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Sieg durch Rekord-Hattrick

Daka könnte Salzburg Millionen einbringen

Trainer Marsch sieht "Mentalität zu Topspieler"

Fußballmeister Red Bull Salzburg hat am Ostersonntag beim Meistergruppen-Auftakt den alten Abstand zu Rapid bewahrt. Nachdem die Hütteldorfer zuvor beim WAC einen 8:1-Sieg gefeiert hatten, gewann Salzburg dank eines Blitzstarts von Patson Daka 3:1 (3:1) gegen Sturm Graz.

Dem Torschützen vom Dienst, Patson Daka, gelang bis zur 11. Minute der früheste Hattrick in einem Bundesliga-Match. Salzburg führt die Tabelle wieder vier Punkte vor Rapid an, Sturm liegt als Vierter zehn Punkte dahinter.

Ein gelungener Start in die Meistergruppe! ????

Gepostet von FC Red Bull Salzburg am Sonntag, 4. April 2021

Salzburg mit blitzschnellen Umschaltaktionen

Zweimal zeigte sich Sturm in der Red Bull Arena in den ersten fünf Minuten defensiv indisponiert, zweimal schlug Salzburg mit blitzschnellen Umschaltaktionen zu. Wenig später staubte Daka nach einem Eckball zur 3:0-Führung ab - binnen nicht einmal acht Minuten hatte der Sambier dreimal getroffen. Damit gelang ihm auch der drittschnellste Bundesliga-Hattrick in der Geschichte. Schneller waren nur die damaligen Rapidler Hans Krankl 1977 und Christopher Trimmel 2009 gewesen.

Dante sorgt für Aufflackern bei Sturm Graz

Fast im Gegenzug sorgte Amadou Dante (13.) für ein erstes Aufflackern der Grazer - es blieb das einzige. Doch auch Salzburg traf in der zweiten Hälfte nicht mehr, obwohl allein Daka mehrere Chancen u.a. vom Elferpunkt hatte. Für Salzburg war es im elften Liga-Spiel im Kalenderjahr der zehnte Sieg. Die einzige Niederlage hatte den "Bullen" am 28. Februar beim 1:2 in Graz Sturm zugefügt.

Daka mit schnellem Hattrick

Daka schaltete zunächst in der 3. Minute am schnellsten und schob den Ball mit dem ersten Kontakt unter dem herausgeeilten Jörg Siebenhandl ins Tor. Den nächsten Angriff lancierte Mergim Berisha mit einem Zuspiel auf Brenden Aaronson, der mit der ersten Berührung von rechts auf die zweite Stange flanke. Dort stand Daka, der den Ball per Hechtkopfball sehenswert im Netz unterbrachte (5.). Nach einem Junuzovic-Eckball von rechts stieg Rasmus Kristensen in der 11. Minute am höchsten, sein Kopfball traf die linke Stange. Von dort prallte die Kugel Daka direkt vor die Füße, der schob ein.

Im Gegenzug traf Dante (13.) mit einem an sich nicht sonderlich scharfen Schuss von der Strafraumgrenze, der allerdings von Andre Ramalho unhaltbar abgefälscht wurde. Danach fing sich Sturm etwas, Salzburg blieb aber klar die dominante Mannschaft. Kurz vor Pause gab Aushilfs-Rechtsverteidiger Lukas Jäger (43.) mit einem Weitschuss ein Sturm-Lebenszeichen ab - der von ÖFB-Trainer Franco Foda geschasste Cican Stankovic hatte im Tor keine Mühe.

Mwepu läutet zweite Hälfte ein

Enock Mwepu (48.) läutete die hochklassige zweite Hälfte mit einem gefährlichen Fernschuss ein, auch Daka (53.) fehlten nach einer gelungenen Kombination mit seinem Landsmann nur Zentimeter. Beim Schuss von Berisha (55.) rettete Jon Gorenc-Stankovic vor der Linie. Nach einem Foul von Jäger an Maximilian Wöber im Strafraum erriet Siebenhandl die Ecke von Elfmeter-Schütze Daka und wehrte ab (70.).

Auf der Gegenseite zeigte Stankovic nach einem Friesenbichler-Kopfball einen Weltklasse-Reflex. Daka (72.) traf dann erneut per Kopf, doch die Abseitsfahne ging hoch. Dem eingewechselten Karim Adeyemi (81.) fehlte im Strafraum die Durchschlagskraft. Nächste Woche kommt es in Wien zum Gipfeltreffen der Salzburger mit Rapid.

Daka bald bei europäischem Top-Club?

Mit Patson Daka hat Red Bull Salzburg den nächsten Stürmer ausgebildet, der Österreichs Fußballmeister schon bald wieder Millionen einbringen könnte. Durch seinen Rekord-Hattrick schraubte er seine Ausbeute auf 23 Liga-Tore in dieser Saison und unterstrich seinen Reiz für europäische Top-Clubs. Im Sommer wird Daka wohl nicht zu halten sein, davor möchte er Salzburg noch zum achten Titel in Folge schießen. Der 22-Jährige aus Sambia gibt sich weiterhin bescheiden. "Ich habe noch eine Menge zu tun. Ich möchte noch viel dazulernen", sagte Daka nach der Partie gegen den SK Sturm.

Marsch lobt Musterschüler

Genau diese Einstellung zeichne den Musterprofi aus, sagt Salzburg-Trainer Jesse Marsch. "Er will sich jeden Tag verbessern. Er hat die Mentalität zu einem absoluten Topspieler", meinte der US-Amerikaner. Taktisch setze Daka alles um, er arbeite immer für die Mannschaft. Menschlich könne man ohnehin keinen Besseren finden. Dass Daka längst bei namhaften Clubs aus dem europäischen Ausland in den Überlegungen auftaucht, erstaunt Marsch daher nicht. Da der Spieler noch bis Sommer 2024 vertraglich an Salzburg gebunden ist, würde ein Abgang mit einer stattlichen Ablösesumme einhergehen. Dakas aktueller Marktwert wird auf 20 Millionen Euro taxiert.

