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Jünger als drei Bullen-Kicker

Jaissle: So tickt Salzburgs neuer Trainer

Der 33-jährige Deutsche stellt sich vor

Im zarten Alter von 26 Jahren musste Salzburgs neuer Coach Matthias Jaissle seine Schuhe verletzungsbedingt an den Nagel hängen. Sofort danach schnupperte er bei seiner ersten Trainerstation in Leipzigs Jugend den Stallgeruch von Red Bull. Wir stellen euch den 33-Jährigen vor.

Salzburg

Der künftige Bullen-Dompteur kann trotz seines noch jungen Alters eine beachtliche Vita vorweisen. Aufgewachsen ist Jaissle in Neckartailfingen, einer 3.841-Einwohnergemeinde südlich von Stuttgart. Dort kickte er zwischen 13 und 18 Jahren für den VfB, ehe er die Schwaben in Richtung Baden verließ und sich dem damaligen Regionalligisten TSV Hoffenheim anschloss.

Jesse Marsch, Red Bull Salzburg GEPA/Red Bull
Jesse Marsch ist der neue Trainer bei RB Leipzig. (ARCHIVBILD)

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Früher Einstieg ins Trainer-Geschäft

Bei Hoffenheim spielte der Deutsche von 2007 bis 2014. Der Ex-Innenverteidiger feierte dort zwei Aufstiege und wurde auch einmal Herbstmeister. Bei der TSG hatte der 33-Jährige Berührungspunkte mit dem damaligen Jugend-Trainer Julian Nagelsmann (im Sommer bei Bayern München), der übrigens gleich alt ist wie Jaissle. Aufgrund schwerer Verletzungen (Kreuzband- und Mensikusriss sowie Achillesprobleme) musste er nach 31 Bundesliga-Einsätzen und einem U21-Nationalspiel mit Deutschland nach langer Leidenszeit seine Schuhe früh an den Nagel hängen.

symb_Jaissle, Matthias Jaissle Red Bull / GEPA
Matthias Jaissle wird ab Sommer 2021 neuer Cheftrainer bei Red Bull Salzburg und kommt vom FC Liefering.

Rangnick als Jaissle-Mentor

Prompt danach folgte für den damals 26-Jährigen der Einstieg ins Trainer-Geschäft. Einer seiner größten Mentoren war Ralf Rangnick, der ihn im Leipziger Nachwuchs förderte und forderte. "Es ist ganz schwer eine Person herauszuheben, da gehören immer ganz viele dazu. Aber Ralf Rangnick und Alexander Zorniger bei Bröndby gehören da wie die Verantwortlichen bei Liefering sicher dazu", erklärte Jaissle am Donnerstag bei einem Medientermin.

Sein bislang einzig "schwarzer Fleck" in seiner (Spieler-) Vita war die "Qusi-Suspendierung" bei Hoffenheim: Trainer Markus Gisdol verbannte in der Saison 2013/14 einige etablierte und bekannte Spieler – auch der damals 25-jährige Matthias Jaissle war Teil der berühmten "Trainingsgruppe 2". "Das war eine sehr spezielle Situation. Ich habe sie aber aufgrund meiner Verletzungen dazu genutzt, um am Comeback zu arbeiten", betonte der Deutsche.

Salzburg zieht Jaissle Aufhauser vor

Nachdem feststand, dass der Deal von Jesse Marsch zu RB Leipzig durch ist, erhielt vor dem bisherigen "Co" Rene Aufhauser den Vorzug. Sportdirektor Christoph Freund sprach von einer Entscheidung für Jaissle und nicht gegen Aufhauser. Die Bullen sollen sich mit keinem andern Trainer unterhalten haben, da Jaissle schon vor Monaten als potenzieller Marsch-Nachfolger feststand. Aufhauser hingegen könnte den Fußball-Serienmeister in den nächsten Tagen verlassen und eine Position als Cheftrainer annehmen, deutete Freund an.

 

"Sprache der Spieler sprechen und authentisch sein"

"Ich freue mich extrem. Es ist eine riesen Aufgabe und bin unfassbar dankbar", sagte der gebürtige Baden-Württemberger. Auf die Frage, wie er sich selber beschreiben würde, betonte Jaissle, dass es ihm wichtig ist, authentisch zu sein. Sein junges Alter spiele für ihn keine Rolle, er will die "Sprache der Spieler sprechen und mit Inhalten überzeugen." Wohlwissend, dass er jünger als Andreas Ulmer, Zlatko junuzovic und Alexander Walke ist.

Mit wem er die Fußstapfen von Marsch füllen soll, steht noch nicht final fest. Ebensowenig, ob der US-Amerikaner Kicker oder Betreuer des Trainerstabs mit in die deutsche Bundesliga mitnehmen wird. Einen detaillierten Karriereplan habe Jaissle nicht – "dafür ist das Trainer-Geschäft zu schnelllebig."

Jesse_Marsch_Red_Bull_Salzburg GEPA/Red Bull
Mit dem bevorstehenden Wechsel des US-Amerikaners Jesse Marsch gesellt sich im Sommer 2021 erstmals ein Trainer in die ewige Red-Bull-Transferliste zwischen Salzburg und Leipzig.

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Jaissle "ein typischer Red-Bull-Trainer"

Marsch beschrieb seinen Nachfolger als "schlauen und intelligenten Red-Bull-Trainer". Er sei ein Super-Fit und habe sicher eine unglaubliche Zukunft vor sich: "Ich war und bin immer ein großer Fan dieses Vereins – jetzt sogar noch mehr."

Bevor er seine Philosophie "aggressiven und dynamischen Fußball" umsetzten will, gilt sein ganzer Fokus auf den FC Liefering, wo er stets "in die Box zu schreien pflegt." Wer Jaissle dort nachfolgen wird, steht noch nicht fest. Gut möglich, dass dies Fabio Ingolitsch wird, der derzeit der jüngste Teilnehmer bei der UEFA Pro-Lizenz-Ausbildung und U18-Coach ist.

Steckbrief von Matthias Jaissle

  • Geburtsdatum: 5. April 1988
  • Geburtsort: Neckartailfingen (Baden-Württemberg)
  • Laufbahn als Profi-Spieler (Verteidiger):
  1. Jänner 2007 bis Februar 2014: TSG 1899 Hoffenheim
  • Größte Erfolge als Spieler:
  1. 2007: Aufstieg 2. Liga
  2. 2008: Aufstieg Bundesliga
  3. 31 Einsätze in deutscher Bundesliga
  • Stationen als Trainer:
  1. 2014 bis 2016: RB Leipzig U16
  2. 2016 bis 2017: Co-Trainer RB Leipzig U17
  3. 2017 bis 2019: Co-Trainer Bröndby IF (DEN)
  4. 2019 bis Jänner 2021: Red Bull Salzburg U18
  5. Jänner 2021 bis Juni 2021: FC Liefering
  6. ab Juni 2021: Red Bull Salzburg
(Quelle: SALZBURG24)

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