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Heuer wieder Königsklasse?

Salzburg schielt schon auf die Champions League

Marsch: "Wir wollen nächstes Ajax Amsterdam werden!"

Red Bull Salzburg bleibt im österreichischen Fußball das Maß aller Dinge. Gestern fixierten die Mozartstädter mit dem 3:0-Heimsieg gegen den TSV Hartberg den siebenten Meistertitel in Folge und damit gleichzeitig das zweite Double en suite. 13 der jüngsten 14 vergebenen Trophäen gingen an die Bullen. In den vergangenen sieben Spielzeiten wurde lediglich 2018 der Cup-Sieg verpasst.

Mit insgesamt 14 Meisterschaften seit der Gründung der Bundesliga 1974 liegen die Salzburger ex aequo mit der Austria an der Spitze. Zudem sorgten sie mit ihren bisher 102 Treffern in 30 Partien dafür, dass zum dritten Mal in der Liga-Geschichte die 100-Tore-Marke geknackt wurde. Den Bullen selbst gelang dies 2013/14 (110/36), Rapid 1985/86 (101/36).

Quali für Champions League

Dem Anspruch nationaler Dominanz wurden die Salzburger trotz Schwierigkeiten zwischen Winter- und Corona-Pause gerecht, nun richtet sich der Blick wieder nach Europa. Am 22./23. und 29./30. September warten die Play-offs um die Teilnahme an der Champions League, bei der man wie im Vorjahr dabei sein will.

 

2019 standen die Salzburger als Meister fix in der Gruppenphase, diesmal muss man wieder eine K.o.-Runde überstehen. Beim bisher vergeblichen Versuch, über die Qualifikationsphase in die "Königsklasse" einzuziehen, gab es für die Mozartstädter in der Vergangenheit teilweise traumatische Erfahrungen.

Wöber: "Motivation noch größer"

Für Maximilian Wöber ist das alles Schnee von gestern. "Mit der erstmaligen Teilnahme hat man dieses Horror-Kapitel geschlossen. Mit den Erinnerungen an letztes Jahr im Hinterkopf wird die Motivation noch größer sein, die Champions League wieder nach Salzburg zu holen", erklärte der Verteidiger gegenüber Sky.

Marsch zieht Vergleich mit Ajax Amsterdam

Auch Trainer Jesse Marsch hofft wieder auf Kräftemessen mit den größten Clubs des Kontinents. "Jetzt wollen wir die restliche Saison gut zu Ende spielen, dann den Urlaub genießen und in die Champions League kommen. Mein Ziel hier ist, immer eine Champions-League-Mannschaft zu haben. Wir wollen das nächste Ajax Amsterdam werden", sagte der neunte Meistertrainer in der Red-Bull-Ära.

Seine Bestellung war von den Salzburg-Fans im Vorjahr teilweise mit großer Skepsis aufgenommen worden, der US-Amerikaner erinnerte am Sonntag noch einmal an die damaligen "Nein zu Marsch"-Transparente. Mittlerweile sind die Zweifler verstummt - mit Marsch auf der Bank lieferten die Salzburger im Herbst starke Champions-League-Auftritte ab und kürten sich nun zum Doublegewinner.

Marsch: "Ich bleibe sicher hier"

Daher sieht der 46-Jährige ungeachtet der Spekulationen um einen Wechsel nach Deutschland keine Veranlassung, der Mozartstadt den Rücken zu kehren. "Ich bleibe sicher hier. Meine Beziehung mit allen hier ist etwas Besonderes. Ich bekomme extrem viel Vertrauen, vor allem von (Geschäftsführer) Reiter und (Sportchef) Freund. Ich habe keine Hast, etwas Neues zu finden. Ich und meine Familie genießen diese Zeit hier. Es ist noch nicht zu Ende", betonte Marsch.

Wer wird Salzburg heuer verlassen?

Allerdings dürfte der Coach wie schon im Winter, als Erling Haaland und Takumi Minamino verkauft wurden, auch im Sommer den einen oder anderen Schlüsselspieler verlieren. Dominik Szoboszlai hat laut internationalen Medienberichten das Interesse von Arsenal und italienischen Großclubs auf sich gezogen, für Hwang Hee-chan gibt es nach den Angaben von Sportchef Christoph Freund Anfragen von RB Leipzig und aus der englischen Premier League.

Keine Sorgen muss sich Marsch bei einer seit Jahren fixen Größe im Salzburg-Trikot machen. Der 34-jährige Andreas Ulmer peilt in der kommenden Spielzeit seinen zwölften österreichischen Meistertitel an, den elften mit den Bullen. Die Basis dafür ist laut dem Linksverteidiger gelegt. "Wie bei uns immer neue Spieler integriert werden - da muss man den Hut vor allen ziehen, die im Verein arbeiten, das ist sehr beeindruckend", meinte Ulmer. Positiv äußerte sich der Oberösterreicher auch über Marsch, der ihn zuletzt als "besten Spieler in der Geschichte von Österreichs Fußball" bezeichnet hatte. "Sein Anteil am Meistertitel ist sehr groß. Er ist immer positiv, pusht uns in jedem Training und ist ein richtiges Vorbild für uns", erklärte Ulmer.

Der Gelobte verlieh nach dem Hartberg-Match seiner Genugtuung über den gewonnenen Meistertitel Ausdruck. "Es ist für euch Journalisten vielleicht nichts Besonderes, aber für mich und den ganzen Verein schon, denn meine einzige Enttäuschung als Trainer war, dass ich in New York nicht Meister geworden bin", erzählte Marsch.

