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Feierlichkeiten ohne Fans

Bullen mit rosigen Aussichten nach Meisterschaft

"Sehr schöner Titel nach herausfordernder Saison"

Österreichs Fußball-Meisterteller hat wieder sein altbekanntes Quartier bezogen - im Trophäenschrank von Red Bull Salzburg. Der bereits am Sonntag fixierte siebente Titelgewinn in Folge wurde mit der Übergabe der Schüssel am Mittwoch quasi amtlich und noch einmal für große Begeisterung. Die Fans wurden schmerzlich vermisst.

Sportdirektor Christoph Freund vermisste bei den Feierlichkeiten zwar die Fans, sprach aber nach dem Heim-5:2 dennoch von einem "sehr schönen Titel nach einer herausfordernden Saison mit vielen Highlights. Wenn man weiß, welchen Umbruch es im letzten Sommer gegeben hat, ist das schon eine richtig coole Geschichte", sagte Freund im Sky-Interview.

Freund: "Corona-Pause hat sich niemand ausgesucht"

Eine Runde vor dem Ende der Meistergruppe liegen die Salzburger neun Punkte vor Vizemeister Rapid. Dabei hatte man nach dem Grunddurchgang sechs Zähler Rückstand auf den LASK. Dann aber kamen die Punkteteilung und die Coronavirus-Pandemie. "Von der Punkteteilung waren wir nie große Fans, diesmal war sie für uns besser. Und die Corona-Pause hat sich niemand ausgesucht", meinte Freund.

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Gepostet von FC Red Bull Salzburg am Mittwoch, 1. Juli 2020

Bullen wollen in nächster Saison wieder Nummer eins werden

In den zehn Spielen seit dem Re-Start holte man acht Siege und zwei Remis und stieg wieder zur unumstrittenen Nummer eins im Land auf. Daran soll sich auch in der kommenden Saison nichts ändern, obwohl wieder Leistungsträger verkauft werden könnten. "Der Umbruch wird sicher nicht so groß sein wie letztes Jahr", versprach Freund. "Der eine oder andere wird den Verein verlassen und den nächsten Schritt machen, doch die nächsten stehen schon in den Startlöchern."

Der Abgang von Hwang Hee-chan zu RB Leipzig gilt als beschlossene Sache, auch der von mehreren renommierten Clubs umworbene Dominik Szoboszlai wird wohl nicht zu halten sein. Der Ungar brachte es in den zehn Partien seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf sieben Tore und zehn Assists. In den 29 Spielen davor hatte es nur zu vier Treffern und sieben Vorlagen gereicht.

Szoboszlai: "Wir wollen dem WAC helfen"

Dem 19-Jährigen tat die Corona-Pause sichtlich gut. "Ich bin einfach ein Mann geworden", erzählte Szoboszlai. "Vor Corona ist es nicht so gut gelaufen für mich, dann habe ich meinen Kopf in eine andere Richtung gestellt." Über einen Transfer in eine Topliga wollte der Offensivspieler nach dem Sturm-Match noch nicht reden. Seine Konzentration liege voll auf der letzten Partie am Sonntag beim LASK.

Mit einem Sieg über die Oberösterreicher könnte Salzburg dem WAC den Weg zu Endrang drei und damit zu einem Fixplatz in der Europa-League-Gruppenphase ebnen. "Wir wollen dem WAC helfen und die Meisterschaft mit einem Sieg beenden", sagt Szoboszlai. Die Wolfsberger hatten am Sonntag den LASK besiegt und Salzburg damit vorzeitig zum Champion gemacht.

Marsch hofft, dass Szoboszlai bleibt

Trainer Jesse Marsch rechnet nicht wirklich mit einem Verbleib von Szoboszlai. "Hoffentlich können wir ihn behalten, aber ich bin mir nicht so sicher", erklärte der US-Amerikaner. Dennoch blickt der Coach optimistisch in die Zukunft, immerhin warten mit Spielern wie dem 18-jährigen Karim Adeyemi, der gegen Sturm sein erstes Liga-Tor erzielte, schon die nächsten Talente auf den Durchbruch. "Christoph Freund hat in den letzten Jahren einen super Job gemacht. Da ist für einen Trainer das Arbeiten einfach", sagte Marsch.

Siebenhandl schimpft nach Niederlage

Weniger rosig stellt sich die Situation für Sturm Graz dar. Durch die Niederlage in Salzburg beenden die Steirer die Saison auf Platz sechs und sind im Europacup nur Zuschauer. Neun der vergangenen zehn Matches wurden verloren, was bei Jörg Siebenhandl für großen Unmut sorgte. "Es sollten sich einige fragen, was es heißt, Profi-Fußballer zu sein. Wir haben in der Vorbereitung eine riesige Aufgabe vor uns und in der nächsten Saison viel gutzumachen. Solche Spiele kann man nicht mehr abliefern", schimpfte der Goalie.

