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7:2 in Hütteldorf

Salzburg hat Titel zum Greifen nah

Bullen feiern historischen Sieg bei Rapid

Red Bull Salzburg steht nach einem beeindruckenden Auftritt unmittelbar vor dem erneuten Gewinn des Bundesliga-Meistertitels. Die Mozartstädter feierten am Mittwoch einen 7:2-Kantersieg gegen Rapid und liegen damit drei Runden vor Schluss acht Punkte vor dem neuen ersten Verfolger LASK. Die Bullen fügten den Wienern damit ihre höchste Niederlage in der Bundesliga-Geschichte zu.

Ercan Kara hatte die Gastgeber in der 19. Minute in Führung gebracht, dann aber drehten die Bullen auf.  

Sieben verschiedene Torschützen 

Noah Okafor (22.), Enock Mwepu (30.), Dominik Szoboszlai (39.), Albert Vallci (44.), Andre Ramalho (60.), Zlatko Junuzovic (65.) und Hwang Hee-chan (79./Elfmeter) trafen, ehe Taxiarchis Fountas für den Endstand sorgte (92.).

 

Damit nahm man gleichsam späte Revanche für das Heim-0:7 gegen Rapid vor zwölf Jahren und fügte den Wienern die höchste Heimniederlage seit 1969 (0:6 gegen die Austria) zu. 

Flottes Spiel in Hütteldorf 

Dabei erwischte Rapid einen guten Start. Koya Kitagawa umkurvte Salzburg-Goalie Cican Stankovic, traf aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz (9.), ein Kopfball von Kara wurde von Stankovic gebändigt (15.) und ein Weitschuss von Kitagawa flog über die Latte (18.). Die Führung der Grün-Weißen entsprang einem schweren Fehler von Mwepu. Der 22-Jährige rutschte aus und bugsierte den Ball im Fallen mit der Hand genau in den Lauf von Kara, der auf 1:0 stellte. (19.). 

Tor zählt trotz Abseits 

Der Titelverteidiger antwortete mit einem von Rapid-Keeper Tobias Knoflach parierten Okafor-Schuss (20.). Nach dem darauffolgenden Corner wehrte Knoflach eine Mwepu-Chance kurz ab, Daka schoss an die Stange und Okafor staubte ab. Allerdings hätte das Tor nicht zählen dürfen, Daka stand nämlich bei seinem Stangentreffer im Abseits (22.). 

Acht Minuten später gewann Daka einen Zweikampf mit Leo Greiml und spielte auf Mwepu, der Knoflach bezwang. Die Rapidler, noch erbost von der nicht geahndeten Daka-Abseitsstellung, reklamierten ein Foul an Greiml - der zunächst geschonte Fountas sogar so heftig, dass er als Ersatzspieler seine fünfte Gelbe Karte sah. Damit fehlt der mit Abstand beste Hütteldorfer Torschütze am Sonntag bei Sturm Graz. 

Salzburg fertigt Rapid ab 

Der nächste Tiefschlag für Rapid folgte in der 39. Minute. Nach Flanke von Daka versenkte Szoboszlai einen Volley mit sehenswerter Schusstechnik. Noch vor der Pause kassierten die Hausherren das vierte Gegentor, als Vallci nach einem Eckball aus vier Metern unbedrängt einköpfeln konnte. Auch die darauffolgenden beiden Bullen-Tore entstanden aus Eckbällen. Zunächst bugsierte Kara den von Ramalho verlängerten Ball ins eigene Tor (60.), dann drosch Junuzovic einen Eckball von der Strafraumgrenze via Latten-Unterkante ins Netz (65.) - Kategorie "Tor des Jahres". 

Historische Bundesliga-Niederlage 

Rapid war völlig von der Rolle und haderte in der 76. Minute wieder mit Schiedsrichter Manuel Schüttengruber, der nach einer Attacke von Vallci an Fountas keinen Elfmeter gab. Den Strafstoß gab es zwei Minuten später auf der Gegenseite: Thorsten Schick hatte Patrick Farkas zu Fall gebracht, Hwang verwertete sicher (78.). In der 92. Minute gelang Fountas noch Resultatskosmetik. 

Für Rapid setzte es damit nicht nur ein historisches Debakel - noch nie seit Gründung der Bundesliga 1974 gab es sieben Gegentore -, auch die Negativserie gegen Salzburg wurde prolongiert. Die jüngsten sechs Spiele gegen die Bullen wurden allesamt verloren, in den vergangenen 20 Duellen reichte es nur zu einem Sieg. 

Meistersekt kann eingekühlt werden 

Die Mozartstädter wiederum sind seit zehn Bewerbspartien ungeschlagen und stehen ganz dicht vor ihrem siebenten Meistertitel en suite. Acht Zähler beträgt der Vorsprung auf Rang zwei. Eventuell könnte der Zweite LASK noch Punkte dazubekommen, will er doch trotz der Reduzierung des Abzugs von sechs auf vier Punkte wegen verbotener Mannschaftstrainings in der Corona-Pause durch das Protestkomitee auch wahrscheinlich noch vor das Ständig Neutrale Schiedsgericht ziehen. 

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 13.07.2020 um 11:00 auf https://www.salzburg24.at/sport/fussball/bundesliga/salzburg-feiert-historischen-sieg-bei-rapid-89267767

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