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Letzter Schritt hemmt

Salzburg zeigt Nerven – Horror-Szenario droht

Bullen lassen Offensiv-Power vermissen

Starker Start versus verwundbare Bullen: Red Bull Salzburg präsentierte sich in die Champions League zunächst von der Schokoladen-Seite. Doch die dritte Königsklassen-Saison könnte ein bitterböses Finale mit sich bringen. Der Crew von Matthias Jaissle droht im schlimmsten Fall das Aus im Europacup.

Plötzlich hat Red Bull Salzburg sein Herzschlag-Finale wider Willen. Die Bullen zeigen in der Eliteliga zwei Gesichter. Während die ersten drei Partien furios über die Bühne gingen, wurden Karim Adeyemi und Co in den vergangenen zwei Duellen ausgebremst.

Lille, Salzburg, Champions League, Adeyemi GETTY/RED BULL
Lille und Salzburg (weiß) trafen in der fünften Champions-League-Runde in Frankreich aufeinander.

Salzburg muss um CL-Aufstieg zittern

Zweite Königsklassen-Niederlage in Serie: Red Bull Salzburg hat sich ein Herzschlag-Finale in der Gruppenphase der Champions League nicht erspart. Die Bullen unterlagen am Dienstag beim OSC Lille 0:1…

Zweiter Bullen-Matchball nicht verwertet

Beim 0:1 in Lille scheiterte Österreichs Serienmeister am Dienstag auch im zweiten Versuch, den vorzeitigen Achtelfinaleinzug in der Fußball-Champions-League zu fixieren. Nun wackelt in der ausgeglichenen Gruppe mit Sevilla und Wolfsburg sogar das Überwintern im europäischen Geschäft. Dennoch hat Salzburg noch alles in der eigenen Hand. Ein Punkt im abschließenden Geisterheimspiel gegen Sevilla reicht.

 

Jaissle stellte sich schützend vor sein Team

Matthias Jaissle wollte sich den in seinen Augen "couragierten" Auftritt seiner Truppe im Norden Frankreichs nicht schlechtreden lassen. "Wir haben gefightet bis zur letzten Minute", sagte der Trainer, "deshalb gibt es überhaupt keinen Vorwurf". Salzburg müsse in der Champions League "bescheiden auftreten", sein Team habe bis dato einen überragenden Job gemacht. "Schade, dass nichts Zählbares rauskam, aber wir gehen trotzdem erhobenem Hauptes zurück nach Salzburg."

Lille, Salzburg, Champions League, GETTY/RED BULL
Mit dieser Startelf ging Salzburg in das fünfte Champions-League-Spiel gegen Lille.

Die Noten der Salzburg-Kicker

Red Bull Salzburg hat auch den zweiten Matchball ausgelassen und muss im Kampf um den erstmaligen Aufstieg ins Achtelfinale der Champions League in ein Entscheidungsspiel. SALZBURG24-Sportredakteur …

Kaum Top-Chancen für Salzburg

Dass seiner teils blutjungen Mannschaft in manchen Teilen des Spiels die letzte Überzeugung zu fehlen schien, räumte Jaissle dann aber doch ein. "Vielleicht war es phasenweise tatsächlich so in der ersten Halbzeit, da gab es dann auch den ein oder anderen Hinweis von mir." Die Körpersprache wandte sich zum Positiven, zündende Ideen im Offensivspiel wurden aber bis zuletzt nicht gefunden. Für Karim Adeyemi und Co. endete der Arbeitstag ohne glasklare Top-Chance.

Lille, Salzburg, Champions League, Sesko GETTY/RED BULL
Benjamin Sesko (Mitte) und Karim Adeyemi (li.) trafen bei den wenigen Offensivaktionen der Salzburger oft die falschen Entscheidungen.

Mutlose Bullen zeigen Nerven

"Lille hat es geschafft, clever die Räume zu besetzen", sagte Jaissle über den kompakt auftretenden französischen Meister, der die von Salzburg so geliebten Umschaltmomente schlichtweg nicht anbot. "Lille hat extrem schnell die Tiefe weggenommen. Sie wussten um unsere Schnelligkeit im Sturm." Den Bullen fehlte schlichtweg der ansonsten im Überdruss vorhandene Mut zum Risiko, gab auch Jaissle zu. Es wirkt, als ob das jüngste Team der laufenden Königsklassen-Saison plötzlich Nerven zeigt und die Unbekümmertheit fehlt.