Der frühere Co-Trainer von RB Leipzig war von Jänner 2015 bis Juli 2018 bei den New York Red Bulls tätig. Mehr als der Gewinn des "MLS Supporters' Shield" 2015 für die punktbeste Mannschaft der regulären Saison schaute für ihn dort aber nicht heraus.

(Quelle: APA)

Salzburg ist wieder Meister

In eindrucksvoller Manier hat Red Bull Salzburg am Sonntagnachmittag den TSV Hartberg mit 3:0 (1:0) geschlagen. Der Heimsieg bedeutet zugleich die siebente Meisterschaft in Folge, weil Verfolger LASK im Parallelspiel mit 0:1 gegen den WAC verlor.

Die Bullen liegen damit in der Meistergruppe zwei Partien vor Schluss elf Punkte vor dem LASK. Dadurch können die Linzer die Mannschaft von Trainer Jesse Marsch auch dann nicht mehr überholen, wenn sie nachträglich die vier abgezogenen Punkte retour bekommen sollten.

Siebente Meisterschaft in Folge

Für die Mozartstädter, die auch das zweite Double en suite perfekt machten, ist es der siebente Meistertitel in Folge, der insgesamt 14. und der elfte in der Red-Bull-Ära. "Es ist ein richtig geiles Gefühl", freute sich Torschütze Ramalho am Sky-Mikrofon. "Wir haben wieder gezeigt, dass wir die beste Mannschaft Österreichs sind. Was es hier in Salzburg gibt, ist außergewöhnlich, wir haben eine richtige Meister- und Siegermentalität."

Zlatko Junuzovic: "Wir sind jetzt überglücklich. Wir alle haben diesen Titel verdient, der ganze Verein. Jetzt werden wir feiern und dann die letzten zwei Spiele hochprofessionell angehen."

"Die Meisterschaft ist ein sehr besonderes Gefühl", sagte Salzburgs Meister-Coach Jesse Marsch freudestrahlend nach dem Spiel. "Ich bin sehr dankbar darüber, was ich diese Saison alles gelernt habe. Ich bin sehr stolz auf die gesamte Truppe." Auf der Pressekonferenz versicherte der US-Amerikaner in Angesicht einiger Wechselgerüchte auch über den Sommer hinweg Trainer in Salzburg zu bleiben.

Im Gegensatz zum 7:2 bei Rapid unter Woche blieb gegen Hartberg diesmal ein großes Tor-Festival aus.

Ramalho köpft Salzburg ins Glück

Die Salzburger präsentierten sich zunächst weit weniger konzentriert und durchschlagskräftig als bei ihrem Auftritt in Wien, dominierten die Partie aber dennoch klar. Ramalho scheiterte an Hartbger-Goalie Raphael Sallinger (6.), Hwang schoss daneben (28.) und fand in Sallinger seinen Meister (32.), Daka traf das Außennetz (35.) und Dominik Szoboszlai konnte Sallinger nicht überwinden (36.).

Salzburg gegen Hartberg, Meisterschaft, Meistertitel APA / BARBARA GINDL
Großer Jubel bei Red Bull Salzburg über den siebenten Meistertitel.

So musste wieder einmal eine Standardsituation herhalten - nach einem Eckball von Szoboszlai war Ramalho per Kopf erfolgreich (45.). Der Brasilianer erzielte damit das 100. Liga-Saisontor der Bullen, gleichzeitig den 26. Treffer nach einem ruhenden Ball und den zwölften nach einem Corner.

Hartberg ohne Chancen

Die tapferen Hartberger hatten davor bei einem Fehlschuss von Lukas Gabbichler (23.) und einem von Cican Stankovic parierten Kopfball durch Peter Tschernegg (31.) am gegnerischen Tor kurz angeklopft. Nach der Pause war es mit den Hoffnungen der Steirer auf einen Punktgewinn in Wals-Siezenheim aber schnell vorbei.

Meisterkür in Wals-Siezenheim

Nach einem Fehler von Siegfried Rasswalder schlug Albert Vallci eine Maßflanke auf Hwang, der das Spielgerät mit einem Hechtkopfball versenkte (53.). Sechs Minuten nach seinem Tor trat Hwang als Assistgeber in Erscheinung - seine Vorlage verwertete Daka volley aus kurzer Distanz. Der Angreifer erzielte seinen 24. Bundesliga-Saisontreffer.

Salzburg gegen Hartberg Red Bull / GEPA

Die restliche Spielzeit wurde zu einem lockeren Schaulaufen der Salzburger, Höhepunkt war ein Latten-Freistoß von Zlatko Junuzovic (88.). Die Bilanz seiner Truppe aus den jüngsten elf Pflichtspielen steht bei neun Siegen und zwei Unentschieden. Ein Schlüssel für den Erfolg dürfte die bestechende Konditionsleistung der Bullen sein. "Der Trainer hat uns in der Corona-Pause extrem geschunden, wir hatten ein extrem arges Heimtraining", blickte Verteidiger Maximilian Wöber am Sky-Mikrofon zurück. "Beim Gruppentrainingsstart hatten wir keinen Tag, an dem wir nicht kurz vorm Speiben waren."

Aufgerufen am 14.07.2020 um 05:47 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/salzburg-blickt-nach-meistertitel-schon-auf-champions-league-89505442

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