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Hauptsponsor und Chef weg

Droht Bundesligist Mattersburg Lizenzverfahren?

Doskozil rechnet mit harten Konsequenzen

Christoph Halper, SV Mattersburg APA/GEORG HOCHMUTH
Die Zukunft des Fußball-Bundesligisten SV Mattersburg (im Bild Christoph Halper) ist ungewiss. 

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) rechnet am Mittwoch damit, dass die Bundesliga nach dem Bilanzskandal der Commerzialbank Mattersburg ein Lizenzierungsverfahren gegen den SV Mattersburg, dessen wesentlicher Sponsor die Bank war, eröffnen wird. Auch auf die Fußballakademie werde das wohl Auswirkungen haben. Sie soll allerdings in anderer Form erhalten bleiben. Zudem gibt Chef Martin Pucher seinen Rücktritt an.

Was der Bilanzskandal für den Verein konkret bedeute, werde man erst sehen, betonte Doskozil.

Fußball-Bundesliga: Mattersburgs Zukunft ungewiss

Würde die Lizenz verloren gehen, wäre auch die Fußballakademie in Mattersburg betroffen. Diese soll allerdings in jedem Fall als neues Landessportzentrum für das Nordburgenland erhalten bleiben. "Die Planungen dafür gibt es bereits länger. Nun müssen wir diese Schritte möglicherweise vorziehen", sagte Doskozil. Der Standort solle dann auch eine Anlaufstelle für den Breitensport sein.

Mattersburg-Boss Pucher kündigt Rücktritt an

Im Zuge des Bilanzskandals um die Mattersburger Commerzialbank kündigte am Mittwoch zu Mittag Martin Pucher, Vorstand der Bank und Präsident des SVM, seinen Rückzug an. "(...) bezüglich seiner Funktionen im SV Mattersburg wird Herr Martin Pucher umgehend eine geordnete Übergabe sicherstellen", teilten seine Anwälte mit.

Pucher, von 2006 bis 2009 auch vier Jahre Präsident der Bundesliga, führte den Verein seit 1988 und stieg mit dem Club von der fünften in die oberste heimische Spielklasse auf. Die Commerzialbank fungiert als wesentlicher Sponsor des Vereins.

(Quelle: APA)

Mattersburg-Bank am Ende

Die Spareinlagen sind sicher

In Österreich hat die Bankenaufsicht wieder eine kleine Bank zugedreht. Die Commerzialbank Mattersburg muss ihren Betrieb einstellen. Die Finanzmarktaufsicht hat der "Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG" per Bescheid die Fortführung des Geschäftsbetriebes gänzlich untersagt. Für Landeshauptmann Doskozil ist eine Liquidation unumgänglich. Die Einlagen der Kleinanleger sind indes gesichert.

Der Regierungskommissär ist der Wirtschaftsprüfer Bernhard Mechtler. Der Bescheid, der in der Nacht auf Mittwoch bekannt gegeben wurde, wurde sofort wirksam. Die Bank hatte einst als Raiffeisenbank Schattendorf firmiert und sich Mitte der 90er Jahre aus dem Raiffeisensektor verabschiedet. Der Chef der kleinen Regionalbank, Martin Pucher, ist auch Clubchef des SV Mattersburg.

Doskozil: "Bank ist zu liquidieren"

"An einen Fortbestand ist in keinster Weise zu denken. Die Bank ist zu liquidieren", betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Das Land richtet nun Hotlines für Betroffene ein. Viele Unternehmen und Privatpersonen würden durch den Bilanzskandal "höchstwahrscheinlich am Ende des Tages sehr viel Geld verlieren", sagte Doskozil.

Sowohl in der Landesregierung als auch in der Wirtschaft Burgenland (WiBuG) werde eine Hotline eingerichtet, die Privatpersonen beziehungsweise Unternehmen zur Verfügung stehen wird. Zudem werde ein Jurist engagiert, der kostenlose Rechtsberatung bieten werde. Das Land selbst ist laut Doskozil nicht betroffen. Es habe keine Geschäftsbeziehung zur Commerzialbank gegeben. Die Energie Burgenland habe allerdings rund 5 Millionen Euro dort veranlagt. "Ich gehe davon aus, dass das Geld weg ist", sagte Doskozil.

"Dramatische" Lage bei Mattersburg Bank

Die Höhe des Schadens sei derzeit noch nicht absehbar. Die Finanzmarktaufsicht habe ihm jedoch mitgeteilt, dass die Lage "dramatisch" sei, so der Landeshauptmann.

Bei der Commerzialbank Mattersburg ging es nach Unregelmäßigkeiten, die jetzt bei einer Vorort-Prüfung der Bankprüfer offenkundig geworden sind, dann ganz schnell. Vorstandschef Pucher hat nach einer ersten Befragung am Dienstag per sofort seinen Job zurückgelegt. Es soll auch eine Selbstanzeige geben. Die Aufseher haben die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Verdacht lautet dem Vernehmen nach auf Basis des bisherigen Kenntnisstands auf Bilanzfälschung und Untreue.

Sparanlagen gesichert

Kleinere Kunden der kleinen Bank (Bilanzsumme: rund 800 Mio. Euro) müssen sich indes um ihre gesicherten Spareinlagen keine Sorgen machen, ein FMA-Sprecher verwies am Mittwoch darauf, dass Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Person (auch für Kleinunternehmen) gesichert sind. Der Bank wurden in der Nacht auf Mittwoch die Geschäfte zur Gänze untersagt.

Mehr als 400 Millionen Euro an gedeckten Einlagen liegen in der von einem Bilanzskandal erschütterten Mattersburger Commerzialbank. Wie die Finanzmarktaufsicht Mittwochvormittag mitteilte, ist der Einlagensicherungsfall durch Zahlungsstopp der FMA (Untersagung der Fortführung des Geschäftsbetriebs) ausgelöst worden. In der Bank sind selbst damit keine weiteren Einzahlungen oder Abhebungen oder Überweisungen möglich.

Betroffene Einleger können sich auch telefonisch oder per e-mail an die Einlagensicherung wenden: Telefon: +43 (1) 533 98 03-0, via Mail.

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