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Bullen-Kapitän

CL-Quali für Ulmer "keine Pflicht"

Salzburgs Routinier hält Erwartungshaltung niedrig

Andreas Ulmer, Red Bull Salzburg, Fußball APA/HERBERT NEUBAUER
Salzburgs Kapitän Andreas Ulmer hält den Ball vor Saisonbeginn flach. (ARCHIVBILD)

22,3 Jahre ist das Durchschnittsalter im Kader Red Bull Salzburg. Nach zwei Saisonen will die junge Jaissle-Crew wieder in die Champions League. Kapitän Andreas Ulmer sieht den Einzug in die Königsklasse nicht als "Pflicht", vielmehr als Ziel.

Salzburgs Neo-Coach Matthias Jaissle steht mit dem Serienmeister vor herausfordernden Wochen.

Salzburg muss Offensivpower ersetzen

Nachdem wichtige Kaderspieler den Verein verließen, muss der 33-jährige Deutsche an einer Erfolgsformel für seine teilweise sehr junge, aber gewiss hochtalentierte Mannschaft basteln. Der frühere Profi geht sein bis dato größtes Trainer-Abenteuer unerschrocken entlang vorgegebener "Leitplanken bei Red Bull" an, weiß aber auch, dass er einen Umbruch zu bewältigen hat.

 

Dass die Aufgabe nach dem Abgang von Coach Jesse Marsch nach Leipzig und den Triumphen der vergangenen Saisonen keine leichte wird, ist Jaissle klar. Mit dem Wechsel von Torschützenkönig Patson Daka zu Leicester City und dem Kreuzbandriss von Sekou Koita ist dem Ligakrösus wieder einmal massiv Offensivpower abhandengekommen.

Daka und Koita "schwer zu kompensieren"

"Wenn man die Torquote anschaut, die uns mit Patson und der Verletzung von Sekou weggebrochen ist, dann spricht das Bände", sagte Jaissle bei der Saisonauftaktveranstaltung der Bundesliga am Dienstag in Wien. "Das ist schwer zu kompensieren. Wir haben aber großes Vertrauen in unseren Kader, wir haben ganz junge Toptalente, die jetzt in die Bresche springen müssen." Im SALZBURG24 betonte Jaissle jüngst: ""Ich als Trainer bin absolut zufrieden mit dem Kader, weiß aber auch um die große Herausforderung, weil es eben viele junge Spieler und Talente gibt, die noch nicht diese Erfahrung besitzen."

Matthias_Jaissle GEPA/Red Bull
Matthias Jaissle (Mitte) steht mit Red Bull Salzburg vor seiner ersten Saison als Bundesliga-Trainer.

"Brauchen die Bullen Verstärkungen, Herr Jaissle?"

In zwei Wochen steht für den FC Red Bull Salzburg das erste Pflichtspiel an. Neo-Trainer Matthias Jaissle schätzt nach dem Verlust einiger Stützen den Kader der Bullen im exklusiven SALZBURG24-…

Ein zwar immer noch junger, aber bereits erfahrener Stürmer ist Mergim Berisha (23). Der U21-Europameister laboriert derzeit an einer Adduktorenverletzung im Leistenbereich, verpasst damit den Meisterschaftsauftakt, soll aber gemäß Club-Auskunft in etwa zwei Wochen wieder einsatzbereit sein.

Blutjunge Bullen-Angreifer

Hinzu kommen mit Karim Adeyemi (19), Junior Adamu (20), Noah Okafor (21) oder dem vom FC Liefering beförderten Benjamin Sesko (18) weitere blutjunge Stürmer mit unterschiedlichem Erfahrungsschatz auf Profiniveau. Einige seiner Spieler hätten das Potenzial, auch in dieser Saison den Torschützenkönig zu stellen, meinte Jaissle, ohne Namen nennen zu wollen.

Champions League-Einzug ist Salzburgs Ziel

Das erste große Nahziel heißt Champions League. Nach zwei Jahren des Direkt-Einstiegs in die Gruppenphase muss Österreichs Meister heuer wieder eine Hürde überwinden. Im Play-off könnten Mitte August - sollten die ersten Quali-Runden der Papierform nach beendet werden - mittelgroße Brocken warten. Etwa Jaissles Ex-Club, der dänische Meister Bröndby, die Young Boys aus Bern, Glasgow Rangers oder - erneut - Roter Stern Belgrad.

Ulmer hält Erwartungen niedrig

"Champions League ist das Ziel", betonte der aus seinem Urlaub nach getaner EM-Arbeit zurückgekehrte Andreas Ulmer. Der Kapitän sagte aber auch: "Wir wollen im Herbst international vertreten sein, wenn es dann die Europa League ist, passt das auch ganz gut."

Wie zuvor Zlatko Junuzovic stach Ulmer die "klare Ansprache" des Neo-Trainers sofort ins Auge. Dieser coache selbst im Training "wirklich sehr, sehr viel", erklärte Ulmer nach seinem ersten Trainingseindruck am Dienstag. "Das ist auch gut, unsere junge Mannschaft braucht diese Unterstützung."

Jaissles "eigene Note" nicht definiert

Jaissle selbst, der als ehemalige Mitspieler von David Alaba bei der TSG Hoffenheim eine erfolgsversprechende Karriere als Verteidiger früh verletzungsbedingt beenden musste, sieht "Leitplanken", die von der RB-DNA vorgegeben sind. "Das will ich nicht ändern, trotzdem will ich meine eigene Note einbringen", sagte Jaissle, ohne allzu sehr ins Detail gehen zu wollen.

Matthias_Jaissle APA/EXPA/JFK
Salzburg-Trainer Matthias Jaissle ​im Rahmen der Saisonauftakt-Pressekonferenz der Fußball-Bundesliga.

Die präferierte Grundordnung des in der Nähe von Stuttgart aufgewachsenen Jaissle ist ein 4-4-2 mit Raute, was aber viele Interpretationen möglich mache, wie er betont. Er wolle seiner Mannschaft einen "Rahmen mitgeben, wo sie sich drin frei entfalten können. Mir ist es wichtig, dass die Jungs Handwerkszeuge mitbekommen, um sich bestmöglich zu entwickeln."

Neo-Coach kann laut werden

Ein Lautsprecher per se ist der Neue nicht. Dass er intern aber sehr wohl auf den Tisch hauen kann, bekam die Mannschaft im letzten Test vor dem Pflichtspielauftakt zu spüren, als die vermeintliche Stammelf vieles schuldig blieb und zur Halbzeit 0:2 zurücklag. Jaissles deutliche Pausenansprachen wirkte. Am Ende stand ein 2:2 gegen den polnischen Cupsieger Rakow Czestochowa und Jaissle sagte: "Ich denke, zum Schluss war sogar noch ein Sieg drin."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 31.07.2021 um 10:03 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/red-bull-salzburg-champions-league-quali-fuer-andreas-ulmer-keine-pflicht-106573441

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