(Quelle: APA)

Bullen schielen auf Torrekord und feiern Titel

Red Bull Salzburg gibt sich auch am vorletzten Bundesliga-Spieltag gegen Sturm Graz keine Blöße. Der Serienmeister bezwingt am Mittwochabend zur „Mini-Meisterfeier“ und Tellerübergabe die Grazer mit 5:2 (1:0). Nach 31 Spielen halten die Bullen nun bei 107 Treffer und greifen nach dem ewigen Torrekord (110).

Mit einigen Veränderungen in der Startelf gönnte Trainer Jesse Marsch Spielern mit bislang wenig Einsatzminuten die Chance sich zu beweisen. Gleich in der Anfangsphase zahlte Carlos Coronel das Vertrauen des Coaches in Form einer Glanztat zurück. Die Nummer zwei der Bullen parierte einen Versuch von Kiril Despodov in allerhöchster Not.

Torjäger Daka lässt Hochkaräter aus

Während Patson Daka, Salzburgs Torschütze vom Dienst, etwas Nerven vor dem Tor zeigte und drei Großchancen ungewohnt liegen ließ, machte es sein Sturmpartner Karim Adeyemi in Minute 21 besser. Der 18-jährige Deutsche belohnte sich für die zuletzt guten Leistungen nach einem Konter und idealem Daka-Zuspiel mit seinem ersten Bundesliga-Treffer.

Mateschitz und Rangnick unter 270 Zusehern

Erstmals im Play-off und nach der Reihe an Geisterspielen durften zu diesem Duell 270 Zuseher in das Stadion in Wals-Siezenheim rein. Spielerfrauen, Klubmitarbeiter und auch Red-Bull-Boss Didi Mateschitz sowie der ehemalige Bullen-Sportdirektor Ralf Rangnick gaben sich ein Stelldichein und wollten sich die Tellerübergabe sowie die „Mini-Meisterfeier“ nicht entgehen lassen.

Red Bull Salzburg, Sturm Graz GEPA/Red Bull
Prominente Gäste: Red-Bull-Boss Didi Mateschitz (blau) und Ex-Sportdirektor Ralf Rangnick amüsierten sich auf der Tribüne in Salzburg.

Onguene und Adeyemi mit Premierentreffer

Auch in der zweiten Hälfte waren die Bullen spielbestimmend und drängten mit einer 4-3-3-Formation die Steirer in deren Hälfte. Dann kam, was längst überfällig war: Salzburg traf in der 52. Minute durch Jerome Onguene, der den Ball nach einem Corner per Umwegen nur noch über die Linie drücken musste. Wie für Adeyemi war es auch für den Innenverteidiger der erste Treffer in dieser Saison. Die Bullen ließen auch ob der komfortablen Führung nicht locker, wollten Daka bei seinen Vorhaben, die Torjägerkrone zu holen, unterstützen. Der Sambier agierte allerdings glücklos und vergab Chancen im Überdruss. Dafür setzte Dominik Szoboszlai (73.) nach dem Platzverweis vom Grazer Ivan Ljucic seine brillante Form fort. Der Ungar traf mit seinem achten Saisontor per Traumfreistoß zur 3:0-Führung der Salzburger.

Turbulente Schlussphase: Salzburg jagt Torrekord

Danach überschlugen sich die Ereignisse: Otar Kiteshvili (79.) verkürzt auf 3:1, während danach zwei Salzburger Joker stachen: Sekou Koita (85.) und Mergim Berisha (88.) schraubten das Torkonto weiter in die Höhe. Auf Seiten der Grazer sorgte der Treffer von Juan Dominguez (86.) nur mehr für Ergebniskosmetik. Somit halten die Bullen bei 107 Treffern nach 31 Runden und jagen den ewigen Torrekord der Saison 2013/14 (110 Treffer).

Red Bull Salzburg – Sturm Graz

Aufstellungen

Salzburg: Coronel- Farkas, Wöber, Onguene, Kristensen, Ashimeru, Junuzovic, Okafor, Szoboszlai - Adeyemi, Daka

Sturm Graz: Siebenhandl - Hierländer, Geyrhofer, Jäger, Trummer - Ljubic, Donkor, Huspek - Despodow, Kiteishvili - Balaj

Aufgerufen am 14.04.2021 um 01:46 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/red-bull-salzburg-mit-rosigen-aussichten-nach-meistertitel-89640610

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