"Wahrscheinlichkeit für Wechsel groß"

Zu einem Wechsel im Sommer müsse es zwar nicht zwangsläufig kommen, "aber die Wahrscheinlichkeit ist groß. Ich lese fast jeden Tag, dass eine neue große Mannschaft Interesse hat", sagte Marsch im Sky-Interview. "Und wenn mich jemand fragt, sage ich, das ist eine gute Entscheidung für einen Topverein." Daka selbst blockt noch ab: "Meine Zukunft ist bei Red Bull", bekannte er am Sonntag. Doch wie lange noch? "Wir haben noch zehn Spiele mit Patson sicher", weiß Marsch.

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(Quelle: SALZBURG24)

Marsch stellt Bullen-Double über Entwicklung

Jesse_Marsch, FC_Red_Bull_Salzburg GEPA/Red Bull
Salzburg-Trainer Jesse Marsch auf der Suche nach der besten Startelf gegen Villarreal.

Das hört man von einem Salzburg-Trainer auch nicht alle Tage: "Es ist nicht die richtige Zeit, um über Entwicklung nachzudenken", sagte Jesse Marsch am Freitag vor dem Meisterrunden-Start gegen Sturm Graz. Dem Bullen-Dompteur ist der Double-Gewinn wichtiger als Einsatzzeiten für jungen Talente.

Red Bull Salzburg ist in Österreich bekanntermaßen der beste Fußball-Klub des letzten Jahrzehnts. Acht Meistertitel sowie sieben Cup-Erfolge in den letzten neun Jahren sprechen Bände. Zudem haben sich die Bullen zuletzt mit vielen Top-Transfers international einen Namen als Talenteschmiede gemacht.

Marsch vertraut gegen Graz auf Stamm-Elf

Die Philosophie der Mozartstädter ist glasklar: Rohdiamanten aus aller Welt werden an die Salzach geholt, um in Salzburg geschliffen zu werden. In der Regel dauert es zwei bis drei Jahre, bis Nachwuchshoffnungen zu beliebten Transfer-Zielen internationaler Top-Vereine und für Millionen-Beträge verkauft werden.

Möglich ist das nur, indem Red Bull Salzburg seinen Talenten national sowie auf europäischer Bühne im jungen Alter viel Spielzeit bieten kann. Da die Bullen aus den internationalen Bewerben raus sind, bleibt nur mehr die anstehende Bundesliga-Meisterrunde über.

Am Ostersonntag (LIVETICKER ab 16.50 Uhr) geht es gleich gegen Sturm Graz ans Eingemachte. Ein Gegner, mit dem der Serienmeister noch eine Rechnung offen hat. Die Steirer mauserten sich heuer in der Liga zum Bullen-Bezwinger, gelten mit den wenigsten Gegentreffern als harte Nuss. In genau solchen Partien könnte die zweite Garde, zu der Juwel Karim Adeyemi, Rekordneuzugang Noah Okafor und Co zählen, den nächsten Schritt in Richtung Stammkader machen.

Marsch: "Nicht richtige Zeit für Entwicklung"

"Sturm Graz ist eine gute Mannschaft, sie haben das heuer schon drei Mal gegen uns gezeigt. Unsere beiden Niederlagen hatten vorwiegend damit zu tun, dass wir zu viele zweite Bälle und Zweikämpfe verloren haben", betonte der US-Amerikaner.

Für die Marsch-Crew stehen neben dem Cup-Finale gegen den LASK noch zehn Liga-Duelle auf dem Programm. Zwei Tage vor dem Finaldurchgang machte der Trainer keinen Hehl daraus, dass er seiner zuletzt eingeschlagenen Linie treu bleiben wird: "Es ist nicht die richtige Zeit, um über Entwicklung nachzudenken. Jeder Spieler muss total bereit sein und seine beste Leistung zeigen." Heißt, dass der 47-Jährige weiter auf seine Stamm-Elf bauen wird.

Salzburgs "Zweier-Garnitur" muss sich gedulden

Bei den "Bankerl-Drückern" wie Oumar Solet, Nicolas Seiwald und Patrick Farkas wird diese Botschaft freilich nicht gut ankommen. Und bei Sportdirektor Christoph Freund? "Wir verstehen alle die derzeitige Situation. Christoph ist jeden Tag mit uns dabei", erklärte Marsch, der bei der heutigen Pressekonferenz den Zusammenhalt und die gemeinsame Ausrichtung im Klub besonders hervorhob.

Für Salzburgs Coach ist es die "wichtigste Zeit, in der wir unsere ganze Qualität zeigen können." Dabei müsse sich die sogenannte "B-Elf" klar unterordnen. Es ist egal, was im Sommer passieren wird, meinte Marsch. Die Bullen legen mit vier Punkten Vorsprung den Fokus auf das nationale Double, anstatt die Ersatz-Akteure mit Spielminuten auf einen möglichen Kader-Umbruch vorzubereiten. Gelingt es Salzburg den Abstand zu den Verfolgern auszubauen, kann sich das aber ganz schnell ändern und Marsch wieder die gewohnte Ausrichtung der Talenteschmiede einschlagen.

Aufgerufen am 13.04.2021 um 01:53 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/meistergruppe-salzburg-besiegt-sturm-dank-daka-hattrick-101921758

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