Jetzt Live
Startseite Bundesliga
Auswirkungen spürbar

Enorme finanzielle Einbußen bei Bullen

Corona-Ampel wirft bei Salzburgern Fragezeichen auf

Ein halbes Jahr lang ist Corona auch im Fußball eines der größten Gesprächsthemen. Nach dem ersten positiven Fall verrät der FC Red Bull Salzburg, wie groß die wirtschaftlichen Einbußen durch die Testungen sind und welche Verluste die reduzierten Zuschauerzahlen mit sich bringen. Zudem geben die Bullen einen Ausblick auf den Saisonstart und erklären, warum das Corona-Ampel-System viele Fragezeichen aufwirft.

Jeden zweiten Tag bzw. immer zu Wochenbeginn stehen im Trainingszentrum Taxham Corona-Tests an der Tagesordnung. Spieler, Trainer und jeder, der mit den Akteuren in Kontakt tritt, wird getestet.

Corona-Test kosten bislang 200.000 Euro

"Die Kosten dafür belaufen sich seit März auf 200.000 Euro", erklärte der kaufmännische Geschäftsführer, Stephan Reiter, am Mittwoch bei einem Medientermin. Dass am Montag der erste positive Corona-Fall offiziell wurde, zeigt, dass auch die Salzburger nicht vor Infektionen gefeit sind. "Wir reden regelmäßig über das Thema, weil ansonsten die Sensibilität verloren geht", sagte Sportdirektor Christoph Freund.

Bullen budgetieren Hälfte des Vorjahres-Budget

Corona veränderte aber nicht nur das Tagesgeschäft, sondern bringt auch enorme finanzielle Einbußen mit sich. "Letztes Jahr haben wir mit nationale und internationale Spiele rund 10 Millionen Euro eingenommen. Das wird heuer definitiv nicht drinnen sein. Wir haben die Hälfte des Budgets vom Vorjahr für die kommende Saison budgetiert", sagte Reiter, der sich wie der gesamte Verein laut aktuellem Stand bei Bundesliga-Heimspielen auf 10.000 Besucher in der Red-Bull-Arena freuen darf.

Red Bull Salzburg, Christoph Freund, Stephan Reiter SALZBURG24/Andonov
Red Bull Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund (li) und Geschätsführer Stephan Reiter (re.) geben eine Vorschau auf die kommende Saison.

Da der Klub bereits 9.500 Dauerkarten verkauft hat, wird es allerdings zu keinem freien Verkauf kommen. Ob auch wirklich alle Fans in den Genuss eines Live-Spiel kommen, hängt an den möglichen Einschränkungen im Zusammenhang mit der neuen vierstufigen Corona-Ampel.

Die Corona-Pandemie wirkt sich zudem auch auf die Spielertransfers und die damit verbunden Einnahmen aus. "Wir merken schon, dass es deutlich ruhiger und weniger geworden ist. Auch wenn es zum Beispiel viele Anfragen für Dominik Szoboszlai gegeben hat", erklärt Freund.

Das bedeutet die Corona-Ampel für die Stadien

  • Grün: 10.000 Besucher im Schachbrettmuster
  • Gelb: Die Fans werden in zwei unterschiedlichen Gruppen geteilt, die jeweils abwechselnd Zutritt zu den Spielen haben. Die maximale Anzahl beträgt 5.000 Personen
  • Orange: Die Spiele finden im Prinzip ohne Zuschauer statt (max. 250 geladene Personen)
  • Rot: Nach dem derzeitigen Stand keine Spiele möglich

"Es ist zwar ein vernünftiges Tool, aber eine kurzfristige Schaltung in eine andere Stufe ist für uns quasi nicht umsetzbar", plädiert Reiter für das Inkrafttreten der Corona-Ampel ab Montag statt derzeit Freitags.

Fan-Aktivitäten in Nordkurve erlaubt

Um das Bundesliga-Präventionskonzept bei den Spielen bestmöglich umzusetzen, muss ab dem Betreten des Stadions ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) getragen werden. Der MNS darf lediglich am zugewiesenen Sitzplatz abgenommen werden. In Abstimmung mit den Behörden dürfen in der Nordkurve Fanaktivitäten stattfinden – dafür besteht aber für das gesamte Spiel MNS-Pflicht, dazu gilt die Einhaltung der Abstandsregelung

Bullen wollen Nichtraucher-Stadion

Ab sofort ist die Red-Bull-Arena ein Nichtraucher-Stadion. Damit folgt der Serienmeister, beim dem auch ein Verbot von Pfeifen und Zigarren gilt, etlichen Beispielen auf nationaler und internationaler. Bayern München und etwa Ajax Amsterdam gelten hier als Vorbilder.

Am Mittwochabend startet für die Mozartstädter der etwas verspätete Saisonstart mit der ersten ÖFB-Cup-Runde gegen Schwarz-Weiß Bregenz. "Wir wollen wieder attraktiven Fußball zeigen und wenn möglich zwei Titel gewinnen sowie die Gruppenphase der Champions-League-Qualifikation erreichen", erklärte Freund im SALZBURG14-Video (siehe oben.)

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 28.09.2020 um 09:30 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/red-bull-salzburg-enorme-wirtschaftliche-einbussen-bei-bullen-92592709

Kommentare

Mehr zum Thema