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Ungewohnte Ausrichtung

Marsch stellt Bullen-Double über Entwicklung

Salzburg-Trainer lässt vor Meisterrunde aufhorchen

Das hört man von einem Salzburg-Trainer auch nicht alle Tage: "Es ist nicht die richtige Zeit, um über Entwicklung nachzudenken", sagte Jesse Marsch am Freitag vor dem Meisterrunden-Start gegen Sturm Graz. Dem Bullen-Dompteur ist der Double-Gewinn wichtiger als Einsatzzeiten für jungen Talente.

Salzburg

Red Bull Salzburg ist in Österreich bekanntermaßen der beste Fußball-Klub des letzten Jahrzehnts. Acht Meistertitel sowie sieben Cup-Erfolge in den letzten neun Jahren sprechen Bände. Zudem haben sich die Bullen zuletzt mit vielen Top-Transfers international einen Namen als Talenteschmiede gemacht.

Marsch vertraut gegen Graz auf Stamm-Elf

Die Philosophie der Mozartstädter ist glasklar: Rohdiamanten aus aller Welt werden an die Salzach geholt, um in Salzburg geschliffen zu werden. In der Regel dauert es zwei bis drei Jahre, bis Nachwuchshoffnungen zu beliebten Transfer-Zielen internationaler Top-Vereine und für Millionen-Beträge verkauft werden.

Möglich ist das nur, indem Red Bull Salzburg seinen Talenten national sowie auf europäischer Bühne im jungen Alter viel Spielzeit bieten kann. Da die Bullen aus den internationalen Bewerben raus sind, bleibt nur mehr die anstehende Bundesliga-Meisterrunde über.

Am Ostersonntag (LIVETICKER ab 16.50 Uhr) geht es gleich gegen Sturm Graz ans Eingemachte. Ein Gegner, mit dem der Serienmeister noch eine Rechnung offen hat. Die Steirer mauserten sich heuer in der Liga zum Bullen-Bezwinger, gelten mit den wenigsten Gegentreffern als harte Nuss. In genau solchen Partien könnte die zweite Garde, zu der Juwel Karim Adeyemi, Rekordneuzugang Noah Okafor und Co zählen, den nächsten Schritt in Richtung Stammkader machen.

Marsch: "Nicht richtige Zeit für Entwicklung"

"Sturm Graz ist eine gute Mannschaft, sie haben das heuer schon drei Mal gegen uns gezeigt. Unsere beiden Niederlagen hatten vorwiegend damit zu tun, dass wir zu viele zweite Bälle und Zweikämpfe verloren haben", betonte der US-Amerikaner.

Für die Marsch-Crew stehen neben dem Cup-Finale gegen den LASK noch zehn Liga-Duelle auf dem Programm. Zwei Tage vor dem Finaldurchgang machte der Trainer keinen Hehl daraus, dass er seiner zuletzt eingeschlagenen Linie treu bleiben wird: "Es ist nicht die richtige Zeit, um über Entwicklung nachzudenken. Jeder Spieler muss total bereit sein und seine beste Leistung zeigen." Heißt, dass der 47-Jährige weiter auf seine Stamm-Elf bauen wird.

Salzburgs "Zweier-Garnitur" muss sich gedulden

Bei den "Bankerl-Drückern" wie Oumar Solet, Nicolas Seiwald und Patrick Farkas wird diese Botschaft freilich nicht gut ankommen. Und bei Sportdirektor Christoph Freund? "Wir verstehen alle die derzeitige Situation. Christoph ist jeden Tag mit uns dabei", erklärte Marsch, der bei der heutigen Pressekonferenz den Zusammenhalt und die gemeinsame Ausrichtung im Klub besonders hervorhob.

Für Salzburgs Coach ist es die "wichtigste Zeit, in der wir unsere ganze Qualität zeigen können." Dabei müsse sich die sogenannte "B-Elf" klar unterordnen. Es ist egal, was im Sommer passieren wird, meinte Marsch. Die Bullen legen mit vier Punkten Vorsprung den Fokus auf das nationale Double, anstatt die Ersatz-Akteure mit Spielminuten auf einen möglichen Kader-Umbruch vorzubereiten.

Gelingt es Salzburg den Abstand zu den Verfolgern auszubauen, kann sich das aber ganz schnell ändern und Marsch wieder die gewohnte Ausrichtung der Talenteschmiede einschlagen – und zwei Titel als Belohnung herausschauen.

(Quelle: SALZBURG24)

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