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Fan-Bindung mittels Ich-AG

Bullen lassen eigene Helden mit Doku hochleben

Der FC Red Bull Salzburg gewährt mit einer eigenen Dokumentation ab Montag in acht Folgen exklusive Einblicke in sein Innenleben. Die Fußball-Profis werden wie Helden inszeniert. Eine Marketing-Strategie in Form einer Ich-AG inklusive Fan-Rekrutierung.

Salzburg-Verteidiger Albert Vallci krümmt sich nach einer Verletzung am Boden, der Deal von Maximilian Wöber wird hautnah gefilmt und Trainer Jesse Marsch macht die Bullen mit einer Kabinenpredigt extra heiß: "Jedermann hat immer gefaragt, ob dieser Kader gut genug ist. Das ist ein Angriff auf mich und auch auf euch."

Salzburg-Doku als Ich-AG?

Der österreichische Serienmeister Red Bull Salzburg gewährt in der am Montag startenden kostenlosen und achtteiligen A1 now.tv-Dokumentation (je 15 Minuten) exklusive Einblicke hinter den Kulissen. Der Meister selbst beschreibt die Serien mit dem Titel "JEDER.MANN – Des is Soizburg“ als hautnah, persönlich, emotional und authentisch.

Kein Message-Control von Salzburg-Bosse

Als Vorreiter für eigens produzierte Dokumentationen dienten der englische Grobklub Manchester City (All or Nothing) und Borussia Dortmund (Inside Borussia Dortmund), die im Nachhinein aber einiges an Kritik einstecken mussten. Denn bei diesen Dokumentationen waren kritische Fragen und Nebengeräusche Fehlanzeige. Der Heldenepos könne bei den als Ich-AGs in Überlänge produzierte Werbefilmen leiden, hieß es. Und bei Salzburg? "Wir haben keine Zensur vorgenommen, wollen aber selbstverständlich vor der Veröffentlichung das Produkt sehen", erklärte Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter auf SALZBURG24-Nachfrage.

Medien müssen sich nach Gesprächen mit Spielern oft bei manchen Fußballvereinen grünes Licht holen. Fragen zu bestimmten Themen sind teilweise tabu. Und der Beitrag wird dort und da autorisiert sowie freigegeben. Was in der Politik längst Einzug gehalten hat, findet auch im Sport statt: Message-Control. "Von uns gab es überhaupt keine Vorschriften. Diese Idee mit der Doku passt ideal in unser Leitbild und wir wollen den Fans Einblicke bieten", sagte Reiter am Freitag bei der exklusiven Vorpremiere für Medienvertretern.

Red Bull Salzburg SALZBURG24/Andonov
Für die eigene Dokumentation gab der FC Red Bull Salzburg dem Kamerateam Zugang zu allen Bereichen.

Jesse Marsch ganz privat

Nepomuk V. Fischer ist als Regisseur und Produzent (oinkfilm) für das Endprodukt verantwortlich und verfolgt die Bullen bis zum ersten Champions-League-Spiel gegen Genk auf Schritt und Tritt: "So nahe wird man im Normalfall im europäischen Fußball an Vereine nicht rangelassen. Es ist bemerkenswert mit welchem Teamspirit der ganze Verein zu Werke geht." Marsch wird gar beim Küssen seiner Kinder im eigenen Garten gezeigt. Das Projekt wurde zwei Jahre lang geplant und konnte nun nach des Abgangs von Marco Rose und dem "Ja" vom Neo-Coach realisiert werden.

Sechsstelliger Betrag für Salzburg-Doku

Die für österreichische Fußballvereine außergewöhnliche Co-Produktion des Red Bull Media House und A1now.tv ließen sich die Verantwortlichen einiges kosten. "Von einer Million Euro kann man nicht sprechen, aber die Kosten für diese Doku belaufen sich auf einen sechststelligen Betrag", gab Matthias Lorenz, Senior Director von A1, im S24-Gespräch preis.

(Quelle: SALZBURG24)

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