeutend mit einer "Lex Bundesliga" sei. Denn auch anderer Mannschaft-Sport soll ab Inkrafttreten der Lockerungs-Verordnung am 15. Mai wieder möglich sein. Die von Sportminister Kogler skizzierten Voraussetzungen allerdings sind schwer zu heben: Outdoor-Mannschaftssport mit Spitzensportcharakter ("wo Einkünfte erzielt werden") und ein Betrieb, der das von Bundesliga und Ministerien erarbeitete Hygiene-und Präventionskonzept vollumfänglich umsetzen kann. Dafür ist neben finanziellen Mitteln u.a. auch ein Mannschaftsarzt notwendig, der regelmäßige Gesundheitschecks durchführt.

"Der Mannschaftsarzt hat eine Aufwertung in dieser Situation", sagte Anschober mit Blick auf die Bundesliga. Die Club-Ärzte hätten nun eine zusätzliche Autorität und "eine besondere Verantwortung auch der Gesellschaft gegenüber." Eine solche habe auch der einzelne Spieler zu tragen. "Dass das gut geht - das wünsche ich mir auch als Fußballfan - hängt auch vom Verhalten des einzelnen Spielers ab."

Entscheidende Phase im Juni

Anschober betonte: "Es wird für uns im Juni eine entscheidende Phase geben, wo wir uns wissenschaftlich tatsächlich noch mehr im Detail ansehen - auch mit externen Inputs -, wie die virologische Situation in Österreich jenseits der offiziellen Testergebnisse ist." Da soll der Frage nachgegangen werden, wie groß der Teil derer ist, die unwissentlich erkrankt sind. Anschober: "Das sind so Fragen, bevor man die letzte große Öffnungsstufe setzt."

Von einer solchen wären dann wohl auch weitere Amateur-Sportler wie die Fußballer im "Unterhaus" betroffen. Die Freizeit-Kicker dürfen zwar ebenfalls ab Freitag wieder mit dem Ball trainieren. Denn das Betretungsverbot für Sportstätten und Mannschaftssport im Freien wird aufgehoben. Allerdings gilt im Amateur- und Breitensport weiterhin eine 2-Meter-Abstandsregel. Spiele und Training mit Körperkontakt sind damit weiter nicht möglich

Aufgerufen am 30.11.2020 um 06:55 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/corona-regeln-missachtet-bundesliga-leitet-verfahren-gegen-lask-ein-87559879

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