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Trainer statt Lehrer

Ingolitsch: Jüngster Co über kometenhaften Aufstieg

Vor 20 Monaten wurde Fabio Ingolitsch als jüngster Co-Trainer in der 2. Liga beim FC Liefering ins kalte Wasser geschmissen. Mit uns spricht der 26-Jährige über Salzburg-Trainer Marco Rose, seinen kometenhaften Aufstieg, den Sprachbarrieren mit den "Stars von Morgen" und wie er seinen "brutalen Perfektionismus" am Platz ein wenig entschärfen konnte.

Im Juli 2017 hätte Ingolitsch eigentlich Lehrer am St. Johanner Gymnasium werden sollen. Wie es das Schicksal wollte, veränderte ein Anruf von Liefering-Geschäftsführer Manfred Pamminger sein gesamtes Leben. Der Bischofshofener erfüllte sich mit Gerhard Struber und Janusz Gora seinen Traum. Mit 20 Jahren schlug er seine Laufbahn als Fußball-Lehrer ein, absolvierte alle Leistungsstufen im Eiltempo und konnte sich schlussendlich mit 24 Jahren "jüngster A-Lizenz-Trainer Österreichs" nennen.

Fabio Ingolitsch - Co-Trainer beim FC Liefering GEPA/Red Bull
Fabio Ingolitsch (re.) machte unter Gerhard Struber, dem Ex-Chefcoach bei Liefering, als Trainer einen riesen Entwicklungssprung.

Unter Ex-Chefcoach Struber, der nun in den Scouting-Bereich gewechselt ist, konnte sich Ingolitsch vollends entfalten. "Ich hatte null Erfahrung im Profi-Geschäft und versuchte alles aufzusaugen. Vor allem der tägliche Kontakt mit den Youngsters und zehn bis zwölf Stunden Fußball am Tag bringen dich da enorm weiter", erklärte der Magister in Naturwissenschaften (Geographie und Philosophie). Nun hat er nach einem durchwachsenen Herbst und Rang neun mit Chefcoach Gora die komplette Verantwortung erhalten, ein zusätzlicher Mann wurde ihnen nicht vorgesetzt. "Dadurch kann ich mich als Co-Trainer noch mehr entfalten und beschäftige mich noch intensiver mit den Spielern."

Anif-Trainer Thomas Hofer soll laut Pamminger nicht als neuer Cheftrainer im Gespräch gewesen sein.

Fabio Ingolitsch - Co-Trainer beim FC Liefering GEPA/Red Bull
Fabio Ingolitsch (re.) pflegt den intensiven Kontakt zu den Jungbullen.

Unter der Regie von Gora verpasste der ehemalige Salzburger-Liga-Kicker der Lieferinger "Boyband" eine Frischzellenkur. Etliche U-18-Kicker wurden hochgezogen. Just zum Rückrundenstart wurde das am Freitag beim 4:0 über Horn belohnt. "Alle Spieler geben Gas, es herrscht ein geiler Spirit im Team", ließ Ingolitsch wissen. Dass viele Jungbullen auf und neben dem Platz nicht Deutsch und Englisch sprechen, soll den Kommunikationsfluss intern nicht negativ beeinflussen. Dennoch: "Es wäre von Vorteil, wenn die face-to-face-Kommunikation persönlicher wäre. Ich will mehr über das Leben der Kicker erfahren und ihnen so noch mehr weiter helfen."

Ingolitsch schwärmt von Marco Rose

Ingolitsch will als Motivator und Antreiber die Entwicklung der "Stars von Morgen" forcieren. Was er rückblickend in seinem persönlichen Reifeprozess gelernt hat? "Dass ich meinen brutalen Perfektionismus etwas entschärfen soll. Man muss eine gewisse Lockerheit, Flexibilität an den Tag legen und auch links und rechts über den Tellerrand blicken", verrät der Bruder von St. Pölten-Profi Sandro Ingolitsch, der unter anderem Salzburg-Trainer Marco Rose bewundert: "Es ist beeindruckend, wie er nach der Arbeit in der Akademie mit der Mannschaft des FC Red Bull Salzburg solche nationalen und internationalen Erfolge feiern konnte. Natürlich weckt das Begehrlichkeiten von großen Clubs", fügte Ingolitsch an, der weiterhin das Vertrauen von der Vereinsführung erhält.

"Wir wollten einen jugendlichen Elan reinbringen und sind ein gewisses Risiko eingegangen. Da Fabio (Ingolitsch, Anm. d. Red.) extrem ehrgeizig ist und den Fußball lebt, hat er unsere Erwartungen erfüllt", erklärte Pamminger.

(Quelle: SALZBURG24)

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