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Salzburgs sechster Titel

Neuer Modus, alter Meister

FC Red Bull Salzburg Meister GEPA/Red Bull
Salzburg war in der Bundesliga das Maß aller Dinge.

Selbst der neue Ligamodus samt Punktehalbierung nach dem Grunddurchgang und ein aufstrebender LASK haben die Bullen 2018/19 nicht stoppen können. Mit dem sechsten Meistertitel in Folge baute Salzburg die Bundesliga-Bestmarke aus und zementierte seinen Sonderstatus im heimischen Fußball ein. Zumindest national scheint klar: Auch der anstehende Umbruch wird daran kaum etwas ändern.

Der LASK, der sich unter Trainer Oliver Glasner an der Red-Bull-Schule orientiert, erwies sich im Lauf der Saison als einziger ernsthafter Konkurrent der finanzkräftigen Salzburger, auch ihm ging aber vorzeitig die Luft aus. Das Einschmelzen des Rückstands auf vier Punkte vor Beginn der zweiten Saisonphase ließ in Pasching zwar kurz zarte Hoffnung keimen, reichte aber nicht. Salzburg siegte in der zweiten Runde der Meistergruppe am 7. April bei den Linzern 2:0 und setzte sich vorentscheidend ab.

Red Bull Salzburg bekommt Meisterstern

Mit dem 2:1 bei der Austria ist der Triumph am Sonntag zur Gewissheit geworden, der zehnte Meistertitel der Red-Bull-Ära bringt den Fans auch den ersehnten Stern aufs Clublogo. Der 2:0-Sieg über Rapid im Cupfinale am vergangenen Mittwoch schließt man die Saison - nach einer Schaffenspause 2018 - auch wieder mit dem Double ab. Es ist das erste und vorläufig letzte unter Marco Rose, der im Sommer zu Borussia Mönchengladbach geht - als Trainer nicht nur mit den meisten Spielen der RB-Ära (114), sonder auch als erfolgreichster: Der Punkteschnitt (aktuell 2,33) wird am Ende jenen von Vorgänger Oscar Garcia (2,26) noch übertreffen.

Grafik Meister APA

Leistungsträger verlassen Salzburg

Der Abgang Roses könnte schwer wiegen. 2017 führte er die U19 zum Gewinn der UEFA-Youth-League, dann die "Bullen" 2018 ins Europa-League-Halbfinale, 2019 immerhin ins Achtelfinale. Und Rose ist nicht der einzige Erfolgsgarant, der im Sommer geht. Neben dem 42-Jährigen fix weg sind der vermutliche Torschützenkönig Munas Dabbur, der sich dem FC Sevilla anschließt, sowie der künftige RB-Leipzig-Kicker Hannes Wolf. Dazu kommen hartnäckige Gerüchte um bevorstehende Wechsel von Xaver Schlager, Fredrik Gulbrandsen, Diadie Samassekou oder Stefan Lainer.

Leihspieler kehren zurück

Selbst im schlechtesten Fall ist Salzburg allerdings ein einigermaßen reibungsloser Übergang zuzutrauen. Einerseits hat die sportliche Führung unter Christoph Freund schon in der Vergangenheit bewiesen, Abgänge kompensieren zu können - so fiel etwa jener von Amadou Haidara im Winter kaum ins Gewicht. Dafür steht auch eine kleine Armada an ausgeliehenen Kickern zur Verfügung, von denen Stürmer Hwang Hee-chan bereits fix zurückkehrt. Andererseits kommt mit Trainer Jesse Marsch ein Mann der Red-Bull-Schule, der schon in New York und zuletzt als Ralf Rangnicks "Co." in Leipzig arbeitete.

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Gepostet von FC Red Bull Salzburg am Sonntag, 5. Mai 2019

Nachfolger kommt von RB Leipzig

Jenem Rangnick, der mit seinen klaren Konzepten in Sachen Spielsystem, Transfer- und Ausbildungspolitik die Ära der absoluten Dominanz in der Mozartstadt erst ermöglichte. Freilich auch jener Rangnick, der manchen Fans trotz formaler Trennung der Clubs in Salzburg und Leipzig nach wie vor als heimlicher Strippenzieher gilt. Wenig überraschend sahen sich die Kritiker durch die Bestellung von Marsch einmal mehr bestätigt.

Champions-League-Fixplatz winkt

Wie auch immer. Just dem US-Amerikaner Marsch könnte es zufallen, als erster in der RB-Ära mit Salzburg in der Gruppenphase der Champions League zu kicken. Denn auch die Saison 2018/19 startete mit dem Schönheitsfehler der verpassten Königsklassen-Quali - zum elften Mal seit Dietrich Mateschitz 2005 den Verein übernahm. Dank Österreichs - und vor allem Salzburgs - starkem internationalen Abschneiden in den vergangenen Jahren winkt im heurigen Herbst aber ein Fixplatz in der Gruppenphase. Noch muss man freilich zittern: Gewinnt Ajax Amsterdam überraschend den laufenden Bewerb, wäre das vermeintliche Ticket wieder weg - und die Floskel vom Königsklassen-Fluch wohl endgültig berechtigt.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 26.05.2019 um 07:26 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/fussball-red-bull-salzburg-neuer-alter-meister-69828469

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