Lilles "Nudeltor" reichte

Das Spiel "im letzten Drittel" habe man sich tatsächlich anders vorgestellt, meinte Andreas Ulmer. "Wenn wir mal reingekommen sind, haben wir nicht die richtige Entscheidung am Platz getroffen", bemängelte der Kapitän. "Das ist ein großer Grund, warum wir zu so wenigen Tormöglichkeiten gekommen sind." Dem keinesfalls übermächtigen Gegner erging es nicht anders, ein "Nudeltor" (O-Ton Maximilian Wöber), für das Lilles Stürmer-Jungstar Jonathan David verantwortliche war (31.), machte letztlich den Unterschied.

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Die Bullen-Kicker in der Einzelkritik von SALZBURG24-Sportredakteur Aleksandar Andonov.

Jaissle-Crew reicht ein Pünktchen – auch Aus droht

Dennoch ist auch im dritten Antreten erneut vor dem letzten Gruppenspiel noch der Aufstieg möglich. Ein Remis reicht, um den einen Punkt zurückliegenden FC Sevilla auf Distanz zu halten und selbst bei einem Wolfsburg-Erfolg die Nase gegenüber Lille vorn zu behalten. Das Horror-Szenario allerdings lässt Salzburg schlucken: Bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Wolfsburg- Heimsieg wäre man Gruppenletzter, würde den Umstieg in die Europa League verpassen – und sich aus dem internationalen Geschäft verabschieden.

Alles offen in Champions-League-Gruppe G

"Das ist genau das Szenario, das wir uns nach den ersten drei Spielen nicht gewünscht haben", sagte Wöber. Kein Team wird die Zügel schleifen lassen, die Arithmetik in der Gruppe – den Ersten Lille und Schlusslicht Wolfsburg trennen nur drei Zähler – lässt es zu, dass alle vier Teams aus eigener Kraft noch den Aufstieg schaffen können.

Wie schon gegen Atletico Madrid (2020) und Liverpool (2019) kommt es zum Showdown um das Achtelfinale im eigenen Stadion. "Ich glaube, viel spannender geht es nicht", sagte Nicolas Seiwald. "Ich hoffe, dass es daheim klappt. Wir haben noch ein bisschen Zeit bis dahin." Der Lockdown verhindert eine ausverkaufte Arena in Wals-Siezenheim am 8. Dezember. "Schade, dass es ohne Zuschauer stattfindet. Die Mannschaft hätte sich ein volles Haus verdient", sagte Ulmer. Sportdirektor Christoph Freund ergänzte: "Wir haben zwei Auswärtsspiele knapp verloren, aber wir haben noch alles in der eigenen Hand. Und das ist schön."

Szenarien für Salzburgs Europacup-Fortkommen

Bei Punktegleichheit zählen Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften. Erst Punkte, dann Tordifferenz, dann Anzahl der erzielten Tore innerhalb des direkten Vergleichs.

Vor der letzten Runde liegen die Salzburger in Gruppe G mit sieben Punkten hinter Lille (acht) und vor Sevilla (sechs) und Wolfsburg (fünf) auf Platz zwei. Die beiden Topteams erreichen das Achtelfinale, der Dritte steigt ins Play-off um die Achtelfinal-Teilnahme in der Europa League um. Der Gruppenletzte verabschiedet sich aus dem Europacup. Für Salzburg ist jede Platzierung möglich.

Sollten drei Teams letztlich bei acht Punkten halten, weil Salzburg gegen Sevilla die Punkte teilt und Wolfsburg gegen Lille gewinnt, zählen zuerst die eroberten Zähler aus allen Duellen zwischen den drei betroffenen Clubs. Dabei hätten Wolfsburg (sieben) und Salzburg (sechs) die Nase gegenüber Lille (vier) vorne.

Selbst ein komplettes Europacup-Ausscheiden ist für die Bullen möglich: Wenn sie gegen Sevilla verlieren und gleichzeitig Wolfsburg dahein gegen Lille gewinnt.

Die Szenarien, in denen Salzburg am 8. Dezember ins Achtelfinale der Champions League aufsteigen würde:

  • mit jedem Sieg
  • mit jedem Remis. Als Gruppenzweiter, wenn Wolfsburg Lille besiegt
  • mit jedem Remis. Als Gruppenzweiter, wenn Lille in Wolfsburg punktet

Die Szenarien, in denen Salzburg als Dritter ins Play-off der Europa League um das Achtelfinale umsteigen würde:

  • mit einer Niederlage, wenn Wolfsburg gegen Lille nicht gewinnt

Die Szenarien, in denen Salzburg als Gruppenletzter aus dem Europacup ausscheidet:

  • mit einer Niederlage und gleichzeitigem Heimsieg von Wolfsburg gegen Lille

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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